Markus Lange
11/2008

Beschreibe kurz Deinen musikalischen Werdegang?


Ich hatte damals mit 17 meinen ersten Plattenvertrag und einige Releases, die sich allerdings nur normal verkauften und keinen Erfolg mit sich brachten. 2004 kam dann aber meine "Big trouble in little China EP", welche vor allem von Väth und Hell unterstützt wurde. Auf der Suche nach einem großen Label fiel meine Wahl auf Great Stuff. Nach einigen Demos kam meine Platte "Ruhestörung Plattenbau" raus, welche bis dahin mein größter Erfolg war. Bis heute hatte ich ungefähr 25 eigene Releases und habe mit den unterschiedlichsten Künstlern zusammen gearbeitet. Unter anderem... Oxia, Play Paul, Malente, Oliver Koletzki, Dada Life...


Welche Einflüsse prägen und prägten deinen Sound?


Also privat höre ich viel Rock, Alternative und melancholiche Musik ala Boards of Canada, Junior Boys oder Air. Ich denke, ich brauche diese Musik einfach als Ausgleich. Ich höre privat also wirklich kaum Elektronische Musik. Ich bin ein Kind der 80er und wurde durch diese Epoche auch geprägt. Ich mag Melodien, und Musik muss für mich immer ein wenig Melancholie vermitteln. Wenn ich dann mal doch Elektronische Musik hören sollte, mag ich Electro ala Boys Noize, Ed Banger, Crookers...


Was zeichnet Deiner Meinung nach einen erfolgreichen Musiker aus?


Mhhhh Erfolg ist schwer zu definieren. Ich finde, wenn dich da draußen nur ein Mensch gut findet, hast du Erfolg! Und noch viel wichtiger ist das du dir selber gefällst und du zu dem stehst was du machst. Möchte man davon allerdings leben braucht man mehr als nur einen Fan. Und in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig Platten zu verkaufen. Nur noch so bekommt man als DJ die nötigen Auftritte. Es gibt natürlich noch die wenigen Ausnahmen die es auch ganz ohne Releases schaffen. Aber das ist eher ein ganz kleiner Prozentsatz. Ich finde also das wahrer Erfolg ist, wenn man das machen kann was man liebt, wozu man steht... und davon auch leben kann. Dann ist man definitiv ein reicher Mensch.

Vor kurzem erschien beim Label BlackFoxMusic die neue Veröffentlichung von Dir und Daniel Dexter mit dem Titel „Where is my Mind"



Oh jaaaaa worauf wir auch echt stolz sind. Wir beide lieben das Original von den Pixies, dass ist einfach ein Klassiker. Und es ist meist unmöglich solchen Songs nur Ansatzweise gerecht zu werden. Aber ich denke, uns ist das ganz gut gelungen. Wichtig war es uns, den Song mit Respekt zu behandeln, denn es gibt schon zu viele schlechte Cover, Bootys, Mash Up die ein so tollen Meilenstein entwürdigen. Dazu noch der Klasse Bomben Remix von unserem Freund Malente. Also wir sind wirklich zufrieden. Wir freuen uns schon auf eine Scheibe bei Black Fox Music, denn die Zusammenarbeit ist spitze und macht sehr viel Spaß.



Beschreibe bitte Eure Zusammenarbeit und wie diese zustande kam!



Oh das Began ungefähr 2002. Wir trafen uns da im Technoforum und posteten unsere ersten Songs zum Download. Wir waren uns gleich symphatisch und haben angefangen erste Tracks zusammen zu produzieren, welche auch sehr beliebt im TF waren. Und dann erschien auch schon unsere erste Platte. Uns verbindet eine enge Freundschaft auch wenn man sich nicht so oft sieht. Bis vor kurzen hat Daniel nämlich noch bei München gewohnt. Was ich an ihm sehr schätze, ist das er so arbeitet wie ich ;) Es ist sehr schwer sich in ein Studio zu setzen, dass haben wir auch nie getan. Wir produzieren ausschließlich über das Internet. So hat jeder für sich Zeit, kann Dinge ändern und zum Schluss kommt immer was Gutes bei raus. Zumindest haben wir so all unsere Platten produziert.



Was charakterisiert den Sound Eurer aktuellen Veröffentlichung „Where is my Mind"?



Oh dieser Song ist dominiert durch seine elektronischen und melancholischen Klänge. In der Vocal-Version wird noch mal eine Schippe Melancholie drauf gepackt. Aber er geht auch einfach gut nach vorne. Wir haben extra Gitarren Riffs eingespielt und es ist so eine kleine Mischung aus Rockelementen und Electro.



Bist du wegen der neuen Platte auch auf Tour? Wo und Wann?



Oh ja es gibt ein kleine Tour quer durch Europa mit extra Plakat. Aber nebenbei habe ich auch noch normale Dates die unabhängig von der Scheibe sind.


Harry Axt
11/2008

Hallo Harry ! (oder Daniel oder?.?)


Der Sommer ist vorbei und damit auch die unzähligen Festivals und Open Airs. Wie hast du den Sommer 08 erlebt, was waren deine Highlights?


Ich denke es wird, was Bookings angeht, dein bisher erfolgreichster gewesen sein, oder?


Das ist schwer zusagen, da ging schon einiges. Ich hatte echt viel Spaß in diesem Sommer. Von Schweden bis Japan war alles dabei.


Ich persönlich hab vor gut 3 Jahren das erste Mal von dir gehört, als mich die Jungs von Heinrichs & Hirtenfellner auf deinen großartigen Sound aufmerksam machten. Du hast seit dem einen ungeheuren Sprung nach vorn gemacht. Ich glaube über 30 Releases in den vergangen 3 Jahren? Wie kam es dazu bzw. woher nimmst du die ganzen Ideen?


Ich höre und beschäftige mich schon seit fast 20 Jahren mit der elektronischen Musik. Da bleibt einiges Hängen!


Man kennt dich noch unter dem Synonym Daniel Steinberg. Was unterscheidet Harry von Daniel?


Der Sound!


Gibt es noch weitere Synonyme/Projekte?





Ja, wird aber noch nicht verraten.





Bereits bei deinem ersten Tanzzrausch-Besuch bestand das Interesse an einer Live Performance. Wann darf man damit rechnen?





Ich denke nächstes Jahr ist es soweit.





Im Dezember kommt dein erstes Album raus. Auf Rompecabeza!? Wie lange hast du daran gearbeitet?





Ca. 2 Jahre.





Es gibt ja immer die verschiedensten Philosophien bei der Trackauswahl. Wie würdest du deine Intention dahinter beschreiben bzw. was für Tracks werden die Käufer erwarten können?





Meinen Sound!





Du bist national wie auch international beinahe jedes Wochenende unterwegs. Wie würdest du die gegenwärtige Szene beschreiben und welche Entwicklungen, positiv oder negativ, wirken ganz besonders auf dich?





Positiv: Techno ist nicht tot.


Negativ: Das Schallplattensterben.





Wo macht es dir am meisten Spaß zu spielen und was ist dir als Künstler wichtig damit du Spaß hast?


Wenn die Leute die Sau rauslassen dann hab ich Spaß.


Berlin wird ja stets eine gewisse Community zugeschrieben, soll heißen, die Künstler unterstützen sich gegenseitig auf dem Weg des Erfolgs. Wie wichtig ist dieser Zusammenhalt, auch im Rückblick auf deinen Erfolg als DJ und Producer.


Eine Hand wäscht die Andere.

Viele in deinem Freundeskreis können auf ein eigenes Label verweisen (Holgi Star, H&H, Oliver$, Dave Shokh etc.) und auf vielen davon konnte man bereits von dir hören. Gibt es ein Harry Axt oder Daniel Steinberg Label?





Noch nicht.





Rompecabeza ist für dich nicht nur Label sondern auch Agentur. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Gitta?





Wir haben uns beim Bowling kennen gelernt.





Wie stehst Du zu der immer noch heiß diskutierten Frage: Vinyl / Digital. Ist Vinyl für Labelbetreiber tatsächlich ?Pain in the Ass? (Zitat. R. Hawtin). Wo siehst Du den Vinylmarkt in 5 Jahren?





Wenn ich solche Zitate höre dann sag ich ganz ehrlich: ..muss ich kotzen..


Ich persönlich bevorzuge in meinen Sets Vinyl und für den neuen heißen Scheiß kann man auch schon mal eine CD spielen.


Leider stimmt es schon das immer mehr Leute auf das gute alte Vinyl verzichten und die Plattenkaufkraft schon sehr nachgelassen hat."





Abschließend noch ein Blick in die Zukunft: Wo treffen wir Harry und Daniel für ein Interview in sagen wir... 10 Jahren, bzw. wen treffen wir dort noch?





Das weiß keiner.






Am 6.12. dürfen wir dich beim 4 jährigen Tanzzrausch-Jubiläum im Lindenpark in Potsdam erleben. Du hast dort schon im Mai diesen Jahres gespielt und so positiv beeindruckt dass man dich zum Geburtstag unbedingt wieder dabei haben wollte. Wie war es für dich gewesen und freust du dich schon darauf?



Auf jeden Fall freue ich mich schon darauf. Beim letzten Mal war es richtig super!


blackWhite
10/2008

Das die beiden Jungs aus dem Spreewald die Musik nicht schwarz & weiß sehen ist schon nach wenigen Minuten klar im Gehör vernehmbar. So sind Sammy Fernandez & D. Polack nach längerem Aufenthalt in England wieder in die Heimat gekommen um hier mit ihrem einzigartigen Sound durchzustarten. Stilistisch immer auf dem Sprung und ohne Angst vor dem Neuen, bringen die beiden genug Potenzial mit, um ewig Musik machen zu können. Bei Modenschauen und Auslands Gigs (wie Polen, Griechenland und England) haben die zwei viel über verschiedene Menschen und Szenen gelernt. Sich dabei nicht unterkriegen lassen und immer nur ein Ziel verfolgen: Stimmungen und Gefühl weiter zugeben und gute tanzbare Musik zu produzieren, die sich von dem Mainstream abhebt.





Bevor alles andere kommt, sollten wir erst mal klären wo man euch stilistisch so halbwegs einordnen kann, euer Repertoire ist ja weit gefächert.





Sammy: Stilistisch sind wir nicht wirklich festgelegt. Wir haben sehr chillige Klänge die aber trotzdem Rocken. Erst mal werden die Stücke produziert und dann stilistisch auf das Live Set angepasst.





Dariusz: Wir wollen einfach dass sich das Set nicht anhört wie ein Salat aus verschiedenen Stilen sondern es soll ein Ganzes ergeben. Es soll wirken wie ein einziger kompletter Track mit minimalen Änderungen. Ich habe noch keinen festen Stil und ich produziere einfach dass worauf ich Lust habe.





Sammy: Und eigentlich wollen wir uns auch gar nicht festlegen! Das ist es, was die Innovation und die Vielfallt ausmacht! Wir lassen einfach alles auf uns zukommen und experimentieren auch gerne, z.B. immer wieder eine Kombination aus verschiedenen Stilen überwiegend Club / Funk / Deep House und Minimal. Wir befassen uns aber auch mit treibenden Techno Tracks für die Liebhaber härterer Sounds ;)





Ihr seid ein reiner Live Act und bevor es zum Gig geht, steht erst mal das produzieren, wer von euch ist da die treibende Kraft? Woher nehmt ihr die Ideen und wie sieht so ein typischer Ablauf beim Produzieren aus?





Dariusz: Das Produzieren übernehme grundsätzlich ich. Hmm, wo kommen die Ideen her? Ich lasse mich eher von meiner Umgebung inspirieren. Ich höre manchmal irgendwo einen Sound oder eine Melodie und später versuche ich daraus etwas zu machen, wo mein eigener Stil mit einfließt. Es kommt drauf an was ich in dem Moment hören will und wie meine Stimmung ist. Wenn ich vor meiner Hardware sitze, bleibe ich meistens bei einem bestimmten Sample hängen. Der Grundstein ist dann meist schon für den ganzen Track gelegt. So kommt alles dann irgendwann zusammen bis es ein ganzes ergibt.





Sammy: Ich checke dann quasi den Track und meistens mach ich dann davon nen Remix und schick ihm das einfach wieder zum Mastern zurück. Wie gesagt das ist Stimmung´s abhängig!


Wie war eure Zeit in Großbritannien und was habt ihr von dort mit zurück genommen? Hat sich euer Style dadurch geprägt oder hat er und ihr euch dadurch geändert?




Sammy: Erst mal hat sich das komplette Leben verändert, wir haben vieles erlebt, was aber indirekt mit der Musikszene zu tun hatte. Es war sehr schwer irgendwo voran zukommen weil die Szene total überlagert ist. Die haben da ihre eigenen Stile und sind sehr engstirnig was das angeht. Von London über Birmingham, Stoke-on-Trent und Crewe haben wir zwar einiges mitnehmen können, haben uns aber wieder entschlossen nach Deutschland zurück zu kehren. Hier ist unsere Basis, mit Leuten die uns auch supporten - bestes Beispiel dafür ist Ron H. mit seinem Projekt Dextarmusic auf Shouted.Fm/mth-Club. Der England-Aufenthalt hat uns viel Zeit gekostet denn wir hatten ja schon ne gute Grundlage in Deutschland mit unserem Live Act, aber im Grunde hat UNS das nur als Menschen weiter entwickelt!



Dariusz: Das Ziel nach England zu fahren und Musik zu spielen, hat sich nicht so entwickelt wie wir dachten. Wir haben uns das halt anders vorgestellt.



Wenn man sich euren Pressetext durch liest wird ganz klar deutlich, dass ihr immer mit vollem Herzen dabei seid und die Musik nicht nur als alternative Geldquelle seht. Was denkt ihr über Jamba Techno Bretter und den Möchtegern Feten Dj´s die nach einem Track, auf der Bravo, wieder in der Versenkung verschwinden?



Sammy: Also wenn ich mal ganz kurz was dazu sagen darf. Ich find das lustig, denn unsere Freunde fordern oftmals zwischendurch Handytones von unseren Tracks *grins*



Dariusz: Es geht in diesem Projekt grundsätzlich nicht um das Geld. Wir machen es aus Liebe zur Musik aber vor allem weil wir es machen können! Jamba etc.? Hmm, warum nicht?! – Spaß muss sein. Es ist immer gut zumindest für den Anfang, eine sehr starke Werbeplattform zu haben, rein aus der Promotion Sicht. Ansonsten wollen wir definitiv nur in der Clubszene bleiben.



Ihr habt Musiktechnisch alles mitgenommen was euch vor die Finger bzw. ins Gehör kam gibt es da Leute/Künstler/Konstellationen die euch soundtechnisch beeinflusst haben?




Dariusz: Zu früheren Zeiten, wo mein Stil noch schranziger, harter techno war, wurde ich inspiriert von Leuten wie Heckmann, Beyer, Liebing etc. Doch jetzt hole ich meine Inspiration aus anderen Quellen und Lebensmomenten. Eine weitere Stilentwicklung hat sich durch die Anfrage von einem polnischen Hip Hop MC ergeben, für den ich ein paar Beats machte. Zwar hatte ich keine Erfahrungen was den Hip Hop angeht aber ich habe ziemlich schnell den (für mich ganz neuen) Stil begriffen, so holten wir noch eine Sängerin dazu und es kamen 3 Alben zustande.



Sammy: ... Und das alles mit elektronischen Einflüssen! Selbst von meinen deutschen Bekannten kam nur positives Feedback und das obwohl es polnischer Hip Hop ist und die nicht wirklich irgendwas verstanden haben, aber es hört sich ehrlich genial an!


Alvino L. Noise
10/2008

Conurbation Beats geht in die nächste Runde und holt sich diesmal internationale Verstärkung nach Schacksdorf. Einer der angesagtesten Newcomer DJ`s Brasiliens „Alvinho L. Noise“ wird euch an diesem Abend mit einem energiegeladenen Techno-Set begeistern. Auf seiner Europatournee ist dies der einzige Stop in East Germany. Der populäre, mittlerweile weit über seine Landesgrenze hinweg bekannte Alvinho stammt aus Belo Horizonte und ist vor allem für seine Leidenschaft und Hingabe zu Underground-Music bekannt. Wir dürfen also gespannt sein über den Spirit eines International- Acts der den Brandenburger Underground hoffentlich zum kochen bringen wird. Im folgenden führten wir mit dem smarten Brasilianer ein Interview um Ihn ein wenig näher kennen zu lernen.











Es kommt nicht gerade jedes Wochenende ein DJ aus Brasilien in den Osten Deutschlands, ist es das erste Mal das du in Deutschland bist? Bist du hier noch länger unterwegs?


Es ist bereits das sechste Mal das ich in Europa bzw. in Deutschland bin. Meine erste Tour in Deutschland war 2002. Danach habe ich einmal im Jahr ein Booking in Deutschland gehabt. Ich werde zwischen Oktober und November in Europa sein. Während meiner Reise werde ich hauptsächlich in Berlin wohnen. Die erste Zeit werde ich in London, Groß Britannien spielen und danach wieder in Deutschland auf mehren Veranstaltungen. Ich bin sehr glücklich wieder mal im guten alten Europa zu sein und meine neuen Tracks in verschiedenen Location zu präsentieren, wo vorher noch nicht gespielt habe.





Was sagst du zur deutschen elektronischen Musikszene?


Ich mag sie sehr, sie ist mein Favorit. Die Leute sind hier sehr offen, was neue Sachen und Klänge betrifft. Es ist eine sehr offene Kultur. Musik, Kunst etc., es kommt alles von euch selbst! Es ist eine erstaunliche und unglaubliche Szene zugleich.





Gibt es große Unterschiede zur brasilianischen Szene?


Es ist jetzt sehr unterschiedlich. Vor 4 Jahren war noch alles schön gewesen, damals waren die Leute dort noch offen für neue Klänge wie heute bei euch. Wir hatten viele Clubs und Parties wo wir unsere Unground-Sachen spielen konnten. Verschiedene nationale Künstler konnten in den verschiedensten Locations und Städten spielen. Jedoch buchen die Veranstalter hier jetzt nur noch sehr kommerzielle Künstler für ihre Veranstaltung, sie finden keine Zeit nationale Künstler zu buchen und das obwohl sie mehr kreativere und frischere Musik spielen.


Welche Sorte elektronischer Musik hast du in deinem Koffer.......?


Seitdem ich meine DJ-Karriere gestartet habe, spiele ich Techno. Für mich war Techno immer Musik aus der Zukunft. In den Clubs mixe ich immer die verschiedensten Lieder mit Techno & Techhouse zusammen. Die Musik die ich spiele reflektiert meine Persönlichkeit, ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen und Klängen.





Was war dein erster Kontakt mit elektronischer Musik.......


Meinen ersten Kontakt zur elektronischen Musik hatte ich durch meinen älteren Bruder Anderson Noise. Er und ich haben oft den Techno-Klängen gelauscht. Diese Lieder waren großartig, es gab jedoch keine Möglichkeit diese Lieder im Radio oder sonst wo zu finden.





Erzähle bitte etwas über deine Biographie und Wurzeln...


Ich habe meine Karriere als DJ 1996 in meiner Heimatstadt Belo Horizonte begonnen, als ich zwischen 14 and 15 Jahre alt war. Meine Wurzel gehen zurück auf Techno, weil diese Musik eine Steigerung und Energie entwickelt, die wirklich außergewöhnlich ist. Ich habe immer auf deutsche Labels viel Wert gelegt, seit 12 Jahren. In den 90-igern hatte die elektronische Musikszene in Sao Paula einen großen Einfluss auf mich gehabt. Während dieser Zeit hatte ich meine erste DJ-Residence bei meinen Bruder seinen Parties in den verschiedensten Locations, wie in Lagerhallen und in diversen Industrie-Standorten. Leider sind genau diese coolen Underground-Parties in Brasilien nur noch selten zu finden.





Dein Bruder ist also ein sehr berühmter DJ in Brasilien, hat er dich also inspiriert diesen Weg zu gehen?


Meine Bruder Anderson Noise, ist ein sehr bekannter DJ in Brasilien, genauso wie überall in Lateinamerika. Er etablierte die elektronische Musik-Szene in meinem Heimat-Land, aktuell sind es in meiner Heimatstadt 20 Jahre die es die elektronische Musikszene dort gibt. Mein Bruder und ich haben 12 Jahre Altersunterschied, er ist der ältere. Er hat immer meine Karriere als DJ gefördert, seit klein auf.





Du produzierst also auch deine eigenen Sachen, sind da einige Releases für die Zukunft geplant?


Ich habe erst 2005 mit dem Produzieren begonnen. Ich habe aber bereits auf einigen bekannten Labels in Süd-Amerika released, wie "Conteudo" und auf dem Bruder-Label "Noise Music". Ich habe ein paar neue Sachen, die auf „Noise Music“ gegen Ende des Jahres erscheinen werden! Es werden auch weitere Releases auf anderen Labels erscheinen, was ich aber bis jetzt noch nicht verraten will. Ich brauche unbedingt neue Releases um meine Laufbahn als DJ weiter zu stärken.





Bist du einer von den DJs die mit dem digitalen Trend mitgehen oder spielst du mit Vinyl?


In all meinen DJ-Sets benutze ich ausschließlich Vinyl, 2 Turntables und einen Mixer. Seit 2007 spiele ich jetzt mit Serato Scratch Live. Ich mag einfach keine CDs zum auflegen.





Im Moment scheint es als würde der härtere Teil der elektronischen Musik zurückkommen. Was denkst du darüber? Ist Techno doch nicht Tod?


Ich denke dass der Techno niemals sterben wird. Für mich ist diese Musik allgegenwärtig. Es ist Musik aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Ich hoffe dass meine Musik in Zukunft ein willkommener Sound sein wird.





Was sind deine Erwartungen für diese Nacht im Osten Deutschlands?


Ich hoffe dass es eine großartige Party wird! Ich habe noch nie in meinen Leben in einem militärischen Hangar gespielt. Ich freue mich eingeladen zu sein! (ein Danke an Alex Sander von Killabet für das Booking in dieser Nacht!)

Ich hoffe die Leute im Osten Deutschlands meine Musik mögen.

Danke noch mal & wir sehen uns bald.


Twinpitchers
09/2008

Klassischer könnte die erste Berührung mit elektronischer Clubmusik kaum gewesen sein. An einem Samstagabend drehten die damals sechszehnjährigen Zwillingsbrüder Mathias (M) und Tobias (T) etwas gelangweilt an der Senderwahl ihres Radioempfängers. Eher zufällig stießen sie dabei auf das Fritz Crazy Club Radio und hörten dort zum ersten Mal in ihrem Leben ein DJ-Set. Fasziniert vom Facettenreichtum und der Wirkung derartiger Musikpräsentation stand für beide Eines sofort fest: Das möchten sie auch können.Heute, etwa zehn Jahre später, denken die Zwei etwas schmunzelnd an ihre ersten Gehversuche als DJs im heimischen Kinderzimmer zurück. Mittlerweile bringen sie regelmäßig mit ihren eigenen Sets die Tanzbeine zum Schwingen, haben die Alte Diamant Brauerei in Magdeburg als Residenz und veranstalten im September mit ihrer Crew ein Openair.

Bei gemeinsamen Auftritten nennt ihr Euch Twinpitchers. Pseudonyme stehen oftmals für eine dahinterstehende Persönlichkeit oder ein Konzept. Was inspirierte Euch bei der Namensgebung und welche Botschaft wollt Ihr mit dem Künstlernamen transportieren?
Unser Pseudonym ist aus einer Wortspielerei entstanden. Auch wenn man es uns nicht ansieht, wir sind Zwillinge. Aber keine Eineiigen.
Ich glaube das ist auch besser so. (beide lachen) Aber wir waren uns einig, das man an unserem Namen erkennen sollte, dass wir Zwillingsbrüder sind. Somit war der Teil „TWIN“ schon einmal geboren. Hinzu kommt, dass jeder DJ mit einem klassischen Setup von Natur aus mit Zwillingspaaren konfrontiert wird. In der Regel hat man zwei identische Plattenspieler und die Kunst besteht darin zwei Musikstücke fließend ineinander übergehen zu lassen um dabei etwas Neues zu kreieren. Damit es rund klingt, sollte man die Geschwindigkeiten der Platten aufeinander abstimmen. In der Fachsprache nennt sich das Pitchbending oder kurz „pitchen“ und genau das machen wir. Twinpitchers sagt somit alles aus. Wir sind Zwillingsbrüder, die Platten auflegen.

Naja, was einen für Musik erwartet verrät der Name nicht. Wie definiert ihr Euren Sound?

Wir bewegen uns überwiegend in den Sphären des Minimaltechnos. Wie wir unsere Sets konkret ausgestalten, liegt dann an der Uhrzeit und dem Publikum. Es gibt aber auch Konstanten. Wichtig ist für uns, dass wir eine positive Stimmung vermitteln. Wir vermeiden aggressive und all zu düstere Tracks. Die Leute sollen sich freuen und wir wollen sie überraschen. Gerade wenn man Minimal spielt sind Variationen enorm wichtig, um das Interesse auf das Set zu lenken und euphorische Momente zu erschaffen. Wir haben einen Faible für Tracks mit inneren Taktwechseln, lieben es schnell zu Mixen und bevorzugen eher unbekannte Musikstücke. Deshalb nutzen wir seit einiger Zeit ergänzend Final Scratch. Auch Digitale Musik spielen zu können, eröffnet uns mehr Möglichkeiten es jedesmal aufs Neue spannend zu machen. So kann man auch Tracks von Künstlern spielen, die kein Geld haben Vinyl zu pressen oder sich bewusst dagegen entschieden haben. Es gibt viele qualitativ hochwertige Netlabels, die ihre Musik im Internet frei und legal zum Download anbieten. Klar ist es anfangs etwas aufwendiger im Netz passende Musik zu finden, da man meist die Namen der Labels und Produzenten nicht kennt, aber es lohnt sich. Nach einer Zeit hat man einen gewissen Überblick wo man was findet und man kann sich zudem relativ sicher sein, die Zuhörer mit bisher im Club Ungehörtem zu überraschen. Ein weiterer Vorteil vom digitalen DJing ist, dass wir unveröffentlichte Tracks von Bekannten darbieten oder die Wirkung unserer eigenen Stücke vor Publikum testen können. Letzteres ist einer der Vorteile, den man als Resident hat. Da fliegt man nicht gleich raus wenn es schief läuft. (beide lachen)

Interessant. Seht ihr persönlich einen Unterschied bei der Herangehensweise zwischen Euren Auftritten im eigenen Haus und Gigs außerhalb Magdeburgs? Daheim lebt es sich ja bekanntlich legerer, oder?

Naja, ob das bei eher regional aktiven DJs wie uns zutrifft, halte ich für ein Gerücht. Tatsächlich ist es so, dass wir außerhalb etwas mehr Freiheiten haben. Wenn man für den Großteil der Anwesenden noch unbekannt ist, besteht ihrerseits eine andere Erwartungshaltung als wenn sie den Act schon oft gesehen und gehört haben. Man ist neugierig, erwartet aber keinen bestimmten Sound. Bei Gastspielen sind wir daher etwas experimentierfreudiger.

Ihr seid Mitglieder der „Electronic Instinct“ Crew, der DJs und Acts aus mehreren Städten angehören. Wie habt ihr Euch trotz der Entfernung zusammen gefunden?
Das hat sich allmählich entwickelt. Bei einen unseren ersten Gigs außerhalb Magdeburgs sind wir auf Klangkontrolle aus Brandenburg, ebenfalls zwei Brüder, gestoßen. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und haben spontan an den Decks zusammen etwas Back-to-Back gespielt. Das war die Initialzündung für eine neue Freundschaft. Wir haben danach viel gemeinsam unternommen und luden uns gegenseitig zu Veranstaltungen ein. Irgendwann gaben wir der Kooperation einen Namen, um so unsere Zusammengehörigkeit zu unterstreichen. Im Laufe der Zeit sind wir dann hin und wieder auf nette DJs und Acts getroffen, die ähnlich wie wir denken und mit denen wir gern Zusammenarbeiten wollten. Dabei war es uns egal woher wer kommt. Fähigkeiten und Sympathien waren uns wichtiger. Nur so kann man gemeinsam etwas erreichen.

Mit Eurer Crew veranstaltet ihr am ersten Septemberwochenende das „ART:Verwandt“ Openair. Es findet auf einer alten Fallschirmjägerbasis in den Krähenbergen nahe Burg statt. Was hat Euch aus der Stadt hinaus aufs Land gezogen?

Magdeburg bietet zweifelsohne zahlreiche interessante und außergewöhnliche Locations. Wir wollten aber etwas ohne die urbanen Eigenheiten und Zwänge veranstalten. Am besten idyllisch am Waldrand gelegen mitten auf einer Lichtung, wo weit und breit niemand außer uns und unseren Gästen ist. Das ehemalige Militärgelände bietet genau das und es liegt relativ zentral. Über die A2 ist Magdeburg nur 20 Minuten entfernt und bis Brandenburg sind es auch nur 60 km.Bei dem Openair geht es uns aber nicht nur darum frische Landluft zu schnuppern. In den letzten Jahren haben wir durch die Partys in der Alten Diamant Brauerei und durch unsere Gigs auf anderen Veranstaltungen viele interessante Crews und nette Leute kennengelernt. Oft sind dadurch fruchtbare Kollaborationen entstanden. „ART:Verwandt“ soll auch ein Dankeschön an unsere Mitstreiter, Bekannte und Freunde sein. Und es soll verbinden. Elektronische Musik ist eine Kunstform. Gleichzeitig verbindet man mit ihr auch ein Lebensgefühl. ART steht also einerseits für die Präsentation anspruchsvoller Sounds, andererseits für eine Lebensart. Der Szene wird ja manchmal ein familiärer Charakter nachgesagt, quasi eine Verwandtschaft im Geiste. Dieses Gefühl versuchen wir bei dem Openair zu transportieren. Alle Besucher sollen sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen, Spaß haben und sich wohl fühlen. Daher wird es neben den zwei Floors, einen Indoor- sowie einen Outdoor-Chilloutberich geben und wir werden ergänzend zum reichhaltigen Getränkeangebot mit Fresh Fruits und Grillstand für leibliches Wohlergehen sorgen.
Abschließend würde ich gern noch etwas im Kaffeesatz lesen. Was habt ihr nach ART:Verwandt geplant?

Ich habe ja vorhin leicht anklingen lassen, dass wir momentan dabei sind eigene Musik zu produzieren. Es sind schon einige gute Tracks dabei entstanden und über den Winter möchten wir genug Material für einen Liveact vorbereiten. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, werden wir dann ab uns zu aufs „Pitchen“ verzichten. Unser Pseudonym bleibt aber erhalten. (beide lachen)

myspace.com/artverwandtopenair
myspace.com/twinpitchers
myspace.com/diamantbrauerei


Patrick Arbez
09/2008

Wie bist Du zum Auflegen gekommen?

Ich bin oft bei meinem Onkel zu Besuch, der selbst auch Musiker in einer Gothic-Band ist.
Bei Ihm hörte ich als 12 Jähriger zum ersten Mal Sachen wie Trans X "Living on Video" oder Camounflage "Kling Klang". Irgendwann gab es in meinem damaligen Jugendclub in Hennigsdorf Angebote im Programm, das man selbst mal eine Party gestalten könne. So kam es, das ich mit Andre Quasar, den ich seit der 1. Klasse kenne und mit dem ich bis heute gut befreundet bin, die erste Techno Party in diesem Jugendclub veranstaltete. Das war so 1995. Diese wurde ein voller Erfolg und wir waren uns sicher: Das ist es! Vom Jugendclub bekamen wir angemessene Unterstützung in dem man uns einen Raum, Plattenspieler und Mixer stiftete, und wir dort üben konnten wann immer wir wollten. So hatte ich die Möglichkeit das Mixen zu lernen und meine Skillz auszuarbeiten.Irgendwann nach einigen Dj Contest´s und Privat Party´s kamen die ersten Bookings von der Brotfabrik Gransee, wodurch ich dort Resident und Booker wurde, und dort regelmäßig über 3 Jahre tätig war.Durch meine Arbeit dort als Booker lernte ich viele andere Dj´s und Veranstalter kennen..ja und so ging es los.

Wie bist Du zu dem Namen Patrick Arbez gekommen?

Früher war ich viel unter dem Pseudonym "Henne" als Dj unterwegs. 2002 hatte ich dann auf einer Party ein Schlüsselerlebnis welches mich bis heute geprägt hat. Ich hörte damals zum ersten Mal Vitalic´s "Pony Ep". Fortan war es um mich geschehen! Man kann sagen das ich bis heute so eine Art Fan von Vitalic´s Produktionen bin und auch seine Liveset´s mit großem Interesse verfolge.
Da ich den Namen "Henne" schon immer plump und langweilig fand, war ich auf der Suche nach einem Pseudonym welches besser zu mir, meiner Musik und diesem leichten Fanatismus passte.
In einem Interview mit Vitalic las ich, das dieser mit bürgerlichem Namen Pascal Arbez Nicholas heißt, und da hatte ich die Lösung bringende Idee: Patrick (mein Vorname) Arbez.
Zu der Zeit war ich auch schon aktiver User im Vitalic Fan Board. Da Vitalic dort ab und an reinschaut, fragte ich Ihn ob es für Ihn O.K. wäre das ich mich so nenne. Er fand es gut, eher noch war er begeistert.
Patrick Arbez war gebohren

Wie gehst Du beim Produzieren vor?

Erst die Drum, die für mich das wichtigste ist. Als zweites die Percussions, Bassline usw...
Meine Tracks haben eigentlich keine richtige Bedeutung. Sie sollen einfach abgehen und ordentlich drücken.

Du hast oft seltsame Namen für deine Tracks, warum?

Wer selber Musik macht wird das kennen, der Track ist fertig, und nun muss ein vielleicht sogar passender Name her... Oft hab ich Tagelang nach Namen gesucht. Mittlerweile schnapp ich mir ne Eistee Packunge oder andere Sachen die grad in der Nähe sind, schau auf die Zutaten und fische mir dort dann Namen für meine Tracks raus. Daher heißen Tracks von mir z.B.: Natrium, Ascorbinsäure oder Niacin

Kann man auf ein Release hoffen?

Ja, am 03.05.08 erschien auf dem Zwickauer Label "PurePure Music" die "Wildfrogs Ep", auf der
ich mit einem Track vertreten bin. Im Sommer wird dann unser eigenes Label, vi tva records auf dem ich mit einem Track vertreten bin, an den Start gehen. Das erste Release wird eine doppel Lp, auf der, zu unserer Freude verschiedene Künstler wie, The Horrorist, Johan Afterglow oder Kollektiv Ost vertreten sind.

Was kann man sonst noch von Dir erwarten?

Mein Traum ist es, irgendwann mal als Liveact spielen zu können und daran arbeite ich momentan.
Meiner Meinung nach, sind Liveact´s die wahren Helden in der elektronischen Musikszene.
Viele Dj´s lassen sich Feiern, zu Platten die von anderen Künstlern stammen. Wenn die Leute aber von einem Liveact begeistert sind, kann derjenige sich definitiv sicher sein, das alles aus eigener Feder stammt.

Wenn Dir jemand sagt: Techno ist Tot! Was antwortest Du?

Selbst Schuld!!! Alle wollen was vom Kuchen haben und arbeiten statt zusammen lieber
gegeneinander. Genauso die Leute die den ganzen Tag am Heulen sind, das das Publikum zu jung sei, und dadurch Locations meiden...dazu kann ich nur sagen: Wir waren doch auch mal so Jung!

Wo kann man Dich erreichen oder für eine Party buchen?
Ich bin oft im Internet zu finden und zu erreichen auf:
http://www.myspace.com/parbez
oder bei meiner Booking Agentur anfragen auf
http://www.enca-booking.de

Möchtest Du sonst noch was loswerden?

Ja, ich grüße an dieser Stelle meine Freundin Vivien, die mich immer begleitet und an meiner Seite ist. Des Weiteren grüße ich alle User, die sich jeden Tag in meinem Lieblingsforum "milaro.com" und zweitem zu
Hause treffen und den Balkon unsicher machen. Sowie Matze vom Gleis Club, Andre Quasar, Guze, Lexo, Mitch und alle anderen die mich seit Jahren auf meinem Weg begleiten.


Bad Boy Bill
08/2008

Mayday 1999 sollte er ein Begriff sein. Wer ihn vielleicht noch nicht live an den 4 Turntables gesehen und gehört hat, sollte dies unbedingt nachholen.

Aber es ist nicht nur die seltene Eigenart gleich vier Plattenspieler im Griff zu haben und damit wahre Mixorgien zu vollbringen, sondern er hat sich auch einen guten Namen mit diversen Remix-Arbeiten gemacht. Mehr als Grund genug für uns, Euch den Bad Boy Bill einmal näher vorzustellen.

Bad Boy Bill ist in Chicago geboren und aufgewachsen. Bereits mit 14 Jahren brachte sein Sound die Leute auf dem Dancefloor zum Schwitzen und die Clubs zum Kochen.

Bad Boy Bill wurde später bekannt als Breakdancer sowie auch schon als DJ und Partyveranstalter. Durch seine Vorliebe zu den "Chicago Hot Mix Five", einer Gruppe von Radio-DJs beim Sender WBMX, lernte er auch die Legende Farley Jackmaster Funk kennen, der ein Hot Mix Five Mitglied war. Er verhalf BBB zu seinem ersten Radio-Auftritt. Aber noch ein weiterer Chicagoer DJ hatte großen Einfluss auf seine Karriere: Julian "Jumpin" Perez, sein Freund und Mentor, der Bill half die Technik und die Abläufe der weichen Mixe besser zu verstehen.

Mit 16 zog Bill nach New York City und nahm dort an dem New Music Seminar teil. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihm seine "Mission" klar: "Als ich mit dem DJ'ing anfing, stand ich auf Hip-Hop, Breakdancing und Titel wie "Rapper's Delight." Aber nachdem er dann Cash Money by einem DJ-Duell in New York City gesehen hatte, war er von ihm inspiriert.

In einem nächsten Schritt kombinierte Bill sein Scratching und weitere gelernte Tricks im Umgang mit den Plattenspielern mit House Musik. Die Idee, die er dabei hatte, war, mit zwei Exemplaren der gleichen Platte einen Remix des Songs live zu mixen. Somit war sein unbeschreiblicher Style geboren.

Letztlich ist es eine Kombination von Techniken aus dem Hip-Hop-Bereich mit den Grooves der House Musik.



Als Bad Boy Bill die örtliche "Hot Mix" Szene dominierte und einer der bekanntesten Vertreter des Undergrounds war, begann er an verschiedenen DJ-Wettbewerben wie z.B. dem angesehenem D.M.C. Battle teilzunehmen.

1988 gewann er die Midwest Competition und später wurde er knapper Zweiter hinter dem späterem Weltmeister Cash Money in der U.S. Endrunde.

Mittlerweile nimmt er nicht mehr an den Wettbewerben teil, aber er versucht auch weiterhin seine Präsenz in der Clubmusik-Szene zu erhöhen. Mittlerweile hat er auf der ganzen Welt schon aufgelegt, u.a. 1997 bei der Berliner Love Parade und 1999 bei der Dortmunder Mayday, der weltweit größten Indoor-Party.

Neben seinen zahlreichen Radio-Shows und seinen Club-Gigs, leitet er auch noch International House Records mit seinen zahlreichen Sublabels wie z.B. Mix Connection Multimedia, Inc., die seine gesamten Mixtapes lizensiert haben. Zudem erstellt Bill auch noch Mix-CD-Compilations wie die "Bangin' the Box"-Serie.

Doch neben seiner eindrucksvollen Arbeit als DJ, hat Bad Boy Bill auch etliche Dance-Remixe u.a. für Martha Wash, Simply Red, Paula Abdul und George LaMond produziert. Ebenso war er für Reality's "Yolanda" als Co-Writer, Producer und Mixer tätig.

Er ist also mit allen Aspekten des House Music Undergrounds vertraut und verwurzelt und hat somit ein weitergehendes Interesse daran immer wieder auch Hip-Hop-Techniken und -Tricks in seine Sets einfließen zu lassen.

"Den Dancefloor in Bewegung zu halten ist nach wie vor die Hauptsache, also benutze ich auch weiterhin Scratching und andere Tricks um da als Höhepunkt noch ein wenig Pfeffer in die Mixe rein zu bringen. Ich bin nicht eher glücklich, bevor nicht alle schwitzen." Wer Bad Boy Bill schon mal mit seinem einmaligem Style erlebt und zugehört hat, der wird schnell verstehen warum dieser Mann als einer der "tödlichsten" DJ's auf diesem Planeten angesehen wird. Wahnsinn!


Booka Shade
07/2008

Sie sind die Sound-Philosophen des neuen Konsens' von Dancefloor bis Festivalbühne. Auf ihrem dritten Album klingen Booka Shade traumwandlerisch sicher und von Emotionen berauscht. Arno Raffeiner fragte nach den Konstanten ihrer Historie.

Vier Schnappschüsse hinter Glas, alle mit ähnlichen Motiven. Ein schmaler Jüngling steht am Mikrofon hinter einem riesigen Keyboard, in seinem Rücken bearbeitet ein etwas bärig wirkender Typ sein Schlagzeug. Auf einer großen, bunt beleuchteten Bühne wirken die beiden ein wenig verloren, doch in ihrer Schlichtheit erscheint die simple Zweierkonstellation absolut zwingend.
Die Fotos, die Walter Merziger und Arno Kammermeier alias Booka Shade während eines Gesprächs in ihrem Studio rüberreichen, wurden vor über zwanzig Jahren geschossen. Ihre Synthie-Pop-Band Planet Claire gab es damals noch nicht, die Frankfurter Techno-Szene noch weniger und erst recht keine TV-Formate wie "Star Search" oder "Big Brother". Mit all dem sollten Merziger und Kammermeier in ihrer Rolle als Hitproduzenten erst Jahre später zu tun bekommen. Heute blicken sie auf eine gemeinsame Karriere mit mehreren Umbrüchen zurück, und doch hat sich für sie seit diesen vier Schnappschüssen im Grunde kaum etwas verändert. Bis auf das Format: Ihr Sound hat massiv an Volumen zugelegt, die Keyboards wurden noch größer und zahlreicher, und die Live-Show von Booka Shade ist gigantisch und füllt heute rund um die Welt Konzerthallen ebenso wie die Wiesen vor Festivalbühnen. Aber von ihren ersten Bands bis zur Gegenwart gilt stets dasselbe Grundprinzip: Ein Mann am Schlagzeug und ein Mann an den Keyboards machen elektronische Musik, die so vielfältig ist, dass man sie am ehesten noch mit dem schwammigen Wörtchen Pop zu fassen kriegt.

Da Booka Shade mit diesem Sound eben ihr drittes Studioalbum in fünf Jahren produziert haben, laden Merziger und Kammermeier zum Gespräch in ihr Studio in Berlin Prenzlauer Berg, drei Etagen unterhalb des Büros ihres Labels Get Physical. Die beiden sind in bester Plauderlaune, schließlich dürfen sie die Pflichtübung namens Interviewmarathon endlich auch mal in ihrer Muttersprache absolvieren. Denn während sich das Publikum von Australien bis in die - für Dance Music notorisch schwierigen - USA auf Konzerten, bei College-Radios und auch in den Charts begeistert zeigte, lief die Booka-Shade-Erfolgsmaschinerie in Deutschland eher langsam an. "Wir waren hier einfach nicht so präsent und haben erst mal das Ausland abgedeckt. Wenn du Angebote aus Leipzig und aus Los Angeles hast, sagst du natürlich: Dann mach ich erst eine Amerika-Tour", erzählt Walter Merziger, während er auf einem Sofa an trockenen Croissants knabbert, links und rechts von sich zwei enorme Boxen, hinter denen Goldene Schallplatten verschimmeln.


Paul Brtschitsch
06/2008

Hallo Paul! Wir genießen momentan vorfreudig die ersten Sommertage. Wie verbringst du für gewöhnlich die warme Jahreszeit?

Leider verbringe ich wie im Winter auch sehr viel von meiner Zeit im Studio. Aber die Zeit, die zwischen dem Produzieren bleibt, versuche ich im Park zu verbringen, oder mit Kurztrips ins schöne Brandenburger Land.

Du bist momentan wieder sehr umtriebig. Nachdem du im vergangenen Jahr ein neues Label gegründet hast machst du jetzt als Produzent von Anja Schneider`s Debutalbum von dir reden. Wie kam es zu dieser Kollaboration und was macht sie für dich interessant?

In einem Shuttlebus von Berlin zu einer Party in Burg Stargard, um es ganz genau zu sagen. Dort haben wir uns nach Jahren wieder getroffen und entschieden, zusammen ins Studio zu gehen. Daraus entstand dann „Loop de Mer / Belize“. Das war Ende letzten Sommers. Seitdem haben wir drei weitere Remixe, eine Maxi und das Anja Schneider Album produziert. Daraus kann man zumindest schließen, dass ein gewisser „flow“ in unserer Zusammenarbeit besteht. Das ist auch etwas, was ich an Anja schätze, die Fähigkeit schnell über die Zutaten die in einem Titel vorkommen sollen entscheiden zu können. Das Einstreuen aus der Sicht als Dj, die die Tanzböden der Welt beschallt, spielt hierbei natürlich auch eine extrem wichtige Rolle. Kurzum es besteht ein guter Synergieeffekt.

Das Thema Kollaborationen ist für dich seit jeher prägend. Was waren für dich wichtige Punkte, die in Zusammenarbeit stattfanden? Was kannst du uns zu diesem Thema für die Zukunft verraten?

Ich arbeite sehr gerne mit anderen im Studio. Mir gefällt der Spass, aber auch die Auf und Ab´s. Während der Entstehung eines Titels zu teilen, bringt im Team für mich mehr Freude. Am liebsten natürlich dann, wenn eine gemeinsame Vorstellung besteht, wohin die Produktion eigentlich gehen soll. Mit André Galluzzi hat das sehr lange Zeit sehr gut funktioniert. Auch die Downbeat-Projekte Atmo/Brtschitsch und Beese/Brtschitsch haben mir viel gebracht. Demnächst gibt es neben meiner eigenen Veröffentlichung auf dem niederländischen Label „Wolfskuil“ Co-Produktionen mit Dave Turov und Cio D´or zu hören.

Elementar für alle deine Produktionen ist der besondere und unverwechselbare Bezug zu Melodie und Gefühl. Tatsächlich kann man dich als Vorzeigemusiker für sinnliche Elektronik betrachten. Ist dieser Aspekt beabsichtigt und wenn ja was bedeutet er dir?

Die Musik in der Elektronik ist für mich das Dach auf dem Haus. Bildlich gesprochen, die Krone vom Baum. Im Keller grooven Beat und Bass, aber ich brauche zum glücklich sein noch etwas darüber. Das sind die harmonischen Elemente, die eigentliche Musik. Ich stelle an meine Musik den Anspruch, dass es mich auch auf herkömmlichen Boxen anspricht, da ich nicht im Club produziere. Außerdem finde ich es einfach beeindruckend, wenn Emotionen die Möglichkeit haben, mit einer riesigen Power durch massive Clubanlagen die Leute zu erreichen. Grundsätzlich versuche ich für mich kalte, dilettantische und zu „weiß“ geratene elektronische Einflüsse zu umgehen.

Deine Auftritte als Live Act zeichnen sich durch eine große Besonderheit aus. Im Zeitalter von Final Scratch und Traktor verzichtest du bewusst auf einen Laptop und arbeitest ausschließlich mit Maschinen. Wiederum ein angenehmes Zeichen von Herzblut in deinem Schaffen. Was sind für dich die Vorteile der analogen Technik?

Es ist zuerst einmal die Unvorhersehbarkeit, die durch eine analoge Arbeitsweise gefördert wird. Dies vermisse ich des öfteren bei Laptop Live-Acts. Das Einzige, was hierbei unvorhersehbar bleibt, ist, dass die Kiste irgendwann abstürzen könnte. Aber natürlich gibt es auch da Unterschiede, vom E-Mail-Leser bis zum Laptop-Rocker habe ich alles schon gesehen. Ich mag es einfach lieber klassisch, mit viel anfassen und der Garantie, dass es immer irgendwie anders sein wird, bewusst dem, dass dies bestimmt auch mit z.B. Ableton möglich ist. Ich denke dennoch, dass das Publikum beim handmade Live-Act einfach mehr zu sehen bekommt.

Wie schon erwähnt startest du seit Mitte 2007 erneut mit deinem eigenen Label Rootknox durch. Erzähl uns doch etwas über die Intension dieser Plattform und wie sich Rootknox von anderen Labels unterscheidet.

Hinter Rootknox steht die Philosophie eines heranwachsenden Baumes, übertragen auf die eines Labels. Das heißt, dass in alle Richtungen gewachsen werden darf; sowohl vom Medium her auf denen Produktionen erscheinen, als auch im stilistischen Sinne. Es soll eine Plattform für Musiker sein, die Wert auf den Inhalt Ihrer Produktionen legen. Von außen kann und soll beobachtet werden, wie dieser Baum zukünftig seine Verwurzelung findet. Aus diesem Grunde gibt es vorerst auch nur digitale Release. Rootknox steht für erdige Musik, mit warmem elektronischem Klang. Hier geht es um bouncende Grooves mit der Seele schwarzen Funks. Die Tracks sind mit Feinsinnigkeit, Ideenreichtum und Kraft bunt gefärbt und erzählen Geschichten von der Urkraft der elektronischen Musik. Wir bezeichnen diesen analog ausschweifenden akustischen Bilderreichtum als „Natronic“.

Dein Tourkalender ist für die Zukunft sehr umfangreich. Eine angenehme Besonderheit ist jedoch, dass deine Auftritte stets gut ausgesucht sind. Wie möchtest du dich als Solokünstler künftig positionieren und welchen Kontext scheust du generell?

Ich bin froh, dass ich mich hierbei auf die professionelle Hilfe von Claudi und Ihrer „Pearls“ Booking Agentur verlassen kann. Ich habe natürlich meine bevorzugten Clubs, in denen ich gerne spiele. Wichtig ist mir hierbei nach wie vor das Tönen der Anlage. Ich sehe mich in Clubs, die etwas dafür unternehmen, ihrem Publikum die richtige Mischung aus Künstlern und Musik zu präsentieren, auch wenn sie dafür gewisse Risiken eingehen müssen. Das sind genau die Clubs und Veranstalter, die zum Erhalt des Ganzen beitragen werden. Es gibt viele „Autohändler“ in der Branche und so habe ich auch schon oft in Regionen gespielt, in denen fast ausschließlich nach Hypes, Trends, Profit und Coolness Faktor gebucht wurde. Leider hört das Publikum dort dann auch nicht mehr auf die Musik, sondern eher auf den inszenierten Status jener Musikschaffenden, die Ihr Zugedröhntes gegenüber Beschallen . In solchen Läden würde ich jedenfalls in Zukunft nicht mehr so gerne auftreten. Ich mag nette Orte mit Leuten, die ihren musikalischen Geschmack nach dem Herzen entscheiden.

In Vorbereitung deiner Auftritte auf Festivals wie Sonne Mond Sterne oder der Fusion spielst du am 21.06.08 beim Coconut Beatclub Open Air in Ludwigsfelde. Was erwartet uns dort von dir?

Euch erwartet mein erstes für die Open Air Saison angerichtetes Live-Menü. Mit viel Sonne und Luft, aber natürlich auch eine Vorschau auf Titel, die in naher Zukunft erscheinen werden. Ich freue mich darauf!


Housemeister
05/2008

Housemeister – Who is that Noize?
neues album ende mai auf allyoucanbeat

Hi Housi, wie geht’s dir?

fein, ich bin gerade zurück aus Tokio, ich war eine Woche in Japan und hab im dicksten und ältesten Club von Japan dem Womb, mit Japans größtem dj Takkyu Ishino bei seiner „Sterne“ Party gespielt und es war einfach nur der Wahnsinn. Ich liebe Tokio! Ich war nun das zweite mal dort, hab im 23sten Stock direkt in Shibuya Centrum gewohnt und das alles auch noch in der zeit der Kirschblüten, dort im Roboterland. Ein Traum. Außerdem hab ich mein zweites Album fertig und freu mich drüber…hehe

Was wird uns neues und spannendes auf deinem neuen Album erwarten??

Also erstmal gibt’s nen Haufen neue Housemeister Tracks =) diesmal mit mehr Electro, noch mehr Witz, ich lach mich tot, mehr Abwechslung und mehr Computergames-Techno. Alles Enlarged halt. und auf keinen fall minimized und auch nicht reduced...

Der Album-Titel ist ja „who is that Noize“. Was willst du uns damit sagen?

„Who is that Noize“ ist globish, die neue Weltsprache bestehend aus 1500 Wörtern. Das ist die Sprache mit der die ganze Welt spricht, sei es im urlaub oder hier in einem Club in Berlin. Wir stehlen den Ami´s und Engländer ihre Sprache und bauen uns eine eigene. Den Satzbau gibt es so gar nicht und trotzdem versteht es jeder auf der Welt. tieferer Sinn? Nö! nur cool;)

Warum erscheint das Neue nicht auf BoysNoize Records? Hat das irgendwelche tieferen Gründe?

Ja es steckt etwas mehr dahinter. Boysnoize hätte es auch gerne raus gebracht, aber ich wollte es auf meinem eigenen Label allyoucanbeat machen, welches ich zusammen mit Velten Doering betreibe. Das hat folgende Hintergründe... jedes Album auf einem Label stärkt das Label, es wird populärer, man bekommt deutlich mehr Aufmerksamkeit und danach ist das Label weltweit viel bekannter und verkauft bei nachfolgenden Singles dementsprechend mehr. Eins kann ich euch sagen, nen Album selber raus zubringen, dass macht echt viel mehr arbeit, als ich angenommen hatte, mal ganz abgesehen vom benötigten Kleingeld, aber es läuft alles sehr gut. =)

Bist du mit deinem Ergebnis zufrieden bzw. gab es auch schon mal Momente wo du dir gesagt hast, hätte ich mal lieber noch das ein oder andere Detail verändert??

Das eine oder andere Detail verändert ??? Ich hab das Album circa 200 mal, wahrscheinlich aber viel öfter in allen erdenklichen Lebenslagen gehört und ständig was verändert und optimiert: Tracks raus, Tracks rein, neuer Ablauf. Da verliert man auch schon mal den Faden, aber ich bin sehr zu frieden! An Tracks selber verändere ich meist nichts, das sind alles Maschinensessions, im Flow live-recordet. Wenn du was schneidest, dann ist die Luft raus...

Neben deinen lustigen Figuren die immer im Layout deiner Platten oder wackelbildvisitenkarten auftauchen, hast du bei deinem neuen LP-Cover eine housikopf-Roboter-Montage. Wie kommt man eigentlich auf solche krassen Ideen? Bist du am Layout selbst mit beteiligt oder gibst du nur die Vorgaben in welche Richtung es laufen soll??

Ich mach das Layout komlett selbst. Grafik macht mir spass! Es ist wie im Studio ein schönes Spiel, man muss sich nur einen Sinn und Regeln ausdenken. Ich habe mittlerweile Bilder-libarys auf meinem Rechner, die sind fast so gross, wie meine Soundliberys. Die Ideen kommen bei mir immer intuitiv. Ich mach einfach und Mixe das was ich habe, wie bei einem Dj-Set, außerdem lass ich mich gerne inspirieren. Denn wer inspiriert werden will, hat verstanden!

When you like it, then buy the vinyl – ein Statement deiner MySpace-Seite. Wie siehst du den aktuellen Musikmarkt, sieht es wirklich so schlimm aus wie alle sagen?

Ich will Vinyl verkaufen, ich lege auch nur mit Schallplatten auf, jetzt können welche sagen, hier...der könnte ja mal nen bisschen aufmachen

Kann man sagen dass ein Vertrieb über Beatport, also Download-Portale bald wichtiger ist, als über Platten und CDs??

Ich wieß, die Realität scheint so zu sein und wir verdienen auch wirklich gut an Beatport, für mich ist allerdings jede fertige Platte, die ich in den Händen halte eine Art Trophähe. Ich kann sie in 20 Jahren irgendwo wieder finden, sie altert mit mir und nutzt sich ab, sie klingt 1000mal besser als jedes MP3 und sie sieht gut aus=)
Wir arbeiten extra mit Vollfarbcovern und Bonustracks auf dem Vinyl, die es bei Beatport nicht gibt.

what´s up next?

Gerad ist ein feiner Remix von mir für Boysnoize´s don’t believe the hype rausgekommen…. dann kommt am 30.sten Mai “who is that noize” und dann!!! Kommen die Remixe=) das erste Mal in meiner Laufbahn werden Tracks von mir geremixt… darf noch nicht verraten von wem, aber es wird Dick! Ausserdem spiel ich bald ne kleine Nebenrolle, nämlich mich selbst in Hannes Stöhr´s neuem Film “Berlin calling” mit Paul Kalkbrenner und Henriette Müller. Kommt im Oktober in die deutschen Kino´s.


Northern Lite
05/2008

Kraft, Einsamkeit und die ruhige Dynamik endloser Wiederkehr sind die Hauptthemen des neuen Albums „Superblack“. Aber was verbindet diese Eigenschaften mit der Band?

Es sind alles Faktoren die unser tägliches Dasein betreffen und spiegeln quasi Teile des Alltags der gesamten Band wieder.

Was wollt ihr euren Hörern mit „Superblack“ sagen? Laut eurer Beschreibung auf MySpace ist schwarz ja keine Farbe. Wollt ihr mit dem Album sagen das ihr noch da seid?

Natürlich sind wir noch da!

Drückt „Superblack“ eurer Meinung nach eine ehr gedrückte Stimmung aus?

SB ist eher von melancholischer Stimmung. Eine gewisse Leere geht daraus hervor, die auf das Tourleben zurückzuführen ist, wo die meisten Songs auch entstanden sind. Die guten Songs entstehen sehr oft bei gedrückter, depressiver Stimmung. Man darf das aber nicht als negative betrachten.

Seit 2001 habt ihr ja schon 6 Alben produziert, zusammen mit euren jetzigen. Was hat sich seitdem für euch verändert? Ich denke euer Sound hat mehr vom elektronischen Sound entfernt. Ist das bewusst geschehen oder gab dafür Gründe?

Das sehen wir nicht so. Das Album ist sehr elektronisch und auch die Nr 5 und nicht die 6..;-)

Wie verpackt ihr ein ganzes Jahr in einem Song, wie es bei „Nowhere“ der Fall ist??

Indem es ein Stück ist, welches nicht an einem Tag entstanden ist, sondern den Zeitraum eines Jahres benötigte, um vollendet zu werden. Stück für Stück eben so wie eine Geschichte, die schreibt man ja auch nicht an einem Tag.

Wer ist Chris Isaak und in welcher Verbindung steht er mit dem neuen Album?

Chris Issak ist ein amerikanischer Country Sänger der mit dem Hit „Blue Hotel“ weltweit berühmt geworden ist. Dies zu covern wäre zu nahe liegend gewesen, deshalb haben wir uns für „Please“ entschieden.

Drücken die Straßen Amerikas wirklich so viel Weite und Verlorenheit aus, wie ihr es in „Please“ beschreibt?

Keine Ahnung, dies hat Chris ja geschrieben und nicht wir.

Kräftig und rastlos sagt ihr selbst über euer Album, ist bei euch auch der Sound härter geworden?

Wohl eher kräftiger als härter.

Könnt uns eine grobe Übersicht über den Bilderzyklus von „Superblack“ geben?

Diese Frage geht an Erik Niedling, unseren Artwork Director. www.erikniedling.com

Passend zu eurem neuen Album gibt es wieder eine Album-Release-Tour in diesem Jahr die sich durch ganz Europa und Deutschland ziehen wird. Wenn ich das richtig sehe, seid ihr bis August jedes Wochenende unterwegs. Ist es nicht verdammt anstrengend jede Woche wieder fit zu sein und die Tour von neuen aufleben zu lassen?

Auf der einen Seite stimmt das, aber deshalb macht man das ja. Die Musik muss ja unter die Leute gebracht werden und durch das Feedback der Leute sammelt man ja auch im Gegenzug wieder Energie.

Auch Chapeau Claque ist als Support mit auf eurer Tour dabei, wird es den ein oder anderen Songs wieder im Zusammenspiel geben?

Man sollte denselben Witz nicht zweimal erzählen. Produktionstechnisch greifen wir der netten Dame natürlich weiterhin gern unter die Arme, da sie für uns ein absolutes Ausnahme-Talent ist.

Wie seht ihr die bisherige Resonanz auf euer neues Album?

Positiv, aber SB ist noch zu neu, um das jetzt schon komplett reflektieren zu können.

Seit kurzem habt ihr einen neuen Gitaristen bei euch in der Band. War er am neuen Album schon mit beteiligt?

Nein.

Was ist eurer Meinung nach das Highlight auf eurer Superblack-Tour 08??

Das können wir jetzt noch nicht sagen, da die Tour gerade erst angefangen hat. Der Open Air auf der Slawenburg wird aber bestimmt eins!

Ist ein Vertrieb bei Beatport und anderen Download-Portalen auch vorgesehen?

Das Album gibt’s bei allen Downloadportalen.

Wie sieht es eigentlich bei euren Bookings bzw. Album-Verkäufen im Ausland aus?

Das Album gibt’s bis jetzt nur in GSA zu kaufen. Die Bookings wachsen aber stetig.

Ist und bleibt 1st Decade Records das Label für euere Releases?

Absolut!


Kriek
05/2008

Anlässlich der 8-jährigen BRB-ALLSTARS TOUR, holte sich die Redaktion vom Line-up Magazin den Resident und Headquarter DJ vom Tresor Berlin für ein Interview an den Tisch. Kriek ist ein Urgestein und ein absoluter Geheimtipp in der Technoszene. Er begann bereits 1995 mit dem Auflegen und ist seit 1998 Headquarter und seit 2000 Resident im Tresor Berlin. Seine erste Release erschien im Jahr 2000 auf Tresor Berlin 174 HQ Compilation. In Jahr 2007 zur Wiedereröffnung des Tresor Berlins erschien die erste Tresor Mix CD, welche, wie sollte es auch ders sein, von Kriek persönlich gemixt wurde. Seit 1996 ist er als DJ in den Clubs und Events in Germany und Europa unterwegs.
Offen stand er im Interview Rede und Antwort…

Du bist in Berlin mittlerweile mit deinen Auftritten nicht mehr wegzudenken, was hast du in Zukunft alles geplant?

Toll, wenn ich nicht mehr wegzudenken bin, wird wohl auch in Zukunft ohne Plan funktionieren.

Du hast einen erfolgreichen Aufstieg hinter Dir! Wie man weiß, bist du seit 10 Jahren Headquarter vom Tresor/ Berlin, also seit mehreren Jahren in Partybusiness, was hast du vorher gemacht?

Ich habe in einer Fabrik, die für einen Internetshop „weißes“ Pulver, also Spee und Persil, produziert und verpackt haben, die Maschinen instand gehalten.

Headquarter! Was heißt bzw. bedeutet das eigentlich?

Die Headquarter (HQ’s) des Tresor’s sind jene DJ´s, die bei den Mittwochsveranstaltungen „New Faces“ und selbige durch den Abend begleiten. Zum größten Teil haben sie als New Faces ihre Karriere im Tresor begonnen. So auch ich. Für jeden Mittwoch im Monat gibt es einen HQ, der dann der verantwortliche DJ des Abends ist und der die neuen DJ´s sozusagen betreut, einschätzt und wenn es sein muss, auch entlässt. Letzteres kommt glücklicherweise nicht so oft vor.
Außerdem legt er an seinem Mittwoch selber auf. Nach Möglichkeit mit Vorbildwirkung. Im Laufe der Zeit gibt es immer wieder HQ’s, die, aus welchen Gründen auch immer, die Aufgabe nicht mehr wahrnehmen können oder wollen und dadurch die fähigsten New Faces nachrücken.
Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltungsreihe 1995 von DJ Niplz, der nach längerer schwerer Krankheit 2001 verstorben ist. Die Booking - Manager waren dann Tollstoi (1995), Pacou (1995-1997), Dash (1997-2000) und seit 2000 DJ Baeks. Viele heut erfolgreiche Live Acts und DJ´s haben als New Faces bzw. Headquarter ihre Laufbahn begonnen und sind heute, wie z.B. Alexander Kowalski, Mack, Dry, Dash, Pacou, Sender Berlin, feste Bestandteile der Szene.

Ich musste mich ganz schön anstrengen, um überhaupt einige Sachen über Dich inErfahrung zu bringen. Im Internet fand ich einen Beitrag zum „Schaltstufe"-Projekt (www.schaltstufe13.de). Ich fand heraus, dass du eine Reihe von live PA gigs mit dem "Schaltstufe"-Projekt durchgeführt hast. Was für Gigs waren das und gibt es derzeit noch andere Live-Auftritte dieser Art?

Stimmt, da habe ich mich mal Live auf einer „Schaltstufenparty“ versucht. Es war aber nicht wirklich ausgereift und für mehr fehlte mir bisher die Zeit. Ich bin durch meine DJ Gigs ziemlich ausgelastet. In Zukunft habe ich schon vor, auch „live“ von mir hören zu lassen.

Verrate uns, in welche Musikrichtung deine „Live“ - Auftritte gehen werden bzw. was von Dir zu erwarten bleibt! zu Musikrichtung „live“:

Soviel kann und möchte ich dazu noch nicht sagen, aber es wird auf jeden Fall gut zu tanzender Techno sein, in dem ich dasselbe zum Ausdruck bringen möchte, wie auch in meinen Dj-Sets.


SO36!! Du ist dort Resident? Wie bist dazu gekommen?



Im SO36 haben die Headquarter bei den Electricballroom - Veranstaltungen das WarmUp gestaltet und hin und wieder auch mal das Nachtprogramm. Heute gibt es die Verifed Veranstaltungen am 1. Montag jeden Monats, bei denen auch Techno groß geschrieben wird und so werden auch bei diesen Partys DJ´s aus dem alten Headquarterbestand eingeladen. Ich habe in diesem Jahr bei der ersten Party dort aufgelegt. Danke Wimpy und Grüsse an das Verifedteam, Es war mal wieder schön bei Euch.



Wie würdest Du deine Musik bezeichnen und was ist das Besondere an deiner

Musik?



Ich würde meine Musik erstmal als Techno bezeichnen. In Berlin und Umgebung als hart und experimentell gehandelt und weiter südlich, vor allem im Osten Deutschlands schon nur noch als experimentell. Mir liegt viel daran, den Leuten zu geben, was ich für möglich halte. Nämlich sie in eine gewisse Trance zu tragen und ihnen ein musikalisches Erlebnis zu bieten, welches mit einer minimalen Barbeschallung nichts mehr zu tun hat und auch durch ähnliche nicht zu erreichen ist. Dafür nutze ich gern Elemente und Tracks, die außerhalb dieses Konzeptes für viele

unverständlich oder zu radikal wirken.



Inwiefern radikal und unverständlich. Das ist großer Erklärungsbedarf nötig… Her mit den Info’s…



Da ist keine weitere Erklärung möglich, es sei denn auf dem Dancefloor oder unter www.tresorberlin.com (mp3 mixseries Vol.1)



Gibt es irgendwelche Acts, Künstler mit denen du sehr gerne zusammenarbeitest?



Die Liste der Acts und DJ´s mit denen ich gerne zusammenarbeite, ist ziemlich lang. Da sind schon wieder die Headquarter, die Alten, die noch den Namen tragen und die jetzt aktiven und die Tresorcrew an sich. Außerdem bin ich gerne mit Neil Landstrumm unterwegs, der für meinen Geschmack, die z.Z.. besten Liveacts präsentiert, Subhaed, sprich Jeason Leach and Phil, der im letzten Jahr verstorben ist, Bill Youngmann, Hanno Hinkelbein, Bastian W. von der Leveltraumacrew und Jerome Hill, einer der Besten hinter den Decks.



Wie man weiß, ist ein DJ-Leben nicht gerade einfach oder unanstrengend, heute hier morgen dort. Wie ist es für dich wenn Du ständig unterwegs bist?



Das mühseligste am DJ-Leben ist für mich nicht das Reisen an sich. Da habe ich größtenteils viel Spaß dran. Sondern der Fakt, das ich diese Zeit nicht mit meiner Familie verbringen kann.



Als was willst Du in der Gesellschaft gesehen werden?



Die Gesellschaft ist mir nicht gleichgültig. Trotzdem ist es mir egal als wen oder was sie mich sieht. Ich habe da keine Vorstellung oder Wünsche.



Gab es eine Situation in Deinem Leben, die Dich am meisten geprägt hat? Menschen, Auftritte etc.



Es gab in meinem Leben sicher viele Situationen oder Menschen die mich geprägt haben. Welche am meisten kann ich so auf Anhieb nicht sagen. Müsste ich mal darüber meditieren oder entsprechende chemische Schlüssel nutzen. Auf dem Dancefloor war es auf jeden Fall Claude Young vor Jahren im E-Werk oder immer wieder Autechre, bei denen ich erleben durfte wie sich Nirvana anfühlt.



Wie hältst Du sich auf dem Laufenden? Musik technisch, Politik, Allgemeines



Die meisten Infos, die ich zum Leben benötige, erlange ich inzwischen aus dem Internet oder dem Radio.



Du wirst meistens als Urgestein und Geheimtipp der Technoszene geadelt? Wie ehst Du damit um und was bedeutet das für Dich?



Geheimtipp klingt ganz nett. Urgestein, weiß nicht. Da kenne ich noch urigesteine, ich bin ja 1995/96 erst dazu gestoßen. Hat eh für mein Dasein nicht so die Bedeutung.





Erzähle uns, welcher Stellenwert für Dich der Tresor hat? Du bist schließlich einer on den Residents. Gibt es gravierende Unterschiede zum „alten“ Tresor? Wie ist derzeit die eiermentalität der Partycrowd?



Der Tresor ist meine Homebase. Ich bin mit dem Sound, den das Label und der Club räsentieren, ja erst zu meiner Definition von Techno gelangt. Damals waren das z.B. Relases von Cristian Vogel: „Asolute Time“, „Busca Invisebles“, „bady mapping“, „all music has come to an end” oder Neil Landstrumms „Pro Audio“, „Beathrooms and City“ und Acts wie Sudhead oder Jamie Lidell. Da taten sich Welten auf. Viele Tracks nutzte ich immer noch gern und möchte sie nicht missen. Der gravierendste Unterschied vom „alten“ zum „neuen“ Club ist, glaube ich, die Größe und der Standort. Musikalisch hat sich der Club zum Glück nicht dem Trend gebeugt und präsentiert nach wie vor, wie kein anderer Club, in dem schönsten mir bekannten Keller der Stadt, den Techno pur und kompromisslos. Die Feiermentalität der Partycrowd hat sich im Vergleich zum alten Club nicht wesentlich verändert. Da der Tresor, auch schon damals, Menschen aus aller Welt anzieht, gibt es

demzufolge auch Unterschiede zwischen den stattfinden Partys. Bei den meisten ist die Stimmung, wie ich sie von einer guten Technoparty erwarte, also auf denen sich die Leute, unabhängig ihrer sozialen oder geographischen Herkunft, wohl fühlen und dem Techno hingeben. Ich mag es nicht wenn Menschen, nur weil sie nicht aussehen als wären sie im Multimedia Bereich tätig, nicht den aktuellen Trend verfolgen und vielleicht dazu noch einen vernünftigen Beruf haben, an der Tür aus selektiert werden. Eine Selektion an der Tür ist schon wichtig, die

sich aber, wie auch im Tresor, auf Nazis und Stresser beschränken sollte.


Heinrichs & Hirtenfellner
05/2008

Woher stammen eure Artistnamen??

Unsere Artistnamen sind ganz einfach unsere Familiennamen, ausgesprochen klingen die interessant genug, denken wir. Manche haben Schwierigkeiten die auszusprechen, das klingt dann oftmals echt lustig.

Worin seht ihr das Geheimnis eures Erfolges?

Das muss man zuerst die fragen die unsere Musik kaufen und das zu dem machen was sie heute ist.
Das Geheimnis ist vielleicht die Vielfältigkeit und die Qualität unserer Musik.
Wichtig für uns war schon immer sich so ausleben zu können wie man den Moment erlebt und gerade fühlt, zu machen worauf man Lust hat. Wir denken nicht daran Musik zu produzieren welche man in eine Schublade stecken kann und die Freunde der Musik sagen „oh typisch H&H“. Einige meinen wir machen minimale Musik, doch das sehen wir ein wenig anders.

Wie hält man sich als Künstler immer aktuell?

Wichtig ist es sich zu entwickeln, musikalische Höhepunkte zu setzen und sich etwas zu zutrauen.
Die Masse an Produktionen heutzutage ist gigantisch, sich ein wenig abzuheben kann nicht schaden.
Man muss es nicht allen rechtmachen und sollte mit Kritik umgehen können.

Seit wann gibt es euch in der Konstellation Heinrichs & Hirtenfellner? Habt ihr davor schon Solo-Projekte gehabt?

Wir beide sammelten glücklicher Weise unsere Erfahrungen schon früh genug als Solo Künstler
und konnten viele Dinge für unser Projekt seit 2003 mit einbringen. Aus Fehlern haben wir gelernt, die ja jeder durchleben muss.

Selbst Größen wie Richie Hawtin haben eure Tracks in ihrem Koffer! Wie erklärt ihr euch das?

Uns freut es immer wieder zu davon zu hören wenn andere Künstler unsere Tracks spielen.
Das streichelt das Selbstbewusstsein und bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Erklären kann man das nicht :o). Solche Reaktionen geben uns die nötige Motivation am Ball zu bleiben.

Wenn man sich eure Releases der letzten Jahre anschaut, stellt man fest dass 2007 eurer Jahr war. Satte 13 Releases gehen auf euer Konto in diesem Jahr unter anderem auf Supdub, Lordag, Karate Klub, Tom Clark’s Highgrade, Style Rockets, Get Physical, Popnorama und Mis. Das sind 16 Labels mit euren Releases. Wie sind diese Kontakte zu Stande gekommen?

Mit unserer ersten Supdub fing es an für uns erfolgreich zu werden und wir dachten jetzt bekommen wir bestimmt Anfragen oder es würde leichter werden auf anderen Labels zu releasen. Dem war nicht so. Der gute Oscar von Karate Club war der Erste der in unserer Musik Potential sah und Tracks von uns veröffentlichte. Dann schickten wir auch Demos an Tom Clark der nach einiger Zeit zusagte, uns bei seinem renomierten Berliner Label Highgrade Records aufnahm und anschließend kam die „Psychology of a Tone“. Diesen beiden Herren sind wir besonders dankbar. Danach ging es Schlag auf Schlag und somit kamen eine Menge Vö´s und Remixe heraus.

Bei all diesen Releases frag ich mich gerade ob ihr die meiste Zeit im Studio sitzt?
Sind die Veröffentlichungen des letzten Jahres auch in diesem produziert worden oder waren sie schon länger im Archiv vorhanden?

Tag für Tag verbringen wir die meiste Zeit im Studio, tatsächlich funktioniert es auch nur so. Alle Produktionen kommen frisch auf den Teller, das bedeutet, wir haben kaum Tracks die wir aus ner Ansammlung ziehen können. Ideen die manchmal noch nicht ausgereift sind werden dann schon mal später verarbeitet.

Auch für 2008 steht wieder ein breites Programm an Produktionen und Remixen auf den Plan. Bleibt da überhaupt noch Zeit für andere Sachen?

In diesem Jahr konzentrieren wir uns auf die wesentlichen Sachen und versuchen unseren Hauptlabels (Highgrade, Karate Club und Supdub) und uns gerecht zu werden. Ziel ist es nicht zu viel H&H Produktionen zu liefern sondern mehr innovative und vielschichtige Musik zu machen, interessant zu bleiben und die Qualität zu halten oder gar noch zu verbessern. Außer ein wenig Sport bleiben uns nicht viele Abwechslungen oder Freizeit.

Wann seid ihr euch sicher dass ein von euch produzierter Track Pressbereit ist?

Ganz einfach… Wenn er fett klingt, alle zappeln und das Label sagt „yes“.

Läuft man nicht bei einer großen Anzahl von Releases Gefahr dass man plötzlich nicht mehr erfolgreich ist?

Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Wie schon gesagt, wir werden uns Raum schaffen, mehr Aufmerksamkeit auf Qualität und Abwechslung legen und nicht den Spaß verlieren. Das merken die Leute da draußen, wir möchten echt bleiben und nichts von dem verlieren was uns ausmacht.

Mit der Highgrade Tour 2008 seid ihr von April bis Juni ziemlich weiträumig unterwegs, Berlin bis Madrid oder auch in Moskau. Welche Erfahrungen werdet ihr dadurch erlangen?

Tom Clark ist ein sehr anspruchsvoller Mensch, mit Liebe zum Detail. So wurde auch die Tour geplant. Wir lernen neue Clubs und Menschen kennen und profitieren von den Erfahrungen der gesamten Crew. Clark, Dreier, Bond, Phage, Bodine und Format B. sind schon ne Weile dabei. Dieser Teamgeist und Zusammenhalt ist wichtig für uns. Das bedeutet auch eine gewisse Verantwortung die wir tragen, wir spielen in vielen Städten und geben unser Bestes. Spaß und Stress liegen hier nah beieinander und diese Erfahrungen die wir dann sammeln werden sich in Zukunft bemerkbar machen.

Eurer Techik-Rider verspricht eine 3-Turntable-2Mixer-1Laptop-Akrobatik bei euren Sets. Wie kann man sich das ungefähr vorstellen, Liveact-DJ-Set?

Nun ja, mit dem Laptop kommen frische neue Tracks von uns auf den Teller, gemischt mit Loops und anderen Platten die wir einfach geil finden. Das bedeutet mehr Freiheit und Action für uns und dem Publikum. Das schwarze Gold mit Timecodeplatten, eine gute Mischung wie wir denken.

Wie schafft ihr eure einzigartige Atmosphäre von musikalischer Präsenz, wie ihr selber sagt?

Ergreifende Melodien, fette Beats, vocalfetzen, hypnotische und treibende Sounds auf dem Dancefloor, feiernde Gäste, gutes Licht und Gänsehautstimmung. Das alles ergibt eine fantastische Atmosphäre die wir bieten möchten.

Beschreibt doch mal das aktuelle Szeneumfeld in dem ihr euch befindet! Wie schätzt ihr die Leute musiktechnisch ein?

Die Szene lächtzt nach kleinen intimen Partys auf denen es einfach abgeht. Musikalisch sind die Geschmäcker so verschieden das man es nicht einschätzen mag. Unser Umfeld ist stabil und kollegial, interessante Projekte bieten sich an und zusammen sind wir stark. Hört sich das zu altbacken an? Egal, so siehts mal aus. J

Wann ist für euch ein Abend erfolgreich gelaufen?

Wenn die Gäste sich anfangen zu bedanken für nen schönes Set und der Veranstalter zufrieden ist.

Was ist euer nächst größeres Ziel für die Zukunft, was ihr vor Augen habt?

Im April eine Mix Cd auf Playmate….
Eine neue Highgrade Records im Juni….
Ein tolles Album im Oktober/ November auf Karate. Darauf freuen wir uns besonders. Auf 2 Vinyls kommen die fettesten Kracher und zusätzlich ne Cd mit einigen ruhigen Ausbrüchen. Man darf gespannt sein…..


Tony Rohr
05/2008

Du hast während des Summers eine ganze Menge Gigs gehabt, unter anderem auch in Chris Liebing’s Spinclub, Ende September. Was denkst du über diese Insel?

Ich liebe Ibiza. Es ist dort wirklich schön und ruhig auf der einen Seite, aber auch total verrückt und chaotisch auf der anderen Seite.
Wenn die Leute dort weg gehen sind sie voller Energie und bereit für alles, das ideale Publikum. Als ich dort im September des letzten Jahres gespielt zur Closing-Party habe war es tatsächlich kalt in Ibiza! Verrückt oder?

Vor einigen Monaten bist du Vater geworden, was hat sich seitdem für dich geändert?

Alles. Die Zeit in denen ich Dummheiten gemacht habe, sind jetzt vorbei. Andere Prioritäten stehen jetzt im Vordergrund.

Ist es nicht anstrengend so viel zu reisen? Du fliegst doch fast jedes Wochenende über den Atlantik?

Das ist der schlechte Teil vom „Job“. Die meisten Leute arbeiten 8 Stunden pro Tag in der Woche für einen „Scheißjob“. Ich fliege 8 Stunden nach Europa und 8 Stunden wieder zurück. Das sind 16 Stunden gar nicht so schlechte Arbeit, für etwas was ich gerne mache. Der Jetlag ist jetzt für mich etwas ganz normales. Hehe!

Du verbringst so viel Zeit mit reisen, wie schlägst du die lange Zeit bei deinen Flügen tot?

Die meiste Zeit schlafe ich und lese ich. Ha! Ein wirklich gutes Buch bei jedem Flug ist für mich ein Muss.

Wäre es für dich eine Möglichkeit nach Europa zu kommen? Viele amerikanische Künstler haben das schon gemacht, warum bleibst du in New York?

New York ist meine Leidenschaft, meine Inspiration. Es ist was mich vorantreibt, voranbringt. Meine Freunde und meine Familie leben dort. Wenn ich auch weiterhin hier leben kann und das machen kann was ich liebe (Musik), dann mache ich das auch. Europa ist ein finanziell und politisch besserer Platz für Künstler. Ich verstehe schon warum die Leute rüber gehen, aber ich bin der Lage hier zu leben, also werde ich das auch tun. Das Problem ist auch das in Amerika meine Seele ist. Wenn ich von hier weg gehen würde, dann würde ich einen Teil von mir vermissen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe Europa, aber New York ist nun mal meine Heimat.

Wie ist die Technoszene in New York? Gibt es gute Partys? Spielst du dort auch öfters?

Die Partys werden hierzu Lande immer besser ehrlich gesagt. Wir haben zwar keine großen Clubs wie das in Europa das der Fall ist, jedoch gibt es auch kleine coole Veranstaltungen. Ich spiele nicht so oft in den US weil ich zu beschäftigt bin, u.a. in Europa und im Studio.

Du betreibst ja dein eigenes Label „Tora Tora Tora“, was wird uns demnächst dort erwarten?

Das ist ein Missverständnis weil ich nicht wirklich selber das Label betreibe. Dietrich Schoenemann macht dies. Ich bin einer der „Berater“ für das Label. Ich höre mir neue Musik an und empfehle neue Künstler auf diesem Weg weiter. Das ist die eine Sache. Manchmal erstelle ich auch Sticker für Label-Jacken, jedoch ist es nicht mein eigenes Label.

Was sind deine Pläne für deine eigenen Produktionen?

Immer mehr Musik machen.

Du betreibst zusammen mit Tim Xavier das erfolgreiche Projekt „Afternoon Coffee Boys“. Woher stammt der Name dafür?

Genau wie der Name schon sagt. Tim wohnte 2 Blöcke weiter von mir und ich bin oft rüber gegangen um uns auf eine Tasse am Nachmittag zu treffen. Wir haben uns immer Kaffee von Rocky’s geholt und haben dann über Computer, Musik, Filme und der Welt philosophiert. Alles begann wirklich mehr als eine Art Plauderrunde am Nachmittag, als wir uns dachten: “Hey, lass uns versuchen Musik zusammen zu machen “. Der Name war eigentlich nur ein Arbeitsname fürs erste, ein kleiner Spaß von uns.

Wie würdest du dein aktuelles Liveset beschreiben?

Uptempo minimal jacky-ness mit einer Briese von guten alten Techno, alles verpackt in einer Pille mit der du dein Gehirn in Schwung bringen kannst.

Next dates Deutschland:

05.04. milaro pres. go ahead @ Lindenpark / Potsdam


Gene Farris
04/2008

Farris hat mit seinen Produktionen einen Rekord aufgestellt und seine riesige Discographie von über 40 Produktionen ist ein Testament für wahre Chicago House-Sounds. Sein einzigartige gewandt DJ-Style von ihm wird geprägt durch melodische Blenden mit vielfältigen Variationen. Die House-Music ist zweifellos Farris seine Leidenschaft, die ihm zu seinen Studio-Kreationen verhilft. Inspiriert von den Kindern aus seiner Nachbarschaft in Chicago, fing er im zarten Alter von zwölf mit dem aufzulegen an. Inspiriert wurde er dabei durch Größen wie Ron Hardy, Prince, und Roy Ayers. Er entwickelte eine eigene Mischung aus Funk, Disco, Soul, Elemente der achtziger Jahre, kombiniert mit Pop-Ikonen wie Duran Duran. Auch heute noch kann man die Klänge von Disco in seinem Stil hören. Schon in jungen Jahren war Farris ständig in Bewegung. Durch Mix-Tapes für seine Freunde, kamen diese in viele berühmte Plattenläden in der Umgebung wie Gramophone. Farris seine Spinning-Fähigkeiten im Umgang mit dem Vinyl entwickelten sich sehr schnell. Aber nicht nur sein Stil & seine Fähigkeiten entwickelten sich, sondern auch seine Bekanntheit wuchs schnell. Nach unzähligen Party-Nächten in der Nachbarschaft ermöglichte er sich einen Kindheitstraum, einen Warmup-Slot für die legendären Ron Hardy und Ron Carrol Veranstaltungen im örtlichen AKA Club.
Am Anfang der neunziger Jahre wurde Gene Farris ein wichtiger Artist in der blühenden Chicago House-Szene. Farris begann ab diesen Zeitpunkt an seine eigenen Tracks zu produzieren. Seine ersten Produktionen waren sehr loopig und treibend. Zu dieser Zeit kam gerade ein neues Label namens Relief Records (von Green Velvet). Durch seinen Freund Ron Trent kam Farris mit seinem harten Schlagflächigen Melodien zu Relief Records. Sein Sound war damals perfekt für den frühen Relief-Sound. Mit seiner House-Musik wurde Geschichte geschrieben, als Farris seine Demos bei Relief Records aufgenommen hat. Im Büro von Relief war zu dieser Zeit ein weiterer junger Chicagoer-DJ namens Sneak, der auch gerade sein erstes Demo fertig aufgenommen hatte. Sneak & Farris zeichneten beide ihre Tracks. Die „Farris Wheel EP“ wurde Farris sein Debüt-Release für Relief-Recordings 1994. Gene Farris bildete zusammen mit gleich gesinnten Musikern wie Sneak, Paul Johnson, Derrick Carter, DJ Rush, Ron Trent, Boo Williams und Glen den Underground von Chicago, diese neue Welle lies schon bald die Bekanntheit der DJs und Produzenten ordentlich ansteigen. Die „Farris Wheel EP“ war der Beginn einer erfolgreichen Produktions-Karriere. Seitdem hat er mehr als 50 Produktionen auf seinem Konto zu verzeichnen, welche eine Spannweite von einigen der Top-House-Plattenfirmen in der Welt haben, wie Soma, Om, Defected, Fluential, Large und Def Mix, um hier nur einige zu nennen. Seine Produktionen wurden im Vergleich gestellt zu Sneak, Glenn Underground, Moodyman, Kevin Yost, und Cassius. Er wurde auch konsequent in die Top 100 der weltbesten DJs eingeordnet für die letzten zehn Jahre. Sein DJ-Stil ist funky, schmutzig und sexy mit groovenden Beats. Gene spielte in mehr als 25 Länder, 80 Städte, in einigen der Top-Clubs in den Städten der Welt. Hier sind einige der Top-Clubs, welche er bereits besucht hat: Ministry of Sound (London), The End (London), Back To Basics (Leeds), Amnesia (Ibiza), Manumission (Ibiza), The Arches (Schottland), Die Sub Club (Schottland), Crobar (Chicago, Miami), The Kink (Australien), Centro Fly (New York), Government (Toronto), Ruby Sky (San Francisco), Glanz (Irland), Rex (Paris), Cafe Danvers (Belgien), Panama (Amsterdam) und H2O (Belgien).
Er ist derzeit auch damit beschäftigt seine drei erfolgreichen Plattenlabels wie Farriswheel Recordings, Farriswheel Limited, Industry-Recordings zu unterhalten.
Die Kennzeichen des Labels sind einige der Top-Produzenten in der House-Szene, die für ihre hochwertigen Produktionen bekannt sind wie: Glenn Underground, Sneak, Miguel Migs, Jamie Anderson, Boo Williams, Demarkus Lewis, Greenkeeper, Yousef, und Onionz.

Wie bist du letztenendes auflegen gekommen?

Als ich das erste Mal Platten gemixt habe, war ich 11 Jahre alt gewesen, aber vor richtigem Club-Publikum habe ich erst mit 17 gespielt. Ja, also das, denke ich, war die Geburtsstunde von mir als DJ.

Wer gab dir diese Inspiration, deine Freunde aus der Nachbarschaft?

Meine musikalische Inspiration geht zurück in die Tage und den Ort wo ich aufgewachsen bin, als ich House-Musik von Lil Louis und Ron Hardy gehört habe, gar keine Frage. Ich stellte mir immer damals vor, dass ich selbst vor dem Publikum stehe und auflege. Die Location war zu dieser Zeit das Bismark Hotel in Chicago, der Ort wo LiL Louis und Armando (R.I.P.) ihren Sound geprägt haben.

Was hältst du die legendären Parties von Ron Hardy und Ron Carrol?

Der alte A.K.A. Club war in der Broadway Ave, glaub ich? Es waren dort wirklich sehr schöne Parties gewesen und natürlich mein Anfang zu jungen Jahren. Jedoch habe ich meinen wirklichen Ursprung gefunden in einem Club der sich „The Powerhouse” nennt. Es war 1990, wo ich dort zusammen mit Ron Carrol, D.J. Rush und Boo Williams gespielt habe. Ich habe wirklich gute Erinnerungen an diese großartigen Parties.

Was sind deine aktuellen Projekte?

Zurzeit arbeite ich an einem Album mit neuen Material, was sich “The Throwblack Album” nennt. Ich denke es wird erscheinen vor Ende diesen Jahres.

Was war deine erstes Produktions-Tool, als du mit dem produzieren begonnen hast?

Es war mein Roland 303 und mein Roland 909.

Hast du dein erstes Release auf “Relief Records” (Green Velvet’s Label) veröffentlicht?

Ja, es war damals 1994 gewesen.

Was war deine beste Party in der bisherigen Laufbahn?

Hmmm, mit dieser Sache will ich mich jetzt nicht unbedingt festlegen, ich denke das die meisten Parties wirklich gut waren, alle hatten etwas für sich auf ihre eigene Art und Weise. Jedoch gab es da eine Party die besonders hervorragend war, die „Love Parade Berlin 1996“, als ich vor über 150 000 Leute gespielt habe, was wirklich unglaublich.

Was wird uns bei deinem nächsten Release erwarten?

Die Rückkehr des wahren Gene Farris - Sound mit einem Upgrade von Schwung!

Woher kommen deine Ideen für deine Produktionen?

Es hängt vom Projekt ab, es wechselt sich öfters ab, und manchmal wache ich mit einer Idee auf und renne sofort ins Studio. An manchen Tagen musst du für Stunden im Studio sitzen um den magischen Sound zu finden. Man weiß es nie so genau.

Hattest du schon jemals keine Ideen als du einen Tracks produziert hast?

Hmm, ich denke bis jetzt noch nicht. Ha ha!

Ich habe auf deiner Myspace-Seite eine Comic-Figure gesehen. Wer ist das, der Bruder von Superman?

Neiiiinnnnnnnnn, er ist der „Green Lantern”, ich bin der Bruder von Superman, haha, der letzte schwarze Kryptonier, haha :-)

Bist du ein großer Fan?

Ich bin ein großer Comic-Fan seit klein auf, meine Helden waren X-Men und Superman.

Warum spielst du so wenig in Deutschland?

Ich weiß es nicht!!! Ich habe so oft versucht wie möglich dort zu spielen und hatte eine Zeit lang auch eine Residency im Tresor für eine gewisse Zeit, leider weiß ich aber nicht was passiert ist, ich hoffe das es sich wieder ändert. J

In wie fern arbeitest du mit mit Sneak zusammen?

Wir arbeiten nicht wirklich zusammen, jeder macht sein eigenes Ding. Er macht seins, ich mache meins.

Hast du noch Kontakt mit Green Velvet?

Ja, Curtis und ich verstehen uns wirklich gut, er ist ein guter Kerl und ich weiß auch noch das er meine erste Platte bei sich raus gebracht hat auf meinen Label, das werde ich niemals vergessen.

Was kannst du uns über dein aktuelles Album - “A decade of beats” erzählen?

Ich denke es ist soweit ganz cool, aber es ist mehr ein Remix-Album von älteren Tracks. Das Album was am Ende des Jahres erscheint wird nur mit Original-Tracks bestückt sein. J

Wie war dein letzter Eindruck vom Summer Spirit 2005? Kannst du dich noch erinnern?

Böse!! Ich hatte eine aufregende Zeit und jeder liebte die Musik. Kurz gesagt: Ich hatte dort ein paar wunderbare Stunden. :-)

Wann können wir dich das nächste Mal in Deutschland hören?

Im Tresor Club am 12.April 2008! Wir sehen uns dort.


Marco Remus

Als Künstler deiner Größe hat man ja schon viele großartige Dinge im Leben erreicht. Wie siehst du deine Weiterentwicklung bzw. kann man überhaupt noch mehr erreichen oder bist du mit der Gegenwart zufrieden?

Man entwickelt sich immer weiter und so ist es auch bei mir. Ich bin kein Mensch der mit sich und mit dem was er tut zufrieden ist… wäre auch falsch denn dann lässt du es schleifen… Glücklich bin ich aber schon mit dem was ich erreichen durfte, nur ich will immer mehr und immer neues erleben…

Ich konnte nicht dran vorbei sehen, dass du deinen Wohnsitz in die Niederlande verlagert hast! Woher kommt die Entscheidung? Hat das etwas mit der Entwicklung der Technoszene dort zu tun?

Nein überhaupt nicht. Ich bin wegen meiner Freundin nach Holland gegangen denn sie kommt von da. Musikalisch bin ich ja weltweit zu Hause und da ist es auch egal ob ich in Deutschland lebe oder in Holland….

Ich kenne viele ältere Leute mit Lebenserfahrung, die der Meinung sind das der Techno an sich nicht standhaft bleiben wird, dass soll heißen, das sich in 50-100 Jahren nur noch wenige Leute an Produktionen kleinerer Produzenten von heute erinnern werden. Jeder von uns kann sich zum Bespiel heute noch an gewisse Komponisten wie Bach oder Mozart erinnern, und kennt vielleicht sogar grob noch dessen Lieder. Was meinst du dazu? Ist das wirklich so?

Ja da denk ich auch so drüber….. in der zeit von Mozart und Bach gab es nie so viele die Musik gemacht haben und ich denke deshalb ist es auch einfacher zu behaupten dass diese Jungs Musikgeschichte geschrieben haben. Heutzutage ist Musik ein dicker Begleiter in deinem Leben und somit auch Generationen abhängig…. Jeder Mensch hat seine Geschichte mit Musik in seiner Generation. Ich find es toll für mich selbst dass ich auch bei so manchen eine Begleitung sein darf… Macht Spaß.

Warum kam es für dich damals nicht in Frage in einer Band zu spielen, wie dein Vater es, sondern gleich die Richtung der elektronischen Musik zu folgen?

Mein Daddy hat es mir zwar in die Wiege gelegt, aber musikalisch war er nie mein Vorbild, da er ja ne ganz andere Generation ist wie ich. Ne Band hatte ich mal ausprobiert aber da musst du dich auch auf alle anderen darin verlassen können und das war das Schwierige für mich…. Als DJ bist du grundlegend dein eigener Herr und bestimmst allein über deinen Weg. Das heißt du kannst machen wonach dir der Sinn steht.

Welche Impressionen hast du noch vom Ziegelei Club in Sömmerda von damals noch mit auf den Weg genommen?

Die Ziegelei Sömmerda war in den 90igern Jahren eines der Underground Location in Thüringen… Dort hatte in Sachen elektronischer Musik für mich alles angefangen. Niemals werde ich diese Zeit vergessen und bis heute begleitet mich diese Story.

Kann man sagen dass das Jahr 1995 dein Durchbruchsjahr für dich war?

Ja in gewisser Art und Weise schon denn da habe ich mich ja entschieden weg vom Hip Hop zu gehen um mit House-Musik anzufangen…. Und bis heut ist es ja auch dabei geblieben, nur meine Musikstil hat sich nochmals verändert (Weiterentwicklung).

Man kann zunehmend auf deinen Releases bei Nerven durchwachsende Produktionen in verschiedene Richtungen hören! Setzt du mehr auf Vielfalt im Genré?

Oh ehrlich gesagt mache ich mir diese Gedanken nicht beim produzieren ist eher Zufall das es sich mehr und mehr nach verwischenden Musikstilen anhört. Ich produziere immer aus dem Bauch heraus und der ist ja bekanntlich groß.

Wenn ich deinen Namen höre dann fällt mir immer wieder das Wort „Technogladiator“ ein. Wie bist du darauf gekommen? Gibt es eine Geschichte die dich mit diesem Wort verbindet?

Ja die Story begann nachdem ich den Film Gladiators gesehen hab. In diesen Film wurde sehr gut erläutert, dass man immer zu kämpfen hat und niemals aufgeben sollte…. Das ist der Grund für Technogladiator….. kämpfen bis zum Schluss und dabei ist es nicht wichtig zu gewinnen oder zu verlieren allein sich dran zu erinnern alles gegeben zu haben ist der Grund zum fighten.

Steuerst du die Vocals zu deinen Tracks selbst dazu?

Manchmal ich selbst aber manchmal auch samples….

Wann kann man dich das nächste Mal in Ost-Deutschland hören?

Ich bin gerade auf Tour mit DJ Rush und diese Tour geht nur durch die Eastside.


16.Feb.2008 Circus Zelt Köthen / DE
23.Feb.2008 Centrum Erfurt / DE
22.Mrz.2008 The Base³³ Schacksdorf, Finsterwalde / DE
28.Mrz.2008 Kontor Aircamp Kyritz / DE
03.Mai.2008 Tresor Berlin / DE
29.Aug.2008 Summer Spirit 08 Niedergörsdorf / DE

Was steckt hinter der Brothers Connection Tour?

Rush und ich sind schon sehr lang befreundet und machen auch immer wieder gemeinsame Projekte wie releases oder Auftritte…. Uns verbindet so was wie ne Bruderstory…. Wie lachen und feiern gemeinsam aber kennen uns auch in schlechten oder traurigen Momenten und ich denke das es diese Tour auch so wieder geben wird.

Wie muss man sich euer Dj-Set vorstellen wenn du mit Rush den ganzen Abend zusammen spielst?

Hahahahaha auf jeden fall sehr spontan… Wir sprechen uns nicht ab was wir tun sondern saugen die Energie vom Club auf um dann durch zu starten…. Ist immer wieder ne Überraschung für alle auch für uns selbst.


Die Technik schreitet ja immer weiter voran in der Entwicklung. Mir ist aufgefallen das du desöfteren deine Laptop zur Hand hast. Setzt bei deiner Musik viel auf Computertechnik?

Ja eigentlich schon immer wenn ich produziere dann mit 80% software und 20% hardware… ich arbeite seit Jahren schon mit Reason und Ableton und ich denke das ist auch nur zeitgemäß… kenne echt kaum noch welche die analog arbeiten…

Dein Label Nerven ist ja schon seit mehreren Jahren ein beständiges Epos der Technoszene. Kann man mit Produzieren heutzutage überhaupt noch Geld verdienen?

Nein…. Wobei ich auch nie ans große Geld bei meinem Label dachte, sondern ich es eher als Plattform für viele neue Geschichten ins Leben gerufen hatte… Schau an und nun landen wir 2008 bei der 50igsten Release…

Wie stehst du zu Newcomer ohne Label & Bookingagentur?

Wenn er an sich glaubt und den biss zu diesen Business aufbringt kann alles klappen…. Nichts ist unmöglich solang der Selbstglaube da ist.


Dj Oscar
02/2008

Seit 1994 ist Oscar als DJ, Produzent und Veranstalter aktiv.
Nach zahlreichen erfolgreichen Events und einem eigenen Club (Nugroove Club - 1997-2002), wurde es 2003 Zeit, sich neuen Aufgaben zu widmen. Somit gründete Oscar das Label Karatemusik und ein Jahr später das Imprint für undergroundigere Klänge: KarateKlub.Neben seinen Releases auf den eigenen Labels, ist er auch auf anderen Plattformen tätig. So veröffentlicht Oscar regelmäßig auf Confused von Oliver Huntemann, Lordag Records aus Norwegen oder dem Hamburger Label WAS-Kids. Im Frühjahr 2008 erscheint seine erste Mix-Compilation: Fresh Kicks auf KarateKlub.
Weiterhin stehen diverse Releases und Remixe an, u.a. auf dem Londoner Label Perc-Tracks.


Du hast 1994 begonnen aktiv im Bereich elektronischer Musik werden. Wie bist du dazu gekommen gleich 3 Tätigkeiten mit einmal auszuüben?
Naja, das kam nicht alles auf einmal. Zuerst war da die Faszination für elektronische Musik und das DJ-Sein. Das ging so im Alter von 12/13 Jahren bei mir los. Anfang der 90er gab es ja noch keinen Händler für DJ-Equipment und das Internet war auch nicht selbstverständlich. Mein erstes Equipment: Ein alter RFT Plattenspieler und ein normaler Hifi-Plattenspieler – beide pitchbar. Dazwischen stand so was Ähnliches wie ein Mischpult. Platten gab es nur im WOM in Magdeburg. Da bin ich dann einmal im Monat mit dem Zug hin und habe mein ganzes Taschengeld auf den Kopf gehauen. Aber viel schwieriger war eigentlich das „Wie“. Klingt bescheuert, aber ein Workshop in der BRAVO mit Marusha über das Auflegen hat mir sehr weitergeholfen. ;-) Ab 1994 hatte ich dann die Möglichkeit regelmäßig aufzulegen. Meist private oder illegale Sachen (Subbase Gardelegen, usw.). Dann kamen irgendwann eigene Veranstaltungen, Club und viel später die Labels und das Produzieren eigener Tracks.

Gibt es deinen 1997 gegründeten „Nugroove Club“ noch? Wenn nein was ist damit passiert?

Nein, den gibt es leider nicht mehr. Der Club wurde von meinem alten Schulfreund Henning und mir betrieben. Sein Vater hatte damals diese alte Heizstation, wo wir uns voll austoben durften. Natürlich war die Stadt damit nicht so einverstanden und hat immer wieder versucht, uns da wegzubekommen. 2002, glaube ich, hatten sie es dann auch geschafft. Mittlerweile ist die Halle abgerissen. Schade drum.
Was verkörpern deinen eigenen Labels KarateMusik und KarateKlub? Weich und hart?
KarateMusik ist eine Plattform für Tracks, die eher die Masse ansprechen sollen. Egal ob House-DJ, Electro oder Techno DJ, da ist für jeden was dabei und die Releases sind auf vielen verschiedenen Floors willkommen und passend.
KarateKlub ist dagegen etwas spezieller. Das Ziel ist klar definiert und Genreverschiebungen innerhalb des Labels gibt es hier fast nie. Auf unserer KarateKlub-Myspace-Seite gibt es ein Video, in dem Richie Hawtin eine unserer letzten Platten im Watergate Berlin spielt und die Leute gehen voll ab! Das ist das Ziel! J
Bist du mit Eigenproduktionen auf beiden Labels vertreten, bevorzugst du eins mehr als das andere?
Produktionen gibt es von mir auf beiden Labels. Gerade bei Karatemusik habe ich anfangs viel gemacht. Mein Sound hat sich aber in eine andere Richtung entwickelt, der besser zu KarateKlub passt. Somit bevorzuge ich als Produzent KarateKlub. Als Labelbetreiber sind mir aber beide wichtig!
Was bringt ein eigenes Label alles an Arbeit mit sich? Kann man das Betreiben dieses überhaupt noch als Nebentätig ausüben oder ist ein Fulltimejob dafür notwendig?

Ein Label (oder zwei) zu betreiben, ist eigentlich ein Fulltimejob. Zum Glück mache ich das nicht alles alleine, sondern bekomme Unterstützung von Jens, mein Labelpartner der ersten Stunde, und Jenn.Es gibt viel zu Koordinieren zwischen Vertrieb, Presswerk, Mastering & Schnitt und Online-Portalen. Dann natürlich noch Promotion, online und offline, und die klassischen Aufgaben im Betrieb wie Buchhaltung und Lager. Nicht zu vergessen die Künstlerbetreuung, Verträge, Lizenzierungen, GEMA, Artwork und und und.


In der heutigen Zeit ist es ja durchaus kein Problem sein eigenes Label zu Gründen, die Schwierigkeit liegt darin es über mehrere Jahre zu etablieren oder?

Der Vinylmarkt wird nicht gerade größer, aber trotzdem kommen ständig neue Labels dazu. Die digitalen Verkäufe kompensieren nur einen Teil der fehlenden Plattenverkäufe. Um als Label das Vertrauen der DJs und Käufer zu bekommen, sind Beständigkeit und Qualität absolut entscheidend. Daher überlegen wir mittlerweile sehr genau, ob wir einen Release machen oder nicht. Bisher kann ich jedoch sagen, dass sich beide Labels tapfer schlagen und konstant gute Verkaufszahlen aufweisen.

Bei KarateKlub blickt man mittlerweile auf 23 Releases zurück. Was wird zukünftig noch kommen?

Bei Karatemusik sind es sogar schon 30 Releases! ;-)
Auf KarateKlub kommt der zweite Release von Blood & Tears mit einem echt fetten Remix von Perc (Kompakt / Drumcode). Dann folgen zu der Mix-CD „Fresh Kicks“ zwei Releases von mir mit einem Remix von Jens Zimmermann.
Weiterhin in der Pipeline: Neues von Ron Flatter, Heinrichs & Hirtenfellner und Jenn.


Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Huntemanns bekannten Label „Confused“ gekommen?

Oliver ist damals total auf meine Karatemusik 4 abgefahren. Er hat mich direkt angeschrieben und nach Demos gefragt.
Daraufhin ist dann „Freak Inside“ mit Gui Boratto Remix erschienen und kurz danach der zweite Release „Rakete / Teufelsmaschine“.

Ich denke dass sich der Sound von „Confused“ stark verändert hat in den letzten Monaten. Wie siehst du das?

Kann ich nicht viel zu sagen, da es ja nicht mein Label ist. Ich denke, Confused ist musikalisch immer noch mit viel Electro-Einfluss am Start. Die richtige Plattform für Künstler wie Kiko, Oxia oder Huntemann selbst. Zurzeit ist dort keine weitere EP von mir geplant. Die Zusammenarbeit lief bestens, aber mein aktueller Sound und der Sound von Confused finden momentan nicht zusammen.


Was sagst du zur Problematik des „MP3-Releases“ per Download (Beatport) früher erhältlich sind als die gleichen Produktionen auf Vinyl?

Da sind wir ganz klar „pro Vinyl“: Das heißt: 14 Tage nach Vö des Vinyls wird erst Digital veröffentlicht. So machen es mittlerweile viele Labels. Die Vertriebe haben dazu aufgerufen und fast alle machen auch mit. Aber das eigentliche Problem ist nicht der digitale Release selbst. Für mich nach wie vor das Schlimmste: illegaler Download. Man steckt immer viel Schweiß und Herzblut in einen neuen Release und findet ihn dann auf irgendwelchen Websites oder per Filesharing zum freien illegalen Download. Man ist machtlos, aber ich find ’s zum kotzen.
Man kann ja auf deinem Label die unterschiedlichsten Künstler finden, wonach gehst du bei der Auswahl dieser Künstler für dein Label und wie können sich Newcomer bei dir bewerben?

Zurzeit nehmen wir keine Newcomer mehr auf. Wir haben in 2007 unseren festen Künstlerstamm gefunden und arbeiten in 2008 verstärkt mit diesen Künstlern. Dadurch wird jeder einzeln mehr gefördert und an das Label gebunden. Gut für beide Seiten. Wichtig ist mir auch, dass man sich gut versteht und gegenseitig vertrauen kann. Wie das in einer gesunden Partnerschaft so üblich ist. ;-) Infos zu den Künstlern und den Releases gibt es auf unserer neu-überarbeiteten Website (www.karateklub.de).


Deine neue Mix-CD, „Fresh Kicks“ wird im April auf KarateKlub erscheinen. Was wird uns dort erwarten?

Viele offizielle Mix-CDs finde ich echt langweilig. Da sind vielleicht 10-12 Tracks drauf, die in den letzten Monaten in jedem Club rauf und runter liefen. So was möchte ich nicht abliefern. Da es für Karateklub und mich die erste CD sein wird, soll es auch was besonderes sein. Neben meinen persönlichen Highlights des Labels und befreundeten Künstlern, werden viele neue und teilweise unveröffentlichte Tracks auf der Compilation zu finden sein. Weiterhin habe ich spezielle Edits von diesen Tracks produziert, die nur so auf der CD zu hören sind. Abwechslung ist mir dabei sehr wichtig, in knapp 74 Minuten gibt es 20 Tracks auf die Ohren. Neben der Mix-CD gibt es auch zwei Vinyl-Releases (Fresh Kicks Part 1 & 2). Dort werden dann jeweils die Tracks mit Remixen ausgekoppelt, die für die CD produziert worden sind.

Wenn man deine Reihen von Releases betrachtet, dann stellt sich mir die Frage ob du lieber im Studio bist als hinter dem Pult?

Ganz klare Antwort: Ich bin der DJ-Typ. Auflegen macht mir einfach wahnsinnigen Spaß!

Auf älteren Presse-Bildern hattest du immer einen Synthi unterm Arm, nen Micro-KORG glaub ich. Gibt es bei deinen Produktionen irgendwelche technischen Vorlieben?

Den habe ich noch. Ist übrigens das einzige „analoge“ Teil in meinem Studio. Technische Vorlieben kann ich gar nicht so benennen. Ich arbeite mit den klassischen Plug-Ins von Arturia und Native Instruments, gerne auch mit den Pluggo-Effekten. Viel ausprobieren, auch wenn mal nix dabei herauskommt. Selten halte ich mich lange an einem Track auf. Wenn es mal nicht so gut läuft, dann fange ich lieber noch mal bei Null an, als ewig an der gleichen hoffnungslosen Baustelle zu schrauben. Einen Tag mal komplett aussetzen hilft auch viel, um die eigenen Produktionen wieder mit der nötigen Objektivität bewerten zu können.
Du bist ja ein Nutzer vom „Final Scratch“ / “Serato Scratch“ – System. Welche Vor- & Nachteile siehst du darin? Teilweise soll die Beatmatch-Funktion so perfekt sein, dass in neueren Versionen sogar absichtlich kleine Abweichungen eingebaut wurden, ist das berechtigt?


Seit einiger Zeit nutze ich Traktor Scratch. In der Vergangenheit war das nie ein Thema für mich. Ich war der Meinung, dass die Performance darunter zu sehr leidet. Die Wahrheit aber ist, dass man mit einem digitalen DJ System viel mehr Möglichkeiten hat, sein Set interessant und abwechslungsreich zu gestalten, sofern man die gebotenen Möglichkeiten nutzt. Auflegen 2.0!


Tom Clark
02/2008

Das E-Werk war ja damals schon eine Legende für sich. Im Großen und Ganzen war alles wie eine große Familie. Wie oder was hast du aus dieser Zeit gelernt?

Diese Zeit hat natürlich maßgeblich meinen Sinn und Geschmack für Clubbing und Musik geprägt. Auch Toleranz und Respekt gegenüber
anders aussehenden und denkenden.

Würdest du dir diese Zeit zurück wünschen?

Nein, die Zeit war phantastisch, aber ich lebe nicht in der Vergangenheit. Heute gibt es genauso gute, wenn nicht so gar bessere Veranstaltungen. Es kommt immer auf die eigene Einstellung an, wenn die positiv ist, kann man
genauso viel Spaß haben wie früher.

Du als Berliner Urgestein hast ja maßgeblich die Entwicklung elektronischer Musik miterlebt. Was hat sich in den letzten 3 Jahren im Wesentlichen verändert?

In den letzten drei Jahren gab es natürlich einen unglaublichen Minimal-Hype. Ich habe den Eindruck dass die Leute, zumindest in Berlin, ganz schön festgefahren sind auf einen Sound. Ich würde mir wünschen dass man auch zur Peaktime mal wieder ein bisschen relaxtere Musik spielen kann.

Du hast ja den Minimal-Hype angesprochen, glaubst du dass sich in ferner Zukunft alles ändern wird (Bewegung in andere Richtungen)?

Also ich glaube nicht das sich die Musik in diesem Jahr drastisch verändern wird.Das pure Minimal-Ding ist auf jeden fall ein bisschen durch, da sind alle Kollegen mit denen ich mich unterhalte der gleichen Meinung. Hypes und Tends wird es immer wieder geben, ich könnte allerdings nicht sagen was das jetzt sein soll. Bestimmt wird es wieder etwas Housiger werden.

Was war das für eine Miniclubnacht die jeden Dienstag lief und letzten Endes entscheidend war für deinen Durchbruch?

Das war ein Abend in einer Bar im damaligen Szene-Bezirk Schöneberg. Dort habe ich mit DJoker Daan angefangen aufzulegen. Da haben mich dann Leute von der Frontpage und vom E-Werk zum ersten Mal gehört.

Gibt es diese “ Miniclubnacht” heute noch in irgendeiner Form?

Nein, allerdings organisiere ich immer wieder Highgrade Labelnächte in den angesagten Clubs der Stadt.

Laut Berliner-Partyvolk gelten deine Abende im Watergate als legendär und als echter Muss bei einem Besuch in der Hauptstadt. Was sagst du dazu?

Ich lege im Watergate regelmäßig seit 4 Jahren auf. Das freut mich natürlich zu hören. Im Berghain/Pannorama Bar wo ich ja auch regelmäßig spiele, habe ich auch wieder angefangen längere Sets zu spielen (4-5 Stunden oder länger), da hat man dann noch mehr Spielraum die Leute zu unterhalten.

Bei solch einer langen Spielzeit muss man sich ja schon ganz schön was einfallen lassen. Auf den meisten Veranstaltungen hat man ja nur die Möglichkeit bis maximal 2 Stunden zu spielen. Gibt es bei dir eine Vorgehensweise was den Aufbau deiner Sets betrifft?

Nicht wirklich. Ich weiß meistens die ersten drei Platten die ich spiele. Das sind Stücke die ich gut kenne und die sich gut mixen lassen. Das hat damit zu tun, weil ich mich erst mal an die Anlage und die Akustik im Raum bzw. Club gewöhnen muss. Alles andere passiert intuitiv oder spontan. Meist überlege ich mir schon vorher ob das Thema des Sets eher etwas Housiger oder Technoider wird. Das hängt dann von der Veranstaltung bzw. vom Club ab.

Bist du im Zeitalter der Technisierung ein mehr für das Bestehende (dem Vinyl) oder eher für Neues in der Technik (Final Scratch)?

Ich betreibe ein Vinyl- Label, somit habe ich natürlich Interesse das es Vinyl noch lange gibt. Ich verschließe mich aber auch nicht den neuen Medien. Ich habe selber zu Hause Serato und benutze es auch ab und zu wenn ich länger irgendwo unterwegs bin. Aber ich bin nun mal Old School und mir liegt es einfach mehr mit Vinyl aufzulegen. DJ zu sein hat für mich auch etwas mit Musik Sammeln zu tun und all meine Musik auf einer Harddisk zu haben, die man mit einem Klick löschen kann, wäre mir dann doch zu risikoreich. Eine Platte kann man auch noch spielen wenn sie ein oder zwei Kratzer hat, eine cd kannst du dann meist gleich in die Tonne hauen.

Warum bist du deiner Meinung nach Resident im legendären Tresor und E-Werk geworden?

Ich war einfach zur richtigen Zeit and der richtigen Stelle. Ich kannte die richtigen Leute und es gab zur der Zeit auch noch nicht so viele DJs.

Gibt es einen Unterschied ob man in der Großstadt produziert oder auf dem Lande? In wie weit beeinflusst Berlin die Musikszene deiner Meinung nach?

Es ist in Berlin natürlich von Vorteil dass man ständig von qualitativ guten Veranstaltungen und Künstlern umgeben ist. Andererseits trübt das auch ein bisschen das Urteilsvermögen und man glaubt Berlin sei das Maß aller Dinge. Wahrscheinlich kann der Produzent aus der Kleinstadt oder vom Lande viel unverkrampfter an seine Produktionen ran gehen. Ich glaube das das nicht wirklich einen großen Unterschied macht woher jemand kommt. Großartige Musik kommt aus allen Teilen Deutschlands und dem Rest der Welt.
Allerdings ist es schon so das Berlin in den letzten Jahren viele Leute beeinflusst hat. Das hat aber mit dem Ganzen drum herum zu tun. Mit der endlosen Party und der Freiheit die man in der Stadt genießt, sich so geben und gehen zu können wie man ist.

Mir ist aufgefallen das immer häufiger deutsche DJs nach Australien gebucht werden, du auch unter anderem. Entwickelt sich die Techno-Kultur in Down-Under erst oder ist diese dort schon länger beständig?

In Australien gab es schon immer eine Techno-Kultur und auch eine Szene und das schon seit Anfang der 90'er. Ich erinnere hierbei nur an HMC von Dirtyhouse Rec. der damals schon auf internationalem Paket unterwegs war. Es gibt dort viele fest etablierte Clubs und Festivals sowie viele kleine Underground Veranstaltungen. Es ist nur so, das die Szene schon sehr klein ist. (Das Riesen Land hat ja nur 20 Millionen Einwohner. Das ist ein viertel von Deutschland)
Man muss wirklich wissen wo die richtig coolen Sachen abgehen.
Inzwischen habe ich schon 5 Touren in Australien gespielt und kenne die Szene dort mittlerweile ganz gut.

Was ist aus deinem 1997 gegründeten Label Gold Plate Music geworden?

Das Label wurde 2000 eingestellt, da ich zum Schluss andere Vorstellungen von Musik und Labelführung hatte als mein Labelpartner.

Ist Laufwerk Musik ein Sub-Label von Highgrade?

Nein, Laufwerk Musik war ein Sublabel von Gold Plate Music und wurde auch 2000 eingestellt.

Welche Künstler willst du mit deiner Plattform Highgrade-Records ansprechen?

Highgrade ist im Grunde genommen ein Berliner Label für Berliner Künstler. Alle Stamm-Künstler wohnen in Berlin oder Umgebung. Mir ist eine nähe zu meinen Künstlern sehr wichtig, eine freundschaftliche Basis, die sich dann auch in der Musik widerspiegelt. Das heißt nicht das wir keine nationalen oder internationalen Künstler wollen, es ist nur so das ich das Label die ganzen Jahre eher als ein Hobby betrieben habe und nicht wie eine Firma. Dabei ist eine Vertrauensbasis sehr wichtig.
In der Zukunft werden wir aber viel internationaler denken und mehr und mehr Internationale Künstler integrieren.

Wohin wird sich Highgrade-Records in den nächsten Jahren hin entwickeln? Entgegen dem Minimal-Trend?

Highgrade war ja noch nie ein "Minimal" - Label. Wir haben uns schon immer irgendwie dazwischen bewegt. Wir werden genau das weiter verfolgen was wir schon immer gemacht haben. Groovy-Techno, Techhouse oder wie auch immer du das nennen möchtest. Deshalb mach ich mir auch keine Gedanken dass unsere Musik vielleicht in einen halben Jahr nicht mehr "Trendy" sein könnte.

Wie kam es zu deiner Kooperation mit Morris/Audio?

Ich habe Stefan Riesen der damals wie heute einige Labels betrieben hat, Tracks geschickt. Die Nummern haben damals jedenfalls nicht so ins Konzept seiner bestehenden Label gepasst, weil sie ehr etwas "Minimaler" waren. Daraufhin hat er kurzer Hand ein neues Label gegründet. Eben Morris/Audio und so kam es das ich das erste Release gemacht habe. Ich habe dann noch 5 weitere Singles und eine LP auf Morris/Audio veröffentlicht.


Irie Electric
01/2008

Man kann dich des Öfteren im Tresor spielen hören. Wie ist dein Eindruck von der neuen Legende in den Berliner Club-Reihen?
Auf Grund der Legende ist ja ein großer Druck mit vielen Erwartungen entstanden.

Ich sehe es als neues Kapitel mit neuen Ideen (zum Beispiel das Museum für elektronische Musik). Einmal im Monat dort zu Spielen ist klasse. Das erste Booking im neuen Club hatte ich zusammen mit Suzi Wong, das war mit Abstand die beste Nachts meines Lebens, da hat einfach alles gestimmt, ich bekomm immer ne Gänsehaut wenn ich dran denke. Das Klima unter den Angestellten ist super, daher fühl ich mich sehr wohl. Musikalisch könnte es noch ein wenig frischer werden, ich glaub manch einer hängt noch etwas an alten Zeiten.


Kannst du uns erzählen was es mit den alten Zeiten so auf sich hat? Früher soll ja angeblich alles besser gewesen sein als heute? Stimmt das?

Von gaaanz alten Zeiten? Wo das alles anfing und ich aufm Schulhof Gummihopse gespielt habe? Das war bestimmt toll =) In jedem Anfang steckt Zauber. Zumal die Umstände derzeit ihren Teil an Euphorie dazu beigetragen haben (Mauerfall). Ich weiß nicht ob es damals wirklich „besser“ war, heute gibt es auf jeden fall ja allein technisch ganz andere Möglichkeiten, die Menge an Daten und die Geschwindigkeit mit der sie übertragbar sind, die Programme und Hardware auch im Mixingbereich haben eine interessante Entwicklung durchlebt und ich bin sehr gespannt was es da alles in Zukunft noch geben wird. Das alles hat den Klang sehr beeinflusst und immer wieder das Spektrum erweitert.
Es gibt damals wie heute Platten die unglaublich gut sind, es liegt an uns ob wir den Zauber halten können.
Symbiostic Kollektives, Unkul und Berlin Underground sind alles Namen die dir weiter geholfen haben bekannter zu werden, doch was steckt eigentlich dahinter? Kannst du uns mehr verraten?

Underground Berlin war für mich der erste tiefere Einblick in die die Szene aus der Plattenspielerperspektive betrachtet, also nicht nur als Gast einer Veranstaltung. Die Partys waren illegal, der Informationsfluss baute sich netzwerkähnlich über eine Homepage und Telefon auf. Das funktionierte. War ne gute Zeit, es ging nicht um Profit – nur um Spaß und Musik.

Die Projekte von Unkul erst als Verein (für Kunst, Kultur und Kommunikation) jetzt als Gbr. widmen sich jungen Künstlern, egal aus welchem Bereich. In den warmen Monaten findet hier wöchentlich der „Klang im Garten“ statt. Das Objekt sowie der Garten sind von „den Unkulen“ mit viel Liebe und in Eigeninitiative (teilweise) renoviert bzw. herausgearbeitet worden. Der persönliche Kontakt zu Gästen spielt eine wichtige Rolle. Auf ihrer Internetseite (unkul.de) könnt ihr mehr über das abwechslungsreiche Programm von Ausstellungen, Partys, Bettenkino, Nachbarschaftsfesten, darstellender Kunst oder VOKÜ erfahren. Unkul hat mich sehr geprägt. Ich hoffe da wird’s noch einiges geben…

Symbiostic radio, übrigens kennengelernt über Unkul, kommt ursprünglich aus Frankfurt / aM, von dort kommt auch der Kopf von Symbiostic Berlin, Cäcilian. Da er nach Berlin gegangen ist haben wir das Glück das er seit nunmehr fast 4 Jahren die elektronische Musikszene auch hier bereichert. Jeden Montag gibt’s ein frisches DJ- oder Live- set, Anfangs durch eher lokale und zum Großteil unbekannte Künstler. Da sich inzwischen eine recht beachtliche Stammhörerschaft von etwa 25.000 angemeldeten Usern plus monatlich etwa 4000 Downloads von unangemeldeten Besuchern zusammengefunden hat spielen heut auch bekanntere Acts wie Agaric (We are), David Keno, Steffan Linzatti (District of Corruption, Eisfach) oder Jorge Savoretti (Mupa, Dumb Unit, Esperanza), natürlich in Symbiose mit dem Nachwuchs und einigen Residents (S.Sic, Kleinlaut, Mathew Choise, Patrick Ronniger, Ireneusz, PTRCK, der Eine und der Andere, 2face, Cäcilien, bitcrusher/atari, jazz, dennis p. johns ….. und irie electric). Vorbeischauen lohnt sich garantiert, hier wird mit viel Leidenschaft Musik verbreitet. Symbiostic.de

In der Zeit vom ewigen Kampf zwischen Diskotheken und Clubs gibt es ja immer wieder einige Zwiespalte in der Clubszene, was verschiedene Lokations betrifft. Wie siehst du das ganze Problem in Hinblick auf Harrys-Corner? Spielt das für dich eine große Rolle oder siehst du das ehr gelassen an?

Ich hatte einen netten Abend dort. Vielleicht ist das Ambiente eher mit einem Jugendclub zu vergleichen, aber in einer Stadt wie Herzberg bieten sich auch nicht so viele Möglichkeiten wie zum Beispiel in Berlin. Dann ist doch gut dass jemand die Initiative ergreift und etwas auf die Beine stellt. Wenn man sich dort auf einen Style fixiert wird man nicht genug Publikum haben um das Ganze am Leben zu erhalten. Das ist ja schon ein Unterschied dazu als wenn es einen „Elektrofloor“ in einer Grossraumdiskothek gibt in der konzeptionell kommerzielle Musik aller Sparten gespielt wird. Da kann ich dann auch nicht davon ausgehen das jemand die Musik versteht die ich spiele, oder sich zumindest damit auseinander setzt. Diesen Eindruck hatte ich bei „Simons Store“ nicht.
Wer dich schon mal gehört hat, der weiß deinen Sound zu schätzen, aber wie setzt sich dein musikalischer Geschmack zusammen?

Von der Dynamik eigentlich recht flexibel, das obere Limit um 135bpm.
Generell darf es nicht zu lustig oder fröhlich klingen, ich mag diese melancholische Stimmung, die Dramatik eines Tracks oder Sets, das geht tiefer und hält auch länger vor. Gern auch nicht immer nur auf die 4, das wird langweilig, es ist herrlich wenn auf einmal etwas Unvorhersehbares passiert und sich nicht immer nur Loops wiederholen. Abgefahrene Töne und Geräusche sind auch sehr ansprechend. Ansonsten ist mein persönlicher Geschmack gut durchmischt, hauptsächlich elektronisch aber nicht ausschließlich.

Eine Frage die dir sicherlich schon öfters gestellt wurde, ist sicherlich wie du es immer schaffst mit deiner Einarm-Technik aufzulegen? Ist es schwer stundenlang mit nur einem Arm zu arbeiten? Sehr beachtliche Leistung

Während ich Spiele eigentlich gar nicht, erst wenn ich nach Hause komme und die Spannung langsam abfällt! =)

Nö. Das geht schon. Ist ja alles eine Gewohnheitsfrage. Leichte Verspannungen sind im Nachhinein mit na kleinen Massage zu beheben.

Wie würdest du den aktuellen Berliner-Sound beschreiben?

Ich geh nicht so viel in die Clubs momentan, von daher kann ich nicht soviel dazu sagen.

Sicher viel Minimal, House, Techno… aber dadurch dass es recht viele sind, Clubs Strömungen und auch Künstler, funktioniert der Austausch mit frischem Sound ziemlich gut, vor allem international. Ein maßgeblicher Teil wird von ja von Außerhalb beigetragen.

Also prägen die Künstler außerhalb von Berlin, nationale & internationale Acts hauptsächlich den Berliner-Sound?

Auf jeden Fall inspirieren sie uns sehr, was gut ankommt wird „kultiviert“. Viele Labels und Künstler lassen sich hier nieder um direkt am Puls zu sein, wer hier seine Wurzeln hat kann sich glücklich schätzen. Anders herum ist es ähnlich, als Berliner erfährt man (inter-)national Interesse.

Als Berliner kennst du ja die Clubszene dort, sowohl als auch in Brandenburg besser wie mach anderer. Gibt es dazwischen einige Unverträglichkeiten zwischen den Partygänger oder kann man generell sagen alles i.O. ist?

Sicher gibt es auch Unverträglichkeiten. Gibt es leider oft wenn viele Menschen auf einander treffen. In einem Club kannst du (meistens) einen kompletten Querschnitt durch die Gesellschaft antreffen. Das schöne daran ist das Musik verbindet, doch die Ansichten können sehr unterschiedlich sein, sicher kannst du einige Gruppierungen auf bestimmte Lokations übertragen und somit gegebenenfalls „selektieren“. Das hat ja auch viel mit Türpolitik zu tun.

Wo du gerade die Türpolitik ansprichst, ich habe ja schon vielerlei Sachen gehört über Einlassregeln und solche Sachen, aber ist das wirklich so „extrem“ wie man immer hört und vor allem warum bildet sich immer häufiger eine „Selektion“?

Das ist schon richtig, aber nicht alle Läden verfolgen eine knallharte Linie. Viele Clubs bauen sich so Ihren „Stammkundenkreis“ auf. Erscheint auf den ersten Blick oberflächlich, macht aber Sinn, denn das Erscheinungsbild eines Menschen sagt recht viel aus, so kannst du als Clubbesucher davon ausgehen das du in guter Gesellschaft bist, das sorgt für eine entspannte Atmosphäre.
Wann steht bei dir der Studiogang an?

Seit Februar 2007 produziert Cäcilian mit mir zusammen. Wir haben uns ja bei Symbiostic Radio kennengelernt und schon einige Veranstaltungen zusammen erlebt und sind Freunde geworden. Unser Projekt heißt served level.

Für mich sind das die ersten ernsthaften Produktionsversuche, Cäcilian überrascht mich immer wieder durch sein schier endloses Hirnkreta und die Sachen die er da drin hat, er macht das schon sehr lange, da muss ich noch viel Lernen. Geschmacklich haben wir uns denk ich getroffen und haben nur sehr selten Differenzen. Das erste Release gibt es auf Schieber productions, ein net – release, schieber net #02 . Ein Vinyl soll folgen, an dem Material dafür arbeiten wir grad.

Wir haben noch nen Remix für S.a.i.k.o´s (Argentinien) Track „Los Nadies“ gemacht.

Wie ist es zu diesem Remix gekommen? Kam der Künstler auf euch ob ihr Lust habt oder wie läuft das Ganze ab?

Wie viele haben wir über ein recht bekanntes Internetforum (Myspace) zueinander gefunden, festgestellt das uns jeweils der Sound des anderen gefällt und man sich sympathisch ist. Durch so ein Forum kommt recht locker ein Kontakt zustande, jemanden persönlich anzusprechen erfordert bestimmt mehr Überwindung, die örtliche Distanz würde es ohne Internet meistens unmöglich machen. S.a.i.k.o hat uns gefragt welcher Track uns gefällt, wir haben uns für „Los Nadies“ entschieden, er hat uns die Sampels geschickt.


Hatte sich nach der Schließung des alten Tresors etwas im Kulturbewusstsein der Leute verändert bzw. wie wurde es aufgenommen?

Schwierige Frage! Ja, Nein, Vielleicht? Das es da einen direkten Zusammenhang gibt halte ich für unwahrscheinlich. Nicht immer steht bei einer Sause durch die Nacht Musik an erster Stelle, für einige scheint es nur eine Beilage zum (gezielten) Kontrollverlust zu sein. Das ist kein schönes Bild, weder bei Gästen noch bei Akteuren. Ich gönne jedem (auch mir selbst) Spaß und jeder hat auch das Recht sich mal gehen zu lassen und aus der Gesellschaft auszuklinken, Maßlosigkeit hingegen ist verantwortungslos. Das betrifft aber nur ein kleiner Teil. Viele schöne Tracks werden jeden Tag von denen produziert die nicht anders können als das zu tun was sie tun, und viele gute Djs legen jede Nacht und zur Afterhour diese Musik auf in der Hoffnung das ein Ohr am Ende der Suche wartet. Und es gibt noch immer viele Ohren die gefüttert werden wollen… im Kreis (ist schwarz und dreht sich).

Der neue Tresor ist nicht bei jedem mit Begeisterung aufgenommen worden, doch im Großen und Ganzen (vor allem im Großen, grinz…) wird sich der Tresor sicher wieder in die Reihen der längerfristig bestehenden Clubs einreihen. Hoffe ich…

Wie bist du zu City of Music gekommen???


Ich fahre jetzt seit über 2 Jahren regelmäßig nach Thüringen, der erste Kontakt entstand durchs Waschlabor. Wir kamen von Anfang an sehr gut miteinander aus, Jay kümmert sich hauptsächlich um meine Bookings im thüringer Raum, ich bin sehr gerne dort. Für den 20.02.08 habe ich „Playin´around the pot“ als Gäste in den Tresor eingeladen, das wird sicher fein!


Next Dates: 18.01. Tresor, 20.o2. Tresor, 29.02. Raumklang

MySpace: myspace.com/irieelectric …. Myspace.com/servedlevel
Booking-Contact: symbiostic.de / cityofmusic.net


Ironbase
01/2008

Er, 29 Jahre alt, braune Haare, braune Augen, harte Musik auf dem Teller, das Wasser steht ihm im Gesicht, ihr seht ihn, er sieht euch nicht, wie in einem schlechten Traum, explodiert der ganze Raum, Maschine Eisenbass rockt
DJ IRONBASE
Dj seit 16 Jahren und immer noch am start!

Kannst du dich an 1996 erinnern, als du das erste Mal ins Rampenlicht getreten bist?

Ja klar kann ich mich daran erinnern. Es war auf einer Party in der Nähe von Bautzen als ich das erste mal auflegen durfte und das erste mal das mein DJ Name auf dem Flyer stand.


Hast du dir durch „Rave Satellite“ deinen Weg nach oben gebannt, oder gibt es andere Schlüsselerlebnisse? Erzähl doch mal ein wenig.

Rave Satellite war natürlich ein Sprungbrett, weil ich durch diese Sendung ein riesiges Publikum erreicht habe. Dadurch habe ich viel Aufmerksamkeit auf mich gezogen. Trotzdem war es mir lieber, vor Publikum zu spielen, weil ich die Leute so von mir besser überzeugen konnte.

Deine Sets sind dafür bekannt eine eigene Atmosphäre zu entwickeln, was kann man sich darunter vorstellen bzw. wie würdest Du es beschreiben für die Leser die Dich bisher noch nicht erlebt haben (für alle anderen erübrigt sich diese Frage sicherlich).
Das Beste was ich dazu sagen kann, ist das für mich zum deejaying nicht nur Platten auflegen gehört, sondern auch körperliches Entertainment gehört. Ich schaffe es das immer irgendwie in meine Sets mit einfließen zu lassen und dadurch sieht man was man hört und man hört was man sieht.

Was ging dir durch den Kopf als du 1999 bei Marusha’s Lava-Party gespielt hast?

Ich konnte es im ersten Moment gar nicht fassen, als ich nach Berlin fahren durfte um aufzulegen. Es war mein erster musikalischer Durchbruch für mich.

Wie bist du zu Euphonic-Records gekommen?

Die Euphonic-Leute sind damals auf mich als DJ aufmerksam geworden und haben mich gefragt, ob ich mal Lust hätte, was mit den Jungs zu produzieren. Da hab ich natürlich nicht nein sagen können und habe mich mit den beiden zusammengesetzt. Mit den beiden meine ich natürlich Steven Möbius Albert und Ralph Kyau.

Nach deinen Erfolg mit „Maschine Eisenbass“ bist du ja um einiges bekannter geworden in der Techno-Szene. Wie stehst du heute zu dem Erfolg von damals?

Der Erfolg brachte viel Stress mit sich. Es gab viele gute Sachen, wie zum Beispiel viele tolle Bookings. Es gab aber auch genau so viele schlechte Sachen, wie zum Beispiel Neider und Unverständnis durch kommerziellen Erfolg.

Nach diesem Hit kamen ja sicher auch zahlreiche Anfragen aus der Diskothekenbranche – die ja gern auf funktionierende Züge aufspringen und wenn sie ausgelutscht sind wieder abspringen. Wie bist du mit diesen umgegangen? Und was würdest Du aus heutiger Sicht anders machen?

Ich samma: Na klar gab es viele Angebote aus Discotheken, aber da sich damals auch viel von der Clubszene in die Diskothek verschoben hat, war es für mich kein Problem. Zum Glück ändert sich das wieder und es entsteht wieder eine eigene Clubkultur.

Kannst Du uns das Geheimnis verraten, wie dieser Hit zum Airplayhit wurde oder gibt es keins und es hat sich einfach so entwickelt?

Die Leute sind auf mein Lied abgegangen. Es gibt kein Geheimnis. Das Lied war ein Spaßlied und ich war selbst sehr erstaunt, wie erfolgreich meine erste Platte war.

Wie bist du auf diesen Songtext gekommen?

Dafür gab es keine Formel. Es ist mir tatsächlich einfach so eingefallen.

Nach deiner letzten Single „Electrosmoker“ hat man nichts weiter von dir gehört, warum eigentlich??


Ich wollte mich einfach wieder auf meine Sache als DJ konzentrieren, weil das produzieren für mich immer nur eine Nebensache gewesen ist. Ich wollte einfach wieder mehr als DJ arbeiten.

Wie hat dich deine musikalische Entwicklung nach 2001 bis heute geprägt?

Meine musikalische Entwicklung prägt mich immer noch und dadurch merke ich natürlich, dass ich als DJ auf dem richtigen Weg war und bin.

Wie genau kam „Kiss the Floor“ zu Stande und was ist der Unterschied zu Ironbase?


Kiss the floor ist entstanden, weil ich bemerkt habe, dass ich zwischendurch auch einfach mal Lust hatte einen Liveact zu machen. Genau das ist auch der Unterschied zu Ironbase. Ironbase bin ich als DJ mit sehr hartem Techno und Kiss the floor bin ich als Liveact, mit eher melodischeren Sachen.


Kann man auf neue Releases von „Ironbase“ oder „Kiss the Floor“ hoffen?


Ich hoffe dass innerhalb der nächsten 2 Jahre wieder etwas erscheinen wird. Denn ich arbeite immer an neuen Sachen.


Gibt es irgendwelche Plattenformen im Netz die du nutzt, MySpace oder so ähnlich?


Och nöö,...


Die Dresdener Techno-Szene ist schon sehr bekannt geworden durch Namen wie „Straße E“ als Techno-Meile Nr.1. Ist das heute auch noch so?


Man hört nur noch wenig aus dieser Region in Dresden (Zumindest wenn es um Techno geht)


In Dresden spielt sich das meiste zurzeit im Triebwerk ab. Dieser Club hat am längsten von allen durchgehalten. Ich finde auch, dass es in Dresden sehr ruhig geworden ist. Hoffe das wird sich wieder ändern.


Hattest du jemals mal den Punkt erreicht, an dem du deine musikalische Karriere an den Nagel hängen wolltest?

Nein, diesen Punkt habe ich noch nie erreicht und werde ich auch nie. Auflegen ist ein Teil meines Lebens und das wird es immer bleiben.


Welcher Club spiegelt für dich noch den Techno von damals in der heutigen Zeit wieder?


Ich finde, dadurch dass sich die Musik immer weiter entwickelt, verändern sich natürlich auch die Clubs. Deshalb kann ich keinen Club nennen der noch den Techno der alten Zeit spielt.


Warst du von Beginn an allein als Künstler unterwegs oder hattest du auch mal Projekte mit anderen Künstlern am Start?


Ich war als Dj immer allein unterwegs, weil ich dass was ich zu erreichen versuchte auch selber erreichen wollte. Ich liebe die musikalische und künstlerische Freiheit.


Bist du noch als Resident im Triebwerk tätig??


Durchaus, aber nur, wenn sie mich dort buchen. (Grüße Zast!)


Groß geworden bist Du ja auch durch das Nostromo in Görlitz. Leider hört man in der heutigen Zeit nicht mehr so viel von diesem doch legendären und recht schicken Club. Welche Clubs im Großraum Görlitz könntest Du unseren Lesern aus Deiner heutigen Sicht ans Herz legen?


Im Undergroundbereich ist das auf jeden Fall das K16 in Löbau. Es gibt nicht mehr viele feste Clubs. Man sollte also einfach auf die Partys achten und ins Line up schauen.


Was würdest Du, als alter Hase (wenn wir dich hier mal so nennen dürfen) den jungen Acts der Szene mit auf den Weg geben, um die Technoszene auch weiterhin erlebenswert zu machen?


Individualität, Experimentieren, nicht einfach nur Platten abspielen, auf die Optik hinterm Dj-Pult achten, musikalische Vielfältigkeit, let me entertain you...und rocken, rocken, rocken...


Gibt es ein unvergessenes DJ-Erlebnis über welches Du unseren Lesern zum Schluss noch berichten möchtest.


Nö...





Vielen Dank für das Interview


Next Dates: 09.02.08 HDV Dahme


Terrence Parker
12/2007

Urgestein, Clubikone & Statement für gut gemachte House Musik.

Neben Remixes für die Pet Shop Boys und Loleatta Holloway ist er selber ein kaum wegdenkbarer Teil unserer Zeit und jener Musik.

Am Anfang stand bei ihm der Hip Hop, unter dem Namen Dj Mixmaster X beglückte er die Leute.


Wie bist du zum House gekommen und wer hat dich dabei inspiriert?


Ich entdeckte die House Musik 1984. Ein Freund brachte ein Mix Tape, vom WBMX Radio in Chicago, mit und ein paar Wochen später machten meine Freunde Don ´Tink`Thomas und Gari Romalis eine House Party für ein paar Schul-Freunde. Das war meine Einführung in die House Musik.


Du hast schon mit vielen Größen zusammen gearbeitet und auch genug eigene Platten raus gebracht, mit wem hat dir die Arbeit am besten gefallen?

Ich genieße es mit großen Musikern zusammen zu arbeiten und es ist schön dem Popigem Sound einen Housigen-Ton zu verpassen. Ich habe kürzlich für Kelly Rowland was gemacht und Lyfe Jennings, Beyonce & Shakira, Omario & Bow Wow und Wyclef & Akon. Meine Lieblings Sachen habe ich mit Gospel Künstlern wie Vickie Winans, Trinitee 57 und Anointed Pace Sisters gemacht.


Wer sind momentan deine persönlicher Lieblings Djs oder Produzenten? Gibt es Musik, die du rauf & runter hören kannst, ohne dass dir dabei Langweilig wird? Hast du jemanden zu dem du aufschaust und der so was wie ein Vorbild für dich ist?


Wenn ich grade kein Dj bin höre ich gerne Jazz, Gospel und den klassischen R&B, Soul &Funk. Quincy Jones ist für mich der Größte, ich mag es wie er jegliche Art von Musik nimmt und daraus etwas gänzlich Neues macht.


Wie sieht es mit deinen neuen Projekten aus? Auf was können wir uns freuen?




Als nächstes kommt Terrence Parker feat. Coco Street- „Hiding In Your Love“-PMW


Terrence Parker-“Praise Inside The Drama”-PMW


Kelly Rowland-“Like This” (Terrence Parker Remix)-Sony


Vickie Winans-“Waiting On Jesus”(Terrence Parker Remixe)-Destiny Joy


Anointed Pace Sisters-“High Praise”(Terrence Parker Remixe)-Superb und


Trinitee 57-“Listen”(Terrence Parker Remixe)- Music World/Sony



Man könnte dich als Weltenbummler bezeichnen, du warst schon in vielen Ländern & Städten unterwegs, wo hat es dir bis jetzt am besten gefallen? Und was magst du an den Deutschen Clubs? Hast du hier ein All Time Favorit?



Es gibt so viel Orte an denen ich gerne als Dj bin, da wäre zum Beispiel Chiba City (Japan), Münster, Hannover, Dresden, Glasgow, London, Liverpool, Lowa City (USA), Los Angeles, Detroit & Toronto. In Deutschland spielte ich gerne im Dockland (Münster) und mein All Time Favorit ist der Tornado Room in Chiba City(Japan).



Wie können wir uns die Szene in deiner Heimat vorstellen, die Leute hier bei uns wissen meistens nicht so viel darüber?


Die Szene in Detroit hat sich in 10 Jahren so verändert. Gute House Partys waren in den großen Clubs, jetzt ist es am besten in den kleinen. In den 80er Jahren begann alles in den kleinen Clubs.


Wie beurteilst du die Entwicklung der elektronischen Musik in den letzten Jahren?




Eigentlich gefällt mir das Fortschreiten der Musik sehr, aber die Leute müssen vorsichtig sein welchen Trends sie folgen. Es gibt viele gute DJs und Produzenten die schöne House Musik gemacht haben aber jetzt zum Electro-House übergegangen sind. Diesen Electro-Style gab es schon in den späten 70er Jahren, aber nun ist es ein populärer Trend und einige DJs spielen es nur um Geld zu machen. Man darf nicht vergessen dass nur ein paar Jahre vorher einige Musiker zum 2-Step/ Speed-Garage gewechselt sind „and look what happened“!!! Man muss darauf achten welchem Trend man folgt. Der Pfad der Rechtschaffenheit ist gerade und schmal.


Jeder Musiker und DJ hat einen Platten „Dealer“ seines Vertrauens, an wen wendest du dich wen mal wieder Platz im Plattenkoffer ist?
Meine bevorzugten Läden sind DanceRecords.com und Juno.co.uk. Diese Geschäfte haben die beste Auswahl, an der Musik die ich gerne spiele, und ihr Service ist großartig.

Du hast sicher einen „Multi Kulturellen Club Überblick“, was unterscheidet das deutsche vom ausländischen Publikum?

Ich habe an so vielen Orten auf dieser Welt gespielt und herausgefunden dass die Menschen eigentlich überall gleich sind. Ich mag es sehr in Deutschland zu spielen, denn die Leute mögen Soul Music! Ich habe einige meiner besten Reaktionen in Deutschland bekommen.

Gibt es eine Houseparty die dir im Gedächtnis bleiben wird?

Die letzte Party im Dockland war eine der besten, aber es war auch sehr traurig. Ich spielte dort 7 Jahre und hatte einige meiner schönsten Momente als DJ. Die Crew die dort arbeitete und die Gäste waren einfach fantastisch. Das Dockland war einer meiner Lieblings Clubs in Deutschland und auf der Welt. Ich vermisse diesen Club und seine Leute.

Du bist viel unterwegs, als Künstler, bleibt da privat noch genug Zeit für andere Sachen? Hast du vielleicht noch ein interessantes Hobby?

Ja klar...meine Familie und ich wir schauen gerne Filme, gehen Bowlen und ich bin ein riesiger Box Fan.

Wie erholst Du dich am besten von dem ganzen Stress, das so ein Musikerleben mit sich bringt?

Ich spreche mit Gott. Das ist das Beste für mich.

Wann bist du mal wieder in good old Germany?
Ich bin am 15.12 im Kraftwerk Lübbenau bei den Leuten vom Sound of Eastside.

Und wem das noch nicht reicht, wo kann man mehr über dich lesen & erfahren?

Die neuesten Infos stelle ich immer auf meine MySpace-Seite www.myspace.com/terrenceparker oder auf www.terrenceparker.net

Vielen Dank das du dir etwas Zeit für uns genommen hast… Alles Gute…Jana_S


kay & zid
11/2007

Wo ihr gerade das Stichwort „Kontest“ höre, würde gern mal wissen wo ihr mitgemacht habt? Wart ihr erfolgreich gewesen?

Kay: Das war 2004 in Lübbenau / 2. Platz und 2005 in Duben / 1. Platz von 10 Teilnehmern.

In letzter Zeit haben viele House-DJ´s in Richtung Minimal gewechselt, woran liegt das? Ich denke es gibt kaum noch House-DJs in unserer Region, die wirklich noch richtigen House spielen ohne Minimal-Geplänkel-Einbindung. Wie seht ihr das Ganze, gibt es noch „the real house music“?
Zid: Vielleicht lassen sich zu viele vom aktuellen Trend beeinflussen. Wenn man ehrlich ist, gibt es doch zum größten Teil keine „richtigen“ Housepartys mehr in unserer Umgebung. Nur noch Minimal, Techno oder Elektro steht auf dem Programm. Eine Veranstaltungsreihe wie die „King Size House Clubbing“ ist bei uns dagegen echt rar. Es sei denn, man macht sich auf den Weg nach Dresden oder in anderen Regionen...

Kay: ... es ist aber auch verdammt schwer am Ball zu bleiben. Wenn du in den Plattenläden gehst oder dich online auf Vinylsuche begibst, wirst du überschwemmt von Minimal etc… Das ist aber auch letztendlich eine Geschmackssache!
Nur zu monoton sollte es nicht werden... wer will schon eine langweilige Party?

Zid: ...uns war von Anfang an klar, dass es für uns nur eine musikalische Richtung gibt. Wir mussten nicht überlegen, ob wir einen Wechsel in eine andere „Subrichtung“ vollziehen.
Ich bin überzeugt, dass es „the real house music“ gibt und immer geben wird.

Für manche steht ja „House-Music“ ganz im Einklang mit Mainstream und Komerz, von Minimal, Elektro und Techno ist meistens nie die Rede. Könnte sich das Blatt in dieser Hinsicht ändern, so dass es zum Seitentausch kommt?

Kay: Minimal & Elekektro spielen eine eher untergeordnete Rolle in unsere Sets. House-Music und Techno haben auch nicht soviel gemeinsam, oder?

Auf eurer MySpace-Seite bin ich auf ein paar Tracks von euch gestoßen, die durchaus gut klingen. Was benutzt ihr beim zusammenfrickeln an Technik & Equipment?
Kay: also üblicherweise zwei Plattenteller, die sich möglichst drehen sollten und ein Mischpult. Was hast du gedacht? Bei 3 CD-Playern sind wir noch nicht gelandet :-)

Zid: ...am liebsten 3 Plattenspieler und 2 Mixer. Da können wir uns schön austoben :-)

Kay: jaaa ... aber keine Angst, wir ziehen uns nicht aus und tanzen wie wild im Kreis.
Zid: haha ... zum Aufnehmen dann ein Laptop oder Md Player. Außerdem haben wir nebenbei noch ein geheimes Projekt zu laufen.

Kay: Das wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten!

Ich dachte eigentlich ihr habt die Tracks dort selber produziert, oder habt ihr diese gemixt?
Kay: Die Tracks sind Mitschnitte von diversen Parties.

Wie seid ihr eigentlich zu Künstler-Namen gekommen? War Zid nicht irgendein Tier in einer Trickfilmserie?

Zid: Das kann schon sein, der wurde dann aber später gedreht… :-) Meine Namensgebung ist eigentlich ganz simpel. Ich war und bin verrückt nach Fussball und mein Lieblingsfußballer heißt Zidane. Ich ließ die letzen 3 Buchstaben weg und das war es dann.

Kay: Warum soll man sich jetzt auch den Kopf zerbrechen, wie man sich am Besten genannt hätte. Mein Kürzel entstand mehr oder minder durch Zufall, ich hab einfach meinen Nachnamen ins englische übersetzt, den Singular gebildet und aus dem „E“ ein „A“ gemacht, auch ganz einfach.

Seit Dezember des letzten Jahres hört man euch öfters im Club Bellevue zu der King Size House Clubbing - Reihe. Wie seid ihr dort zu eurer Residentcy gekommen?

Kay: Das war mehr oder weniger Zufall. In unserer Anfangszeit haben wir auf den Sound of Eastside Partys im Kraftwerk aufgelegt, wo wir eine schöne Zeit hatten. Später spielten wir dann im Club Bellevue und lernten André, den Veranstalter des Clubs, kennen. Es passte auf Anhieb zusammen.

Zid: Nach mehreren Gigs ergab sich die Möglichkeit, eine neue Herausforderung anzunehmen und weitere Erfahrungen neben Größen wie Tokn und Steffi alias Disco Dice, den Admirals, Mike la Funk oder den Boogie Pimps zu sammeln ... also ehrlich gesagt gab es da für uns nicht viel zu überlegen.

Kay: Nicht nur die Besetzung der Line – Up´s überzeugte. Wir haben mit dem Bellevue einen super Club an unserer Seite und werden voll unterstützt. Da macht das Plattendrehen einfach Spaß.
Zid: Natürlich brauchten wir gerade zum Anfang viel Vertrauen, das uns André mehrmals gegeben hat. Schließlich sind wir noch jung und können noch einiges lernen…

Wo seht ihr euch in 10 Jahren? Kann man eigentlich heutzutage noch seinen Lebensunterhalt mit dem DJing finanzieren oder spreche ich hier von längst vergangen Zeiten?

Kay: In erster Linie macht uns das Auflegen riesigen Spass. Der finanzielle Aspekt steht zwar nicht im Vordergrund, allerdings freuen wir uns über jeden Cent und unser Plattendealer auch :-)


DJ Sil
11/2007

Der 24-jährige gebürtige Finsterwalder Silvio Schindler alias DJ Sil ist schon mehr als 7 Jahre aktiv gepflegter Vertreter elektronischer Tanzmusik. Neben eigenen Produktionen & mehreren Versuchen hinter den Turntables ist er durchaus nennenswertes Beispiel in der Szene. Ein Grund mehr ihn mal genauer zu durchleuchten und ein paar Fragen zu stellen über Beats & Regler.

Solange wir uns kennen bist du ein fester Bestandteil in Richtung elektronischer Tanzmusik aus Richtung Elbe-Elster, aber wie bist eigentlich dazu gekommen nach deinen Keyboard-Vorlieben diese Richtung einzuschlagen??

Ich denke das liegt wohl an dem breiten Spektrum der Musikrichtungen im elektronischen Bereich ... Als ich klein war, hab ich im Fernsehen, in einem Musikvideo mal einen am Keyboard rumspringen sehen und das war wohl der ausschlaggebende Punkt für mich. Naja und zur selben Zeit begann ich mit der Keyboardschule, und das komische daran ist, ich fand es etzend! Als ich älter wurde und merkte das man damit nicht nur Beethovenmusik spielen konnte, fing ich an selbst zu basteln...das war dann so mit meinem 12. Lebensjahr...danach war ne ganze weile Ruhe und mit dem 15.Lebensjahr ging es erst richtig vorwärts... Von diesem Augenblick an ging es los mit selbst komponierten Chillout-Kompositionen. Irgendwann begann ich in die Richtung Trance zu produzieren. Seitdem möchte ich diese Art von Musik nicht mehr missen.

2003 hast du zeitweise eigene deepe Veranstaltungen organisiert in einem alten Kellergewölbe in Doberlug-Kirchhain. Was ist daraus geworden?
Tja ist irgendwie erstmal im Sande verlaufen, aber ich denke das ich irgendwann so etwas wieder mal machen werde....Die Party´s die ich dort mit Freunden aufgezogen habe waren schon sehr gut, jedoch sind 300 Mann zuwenig. Ich könnt mir vorstellen das man mit 1000 oder mehr Partypeoples fettere Events aufziehen kann. Ist denke das ist ne Frage der Zeit bis ich mal wieder was aufziehen werde, aber dann was richtig Großes! Naja mal sehn was die Zukunft so alles mit sich bringt. Auf jedenfall werd ich es irgendwann nochmal versuchen...das ist Sicher.

Du bist ja bekanntlich mehr im Studio als Producer zu finden als auf Veranstaltungen DJ mäßig. Hat das irgendwelche tieferen Gründe die dahinter stehen oder bist du gar nicht als DJ unterwegs??

Doch doch, so ähnlich . Also als Live-Act kann man mich schon buchen aber da gibt es dann Ordentlich auf die Ohren.... , nur sitze ich halt lieber im Hintergrund und bastle für andere Künstler die Musik zusammen... ,
so kann ich weitergeben was ich in meinem Leben darüber gelernt habe, und auch dazu lernen. Man kann sehr, sehr viel von diesen Künstlern lernen. Im Großen und Ganzen würde ich schon sagen, dass ich mich im Studio & auf der Bühne ganz wohl fühle, nur im Studio verbringe ich mehr Zeit!

Im Sommer des Jahres hattest du ja bekanntlich für die Jungs von Summer & Beats eine Hymne gebastelt zu ihrem Openair. Wie hat sich das ergeben bzw. wer gab dir den Vocal-Support dazu??

Ohhh, irgendwie hatte ich mich mal mit einem der Jungs über diese Veranstaltung unterhalten und ich meinte so das man doch dazu ne Hymne basteln könnte...und da haben wir uns angesehen und uns war klar : DAS ISSES .......tja einige Studiostunden später war der Original-Mix geboren.....kurz darauf folgte der House-Mix, da die DJ´s leichte Probleme beim Mixen mit dem Original hatten. Die Stimme ist übrigens ein sehr guter Zufall gewesen, denn als ich einem der Veranstalter den Rohmix zeigte war seine Freundin dabei...und diese hat ja wohl wie man hören kann die richtige Stimme dazu. Und ,naja die Stimme war eigentlich ne 5 Minuten Sache und so entstand noch am selben Tag der Original-Mix . Sie ist eigentlich keine Sängerin, hat aber eine sehr gute Stimme. Naja, ich denke das das wohl eine gute Idee war und ich bastle schon AN DER HYMNE FÜR 2008 :-)

Auch andere musikalische Genres stehen bei dir als Produktion an der Tagesordnung. Erzähl uns doch mal was noch so an Produktionen aus deiner Hand gekommen ist?

Ja da wären zum einen Schlager-Mixe, von denen es einer sogar schon auf ein Album geschafft hatte, Techno-Tracks in Zusammenarbeit mit einigen Produzenten. Hauptsächlich konzentriere ich mich auf den Electronischen Bereichen wie TRANCE, ELECTRO. und so eigene Arten von Electronischer Musik mit eigenem Style. Naja und nicht zu vergessen produziere ich Hip Hop Musik unter anderem auch für " Chrome Super ".... natürlich im DJSIL Style...aber mal sehn was da noch so kommt .

Stets und ständig an deiner Seite im Studio ist der gute Tommy D. . Wie arbeitet ihr zusammen bzw. seid wann?

Also der gute Thommy D. ist der DJ der es wirklich schafft, mehrere Sunden einen fetten Sound durch die Boxen zuprügeln. Er hat einen wirklich geilen Style... und nebenbei, findet er auch noch mal die Zeit mit mir ein paar Tracks zu produzieren .Ich kenne ihn seit der Schulzeit ...wo wir eigentlich nicht so dicke waren wie heute...
Zeitweise war euer Track „Discostoff“ auf Platz 1 bei den Up-Trax-Charts auf Sunshine-Live. Hättet ihr mit solch einem Erfolg gerechnet?

Ne ne nicht wirklich. Wir haben gehofft oben unter den ersten 10 zukommen ja, aber das es dann Platz 1 sein würde, war einfach nur RIESIG! GEILE IDEE ...THX THOMMY D........

Bei einem kleinen Besuch in deinem Studio ist mir aufgefallen das du relativ wenig Technik benutzt beim produzieren! Kommen für dich mehr Digital-Studios oder Analog-Studios in Frage??

Teils teils ...ich leihe mir auch gern mal hier und da ein paar Geräte aus, bastle aber am liebsten digital. Ich verbringe wirklich unzählbar viele Stunden vorm Studio-PC.

Wenn man bei deinen vielen Produktionen die Unmengen an Zeitaufwand betrachtet, stellt sich für mich die Frage ob da überhaupt noch Zeit für andere Sachen übrig bleibt? Denn aus eigener Erfahrung weiß ich dass man wirklich viele lange Nächte damit verbringen kann.

Oh ja das stimmt, aber das bekommt man schon gar nicht mehr mit .Die Zeit verrennt immer im Studio, aber man schafft nicht wirklich viel. Und ja das stimmt schon, wirklich Zeit für andere Sachen bleibt da nicht. Aber wenn du das aus eigener Erfahrung kennst, weißt du auch das nicht abzustellen ist dieses " Ich hab da eine Idee ...." und schon sitzt du wieder vorm Keyboard. Außerdem, behaupte ich mal, dass das bei mir schon ehr ne Sucht ist ,weil ich irgendwie nie zufrieden bin und immer mehr ausprobieren muss .Ich weiß nicht aber ich denke das sich das Thema Produzieren festgesetzt hat in meiner Seele ,und ich werde wohl so lange Produzieren bis ich alt bin. Musik ist mein Leben, obwohl ich in der Schule ne 5 in Musik hatte.
Naja wie das Leben so spielt....

Hast du bei jedem Track klares Konzept vor Augen wenn du damit begingst oder geht das mehr nach freier Wahl voran?

Ja ne nicht wirklich ...ich lasse mich dann doch ehr von Gefühlen und Eindrücken leiten...und, naja ich kann mich net beklagen ...das läuft soweit ganz gut. Man setzt sich irgendwo schon zu Beginn ein kleines Ziel, wie es ungefähr werden soll. Das meiste jedoch sind Kurzschluss-Ideen und diese werden dann umgesetzt, bis 5-10 Tracks angefangen sind. Mit der Zeit wird hier und da mal wieder reingehört und weiter- bzw. fertig-gebastelt, wobei dann schon wieder 5 weitere Tracks angefangen werden.


Was steht bei dir in naher Zukunft so an?
Naja ich hoffe doch viel ...Es haben sich viele Künstler angemeldet de ne Cd oder ein Lied aufnehmen wollen und das würde ne Menge Arbeit geben denk ich, aber nur zu ...das freut mich. Ich werd mich auch weiter auf einen LiveAct vorbereiten, denn daran arbeite ich schon seit einigen Monaten...Naja und derjenige der mich bucht, wird mitbekommen das es sich dann lohnt...Ich präsentiere dann LIVE TECHNO made by DJ SIL. Außerdem bin ich zurzeit auf der Suche nach einer Sängerin. Anfragen / Anmeldungen per Telefon oder Mail an meinen Kontakt.

Viele Privat-Schulen & Akademien bieten ja eine Ausbildung als Tontechniker/Tonmeister in Form an. Denkst du dass sich eine solche Ausbildung in Richtung Electronic-Music-Producer heute noch lohnt?
Ja, ich denke schon das das nicht falsch ist , wenn man die Chance bekommt dann sollte man das auch mitnehmen .Im Elektronischen Bereich ist es vielleicht sogar vom Vorteil wenn man das als Ausbildung machen kann , denn man lernt ja auch ne Menge über Mastern & Mixing ...Und außerdem bekommt man da vielleicht auch gute Kontakte in dieser Richtung. Also ich denke, das ist nicht zwingend notwendig ist, lohnt sich aber dennoch.
Sil AT web

www.Ghettoteccrecords.de
www.myspace.com/derproduzentdjsil


Alex Q
10/2007

Ansichten eines Kleinstadtlebens


Riesenrad, Bierzelte und Menschenmengen – Volksfeststimmung auf dem Stadtfest Eisenhüttenstadt und mittendrin Weltstar DJ Paul van Dyk, der es sich dieses Jahr nicht hat nehmen lassen in seiner Geburtsstadt die Platten drehen zu lassen. Mittendrin, etwas abseits von den feiernden Technojüngern, befindet sich alex_Q, Produzent und Labelgründer von „Farb-ton records“, der lieber kritisch lauscht und beobachtet als sich unter das Feiervolk zu mischen. Der 24jährige Künstler bastelt nun schon seit frühester Jugendzeit an elektronischen Klanggenüssen und verwirklicht sich seit mehreren Jahren sowohl solo als auch zusammen mit den Turntablehoshis als Live-Act.
Ebenfalls in einer Kleinstadt aufgewachsen hat Alex dieser nun eine ganze E.P. verschrieben, die sich kritisch mit dem Leben in eben jener auseinandersetzt…



Alex, wir haben uns beide gerade das Set von Paul van Dyk angehört. Der heutige Weltstar ist ja wie du ein Sohn der Kleinstadt. Denkst du, dass es Künstler deren Heimat das Kleinstadtgefilde darstellt, es schwerer haben den Durchbruch zu schaffen?

Ich denke, dass das vor 10 Jahren schon noch so der Fall war, aber heute ergeben sich ja durch das Internet und die Medien ganz andere Möglichkeiten seine Musik zu verbreiten.
Persönliche, wichtige Kontakte kann man in einer kleineren Stadt wie Eisenhüttenstadt natürlich nicht so knüpfen wie beispielsweise in Berlin.

Auf deiner neuen E.P. befindet sich ja auch ein Titel, der sich „Kleinstadtfeeling“ nennt…

Ja, wobei sich bei dieser E.P. alle Titel um das Kleinstadtleben drehen. Der Titel „Kleinstadtfeeling“ bringt dabei natürlich alles auf einen Konsens.

Was kannst du denn noch über dein neues musikalisches Werk berichten?

Die ganze Sache ist über einen Zeitraum von etwa anderthalb Jahren entstanden. Die einzelnen 4 Titel sind sehr facettenreich und zeigen verschiedene Ansichten des Kleinstadtlebens auf jeweils ihre eigene Art und Weise.

Und was sind das so für Seiten am so genannten Kleinstadtleben? Wofür stehen die Titel der E.P.?

Der Titel „Mono“ steht für die gradlinige Monotonie, die sich mitunter im alltäglichen Leben einstellt. Der Arp- Syntheziser am Ende des Tracks soll für den Versuch eines Ausbruchs aus der Eintönigkeit stehen. „Structured Rhythm“ hingegen steht eher für die ruhigen Momente: Im Park chillen, Freunde treffen – die Vorzüge einer Kleinstadt genießen. Im Gegensatz dazu steht das beatlastigere „8 p.m.“, das Chaos und Stress eines Arbeitslebens verdeutlichen will. „Kleinstadtfeeling“ verbindet schließlich alle Facetten des Kleinstadtlebens.


Du lebst ja nun immer noch in Eisenhüttenstadt und bist auch hier aufgewachsen. Die großen Kontakte und der Nabel der Musikindustrie sind weit entfernt. Glaubst du, dass du eher ein Einzelkämpfer bist?

Musikalisch gesehen schon. Man ist schon auf eine gewisse Art und Weise auf sich alleine gestellt. Und es ist natürlich schon trotz des Internets weit aus schwieriger von hier aus Kontakte zu knüpfen. Aber ich sehe das auch nicht als allzu großes Problem an, weil ich es ja nicht anders gewöhnt bin. So schafft man sich auch ein wenig seine eigene Welt.
Ich habe sowieso nur meinen eigenen Kopf gerade was meine Produktionen betrifft und lasse mir da auch ungern reinreden.

Kann es auch sein, dass gerade so eine Kleinstadt dir mehr Ruhe und Kraft für Inspiration gibt als es eine Großstadt könnte?

Wenn ich so darüber nachdenke ist meine Musik ja eher recht ruhig, also wird da schon was dran sein. Viele Künstler, die in ruhigen Orten aufgewachsen sind, versuchen auszubrechen und machen laute Musik. Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Meine Umgebung wirkt eher beruhigend auf mich ein – und das spiegelt sich dann wohl auch in meinen Tracks wider.

Hast du so etwas wie eine persönliche Musikphilosophie? Gibt es andere Einflüsse, die dich zum Musikproduzieren inspirieren?

Eine richtige Philosophie habe ich nicht, nein. Die meiste Inspiration kommt einfach aus Liebe zur Musik. Musik ist einfach alles. Da gibt es nichts davor und nichts dahinter. Das ergibt sich dann meistens einfach spontan aus der Situation heraus. Meistens schon früh beim Aufstehen (grinst). Es ist vielleicht eine Art Sucht oder auch Macke, keine Ahnung. Aber so ist es nun mal.

Denkst du Künstler wie du müssen einfach eine gewisse Art „Freakigkeit“ an den Tag legen?

Natürlich. Man muss ja erstmal bereit sein sich 24 Stunden in ein Studio einzuschließen und an tausend verschiedenen Knöpfen herumzuspielen. Das macht ja kein normaler Mensch (grinst).

Wie sieht es aus mit anderen Styles und Musikrichtungen? Inwieweit lässt du dich davon beeinflussen und inwiefern spielt das eine Rolle bei deinen eigenen produzierten Tracks?

Ich lasse mich bei meinen Produktionen mehr von nicht-elektronischer Musik beeinflussen als von elektronischer. Rockmusik und klassisches Songwriting fließen jedenfalls wesentlich mehr in meine Produktionen ein als irgendwelche „minimal“ produzierten Tracks. Ich persönlich höre auch privat nur noch selten elektronische Musik, denn ich denke, dass das eben Musik für den Dancefloor ist und auch dort bleiben sollte.




Du machst ja nun auch schon eine ganze Weile Musik. Über die Jahre verändern sich oft Sichtweisen und Einstellungen. Kannst du bei dir selbst einen Wandel feststellen, der sich auch in deinen Produktionen niederschlägt?

Das ist lustig. Ich habe letztens erst eine alte CD von mir gefunden und dachte: „Mein Gott das ist ja gar nicht so verschieden von den Dingen, die ich heute mache!“. Vom Sound her muss man sich natürlich einfach weiterentwickeln als Produzent über die Jahre hinweg und selbst dann hat man die Messlatte des Möglichen noch nicht erreicht. Ich hab’ mal gehört ein Produzent produziert nur 3 Titel in seinem Leben und der Rest davon sind immer nur Variationen. Ich denke, dass das so fast auf jeden Musiker zutrifft, weil man sich einfach seinen eigenen Sound über die Jahre hin weg erschafft.

Du spielst ja selbst auch Schlagzeug. Könntest du dir auch vorstellen, dich in einer Rockband zu verwirklichen?

Auf jeden Fall. Das Schlagzeugspielen stellt natürlich eine besondere Herausforderung für mich dar und ich kann mir durchaus vorstellen für eine Weile in den Rockbereich vorzudringen. Ich habe in dieser Richtung inzwischen auch einige Projekte laufen, bei denen ich mich hinsichtlich des Gitarrensounds austoben kann.

Was hältst du allgemein von einer Symbiose zwischen elektronischen Beats und schrammeliger Gitarrenmusik?

Es gibt einmal so diese geglückten Sachen wie zum Beispiel bei Trentemöller. Es gibt aber andererseits auch weniger gute Geschichten wie zum Beispiel diese ganzen Bootlegsachen, die meiner Meinung nach einfach nur schlecht sind.

Auf welchen Moment deiner bisherigen Karriere warst du am schlechtesten vorbereitet?

Ich denke auf dieses Interview hier...ihr seid also live dabei! (lacht)

Was denkst du ist deine schlechteste Angewohnheit?

Keine Angewohntheit, aber ich denke, ich bin einfach oftmals zu ruhig und zu zurückhaltend. Vielleicht eine Folge des Aufwachsens in einer Kleinstadt.

Zurückhaltung muss ja nicht immer etwas negatives sein…

Sehe ich im Grunde genauso. Kann da nur auf ein Zitat von Jeff Tweedy von der Band „Wilco“ verweisen: „Die besten Musiker, die ich in meinem Leben getroffen habe, hatten das kleinste Ego.“ Das möchte ich jetzt einfach mal so stehen lassen.

Was steht denn demnächst so an im Künstlerleben des Kleinstadtproduzenten alex_Q?


Neben meinem eigenen 12“ „Kleinstadtfeeling“ release ab Oktober und einer E.P. auf dem label „no response“ gibt es noch was zu feiern: anlässlich des 20 jährigen DJ Jubiläums von Double C wird es am 3.November eine Veranstaltung im Treibstoff Beeskow geben. Passend dazu machen wir eine Platte wo unter anderem auch der Concerned Track der Turntablehoshis zu finden sein wird.

Interview: Nicole Erdmann


Resistant Djays
10/2007

Als am 26.Oktober 2002 die alte Brikettfabrik in Domsdorf das erste Mal ihre Türen für elektronische Abende öffnete, wurden die Resistant-Djays ins Leben gerufen. Aber auch diverse Openair-Veranstaltungen wie die Noa 51, welche alljährlich in Wildgrube stattfand, sind von ihnen organisiert und geplant worden. Wir haben uns mit den Jungs der Resistant-Djays auf einen kleinen Plausch in der Louise selbst getroffen.

Steht der Name Resistant-Djays in Verbindung mit dem Bypass in Domsdorf, oder worauf ist der Name bezogen??

Rüdiger: Also grundsätzlich hat das beides nichts miteinander zu tun. Damals, noch zu Beginn unserer Entwicklung in Richtung Techno, war der Bypass in Domsdorf Anregung für uns, um eigene Ideen zu entwickeln. Diese Zeit gab uns erste Einblicke und zählte mit zu den ersten elektronischen Parties neben dem Bypass in Domsdorf und dem GUS-Bunker in Lugau (1998).

Marcel & Martin: Durch Tobie kam damals dieser Name zu Stande. Als die erste Party in der Louise anstand, musste dringend ein Crew-Name her. Und so kam es, dass er seine Vorlieben für Horror-Filme einfließen ließ. Nicht ohne Grund war eine Zeit lang Milla Jovovich auf der Flyer-Front zu sehen.


Wie viele Leute seid ihr wenn ihr Veranstaltungen in der Louise plant und organisiert??

Genau gesagt sind wir 4 Leute (Rüdiger, Martin, Marcel & Sven) die sich um die Organisation bzw. um den Aufbau kümmern. Aber auch viele weitere unzählige Helfer leihen uns ihre Deko bzw. bauen kräftig mit auf. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken die uns in der Louise geholfen haben.


Was ist das Besondere an der Louise?

Die Louise ist ein sehr altes Kraftwerksgebäude, was 1991 still gelegt wurde. Seither ist es nur noch als Museum genutzt worden. Für viele Leute ist dieser alte historische Wert ein Anlaufpunkt, der sich in die Techno-Szene einklinkt. Viele kommen mit der Erwartung, dass es etwas Besonderes ist in Bezug auf Dekoration und Booking. Bei jeder Veranstaltung ist es etwas komplett anderes. Es gab bisher fast alle möglichen Variationen elektronischer Musik. Die Louise wird vor jeder Party komplett neu dekoriert, nichts bleibt so wie es war. So steht prinzipiell das DJ-Pult mal in 5m Höhe mitten im Raum, oder am Boden in irgendeiner Ecke der Kraftwerkshalle. Leider ist die Louise kein fester Club, denn schließlich steht das Gebäude unter Denkmalschutz.


Ist es nicht nervig, immer wieder in ein und derselben Location auf und ab zu bauen, wie sieht es denn mit einer eigenen Location aus? (Noa 51)

Eigentlich ist es ja 'unsere Stamm-Location'. Hier hat ja nun einmal alles begonnen. Und gerade diese 2-3 Veranstaltungen machen das Ganze dann zu etwas Besonderen für uns und natürlich für das Publikum. Zusätzlich entsteht immer etwas kreatives Neues.
Beim Stichwort Noa51 Openair und dem sehr kleinen Noa51-Club in Wildgrube müssen wir leider sagen, dass man sich auf den Ämtern und in den umliegenden Dörfern nicht immer für unsere Musik begeistert. Wir hätten dieses Jahr gern wieder eine Veranstaltung dieser Art gemacht. Aber wenn sich -wie gesagt- Anwohner aus den umliegenden Dörfern beschweren, dass EINMAL im Jahr noch früh um 9 die Kaffeetassen klappern, dann kann man leider nichts machen. Dann müssen wir Wohl oder Übel auch das Amt verstehen... Aber wir hoffen auf das nächste Jahr!!


Nebenbei setzt ihr euch für die Louise ein. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wir haben schon oft mit den Betreibern der Louise zusammengearbeitet. Man kann sich darunter vorstellen, dass wir z.B. bei Nachtführungen und so genannten Filmnächten, die dort gelegentlich stattfinden, den Weg, den die Führungen dann abgehen, dekorativ ausleuchten und passend mit etwas Nebel versehen. Das Ganze ist natürlich sehr interessant, zumal die Beleuchtung der Louise von innen ganz anders wirkt als von außen. Wer die Louise-Führungen kennt, kann sich denken was wir meinen. Und wer nicht, sollte sich auf jeden Fall mal eine ansehen!! :-)


Seid ihr alle durch den Bypass in Domsdorf zum auflegen gekommen, oder kam das erst mit euren eigenen Parties?

Rüdiger - 'Roger Louis': Am Anfang hat man das mal irgendwo gesehen, und dann habe ich es bei kleineren 'Dorffesten' probiert. 1999 habe ich dann richtig Gefallen daran bekommen, und von dort an mir eigene Platten gekauft. Viel geübt natürlich. Und dann waren da viele kleinere Parties, bis ich dann in die RD-Crew kam. Dadurch lernt man andere Veranstalter kennen, und somit nimmt dann alles seinen Lauf. So legte ich dann auf anderen Openairs auf, und in anderen Clubs wie Alte Kantine Arenzhain, Bau122 Finsterwalde oder dem Triebwerk in Dresden.

Vor mehreren Monaten hielt ich einen Flyer vom Triebwerk Dresden in der Hand mit „Rudi aka Kasulke/Resistant Djays“ drauf. Wie ist es dazu gekommen?

Das kam durch einen Bekannten, der mich dort empfohlen hat. Wir hatten uns schon eine ganze Weile nicht mehr gesehn, und er gab meinen Namen an, unter dem ich am Anfang aufgelegt habe. Inzwischen wurde daraus aber Roger Louis, da das ja besser zur Louise passt.

Martin - 'Rookie': Also zum Auflegen bin ich durch Kumpels wie Rudi und Tobie gekommen. Das war Anfang 2003. Mitte 2003 habe ich mir dann meine ersten Platten gekauft. Zum ersten Mal tauchte mein Name auf einem Flyer von Studio74 auf, mit denen wir auch öfters zusammenarbeiten. Das war im April 2004. Meistens spiele ich mit Bundy M. im Doppel.

Marcel – 'Bundy M.': Angefangen hat alles 1999 bei einem Kumpel im Keller, der heute auch DJ ist. 'Ekseil' von 'Kellerrecords'. Wir haben uns oft bei ihm getroffen und versucht, mit einem CD-Player und einem Plattenspieler ein paar Übergänge hin zu bekommen. Irgendwann kam dann der zweite Plattenspieler, womit das Plattenkaufen dann erst richtig losging. Das erste Mal vor Publikum gespielt habe ich bei einem Openair auf dem Sportplatz in Domsdorf. Das war 2001 oder 2002.

Mir ist aufgefallen, dass ziemlich viele DJs in letzter Zeit keinen Disco-House -wie ihr- mehr spielen. Ich würde fast sagen, dass diese Richtung am Aussterben ist! Ich hoffe das wenigstens ein paar Local-Heros dabei bleiben. Wie ist das bei Rookie vs. Bundy M.? Seht ihr das genauso – Stichwort „Minimal“?

Martin: „Minimal“-tja mir selber sagt diese Musikrichtung nicht sehr zu. Ich spiele meistens House-Musik, aber das kann auch mal in Richtung Electro gehen.

Marcel: Es sollte nicht jeder „Minimal“ auflegen. Man möchte ja auf Parties auch mal andere elektronische Musik hören. Wenn ich mit Rookie zusammen spiele ist es House und Electro.

Sven – 'Weyoun': Elektronische Musik habe ich schon immer gehört. Als kleiner Junge kaufte ich mir nach der Wende schon Platten. Meist 7-Zoll. Man hatte ja noch keine Ahnung. Mit dem „Auflegen“ ging das eigentlich schon mit der Schuldisko los, mit mixen hatte das aber wenig zu tun. Da das Geld immer knapp war, kaufte ich mir erst Weihnachten '97 meine ersten Plattenspieler. Tonträger, darunter auch viele CDs, waren mir immer wichtiger. Ich hatte vor '97 die Möglichkeit, mit normalen CD-Playern in einer Stino-Disko aufzulegen. Das war genau der Laden, in dem dann der Bypass sein Zuhause hatte. Auch wenn es für das Image in der Szene nicht sehr förderlich ist, bereute ich es nicht, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Immerhin habe ich versucht, den Leuten zu zeigen, was richtiger Techno ist, auch wenn er vom Silberling kam. Umso mehr verpöhne ich heute die Auflegerei mit 'nur CDs', wie es viele große Djs immer wieder machen. Mit Beginn des nächsten Jahres feiere ich mein 10jähriges hinter den Vinyl-Spielern, das ist doch auch schon mal was :-). Platten sind eben das Beste.


Spielen die Headliner einer Veranstaltung eine wichtige Rolle, oder sind andere Faktoren mehr ausschlaggebend?

Es sollte in Zeiten, wo keiner mehr viel Geld hat, ein ausgewogenes Verhältnis herrschen zwischen dem, was den Leuten geboten werden kann, und dem, was sie evtl. erwarten. Damit meinen wir: Was nützt die beste Party, die mit Headlinern übersäht ist, wenn dann am Abend alle vor der Tür stehen und umdrehen müssen, weil sie den Eintritt nicht bezahlen können. Man denke da an so Veranstaltungen um die Jahrtausendwende rum in Sachsen, bei denen zig Headliner waren, dafür um so weniger Gäste.... :-). Leider gab's so was auch schon in unserem Kreisgebiet. Die ersten Louise-Partys waren ausschließlich nur mit Local-DJs besetzt, weil es einfach nicht anders geht, wenn man nicht gerade größenwahnsinnig ist. Gut Ding will eben Weile haben.


Hat sich zu den damaligen Louise-Parties heute irgendetwas Grundlegendes geändert?

Sven: Natürlich. Einerseits ändert sich nicht immer alles zum Positiven, anderseits gibt es nichts, was sich nicht verändert. Es wäre ja auch schlimm, wenn alles gleich bleiben würde. Dann wäre diese Szene schon lange Geschichte. Für nicht so positiv steht z.B., dass in den letzten Jahren mehr „Normalo-Volk“ in die Clubs Einzug hält. Vielleicht weil sie die Preise in den Großraumdiskotheken nicht mehr bezahlen können/wollen. Oder weil sie was von Underground-Party gehört haben und cool sein wollen. Für die Musik an sich, die dort dargeboten wird, interessieren sich die Wenigsten. Man muss aber auch sagen, dass es ohne diese Gäste schwer wird, die Veranstaltung nicht ins Minus fahren zu lassen. Dabei könnte man das Thema „Astronomische Gagen für größere Headliner“ nennen, welche überhaupt nicht mehr im Verhältnis zu dem steht, was die DJs dafür leisten. Aber lassen wir das. Wir sind guter Dinge, dass sich vielleicht doch noch etwas ändert. Positiv habe ich den Eindruck, dass wieder mehr jüngeres Party-Volk als „Nachwuchs“ in die Clubs strömt.


Viele sagen, dass die Stil-Vielfältigkeit eines Artists von großer Bedeutung ist bzw. sein sollte, wenn er es heute noch zu etwas bringen will in der Szene. Stimmt das?

Nein. Man könnte das mit der damaligen DDR-Zeit vergleichen. Früher musste man eine Menge Leute kennen, um an etwas heranzukommen, oder weiterzukommen. Das ist heute nicht anders. Kennst du keinen anderen Veranstalter oder DJ der dich weiterempfehlen kann, stehst du allein da mit deinen Demo-Tapes und deinen Promo-Tracks und kannst dich nicht präsentieren. Und es wird immer schwerer, mit noch etwas Neuerem noch nicht da gewesenen aufzufallen, um auf sich aufmerksam zu machen.


Hättet ihr bei eurer ersten Veranstaltung gedacht, dass die Louise so viele Leute für sich begeistern würde? Mit den stetigen Besucherzahlen kann man doch eigentlich zu frieden sein oder nicht?

Nun ja, darüber wurde damals nicht nachgedacht. Der Bonus liegt sicher auch ein wenig mit diesem besonderen Veranstaltungsort auf unserer Seite.


Bei den vorhergehenden Parties in der Louise wart ihr noch zu fünft im Organisationsteam. Was ist daraus geworden?

Sven: Das stimmt so nicht ganz. Es waren in letzter Zeit immer nur schon vier Mann im Organisationsteam. Wie Marcel und Martin schon sagten, beruht die ganze Sache auf Tobies Idee. Leider verließ er die Crew aus privaten Gründen. Ich kam vor zweieinhalb Jahren dazu, weil ich, nach mehreren (Fehl)Versuchen Anschluss an eine Crew zu finden, in dieser doch einige Hoffnungen sah. Das sind dann eben auch Veränderungen, die man nicht vorhersehen kann, wenn einer aus der Crew austritt. Die Entscheidung sollte dann aber akzeptiert werden. Das heißt nicht, dass jeglicher Kontakt abgebrochen wird. Nein, an dieser Stelle grüßen wir Tobie recht herzlich, der das Ganze ins Leben gerufen hat.


Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Da wünschen wir uns für das Party-Volk, nicht immer nur zu Hits abzufeiern, sondern auch mal neuen Stücken aufgeschlossener gegenüber zu stehen. Weiterhin, dass die Ämter uns gut gesonnen sind und unsere Musik akzeptieren. Und dass die Clubs in der Region ein wenig zusammenarbeiten und einander achten, auch was z.B. Termine von Parties angeht. In den immer schwerer werdenden Zeiten ist niemandem geholfen gegeneinander zu arbeiten. In letzter Zeit hat das eigentlich ganz gut geklappt. Und deswegen haben wir uns ein paar Crews zum Fünfjährigen eingeladen.


B-Rok
10/2007

B-Rok ist bekanntlich schon seit 1999 ein Name für einen jeden Brandenburger, zusammen mit seinem DJ-Kollegen Fun-Key ist er im Raum Brandenburg sehr häufig zu hören. Das Multitalent aus Berlin hat eine ausgeweitete Lebensgeschichte hinter sich. Als ehemaliger Besucher des E-Werks in Berlin begann er damals selbst als Künstler hinter den Plattenspielern. Inspiriert durch Namen wie Woody, Cle, Westbam, Disko, Kid Paul, Hazel B, Dr. Motte u.a. wurde sein Stil vielseitig geprägt. Mit der Eröffnung des legendären Fuse-Clubs im Jahre 1999 in Massow war er schon längst kein ungeschriebenes Blatt mehr. Noch im selben Jahr belegte er den 4. Platz beim nationalen Stanton DJ-Contest in Dortmund. Bald darauf folgten seine ersten internationalen Bookings in Europa wie z.B. auf Malta. Mit dem Abschluss seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann meisterte er seine Lehre unter anderem mit einem Praktikum im Sage Club Berlin. Dabei blieb es aber bei weitem nicht. Auch eine Tätigkeit als Mediaberater beim Radiosender in Königswusterhausen zählt zu seinen bisherigen Referenzen.

Als damals das Berliner E-Werk die Türen dicht machte, war das für viele Technobegeisterte ein schwerer Steinschlag! Wie hast du damals davon erfahren?

Ich weiß gar nicht mehr genau wie das war damals, jedoch was ich weiß ist das die Closing Party sehr emotional war, da ich erst am Montagmorgen den Laden verließ.

Dein erster öffentlicher Auftritt war ja damals 1996 im Club La Playa in Lübbenau. War dein musikalischer Stil schon damals vergleichbar mit heute?

Zum Teil, den Ursprung in meiner Musik sehe ich inspiriert durch zwei gute Freunde von denen der eine auch damals diese Party`s machte, in House Music – Hawk & Medley hießen die beiden dich mich damals in kleinen Kellern in Lübben puschten um diesen Weg zu gehen. Im Laufe der Jahre kamen viele andere Einflüsse aus verschiedenen elektronischen Richtungen dazu, aber ums kurz zu machen beschreibe ich meinen Style bis heute als emotionale elektronische Tanzmusik.

Wenn man viele Leute der älteren Generation auf die früheren Parties in Massow anspricht, so bekommt man häufig Fun-key & B-Rok als Antwort. Wie hat der Club eigentlich einen solchen Namen bekommen in der Szene? Rush, Thomas Schumacher und andere Größen haben sogar auf euren Partys gespielt!
Steht der Fuse Club in Massow in irgendeiner Weise in Verbindung mit dem in Brüssel (Belgien)?

Nein steht er nicht, als der Name entstand wussten wir gar nicht von dem in Brüssel.
Den Namen in der Szene verdankt der Club sicherlich dem Konzept sowie durch den Spirit der dort über die Musik und die Location an die Besucher kommuniziert wurde.
Jeder der mal da war weiß was ich damit meine.


Warum musste der Fuse Club eigentlich geschlossen werden?

Geschlossen wurde er aufgrund des uns in Deutschland immer mehr entgegenwehenden Wind der Bürokratie. Die Auflage von Amtswegen waren nicht mehr zu realisieren!

Gerüchten zu Folge soll ja der Fuse-Club in geraumer Zeit wieder seine Pforten öffnen, ist der Sache was dran oder bleibt es nur bei Gerüchten?

Das möchte ich an dieser Stelle unkommentiert lassen, die Gerüchteküche ist groß, nur eins irgendwas wird kommen, schon bald.

Wie ist es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Fun-Key gekommen? Im Dezember steht ja bekanntlich euer 8jähriges Jubiläum an! Was wird uns bei euerer Geburtstagsparty in Beeskow erwarten?

Die Zusammenarbeit mit Fun-key entstand aus einer schon längeren Jugendfreundschaft und fand dann damals in Massow Ihren Start.
Nun sind mittlerweile 8 Jahre draus geworden und wir werden eine fette Sause im Rahmen der Electrosex Partys feiern. Freunde die uns auf diversen Events begleitet haben werden spielen und es wird eine Menge Specials geben um uns auch an dieser Stelle bei der Crowd zu bedanken für all die Jahre.

Was hat es mit euerem Slogan „Superstars of Groove“ auf sich? Was ist das Besondere an euerer Performance als DJ-Team?

Den Namen haben wir einer guten Freundin zu verdanken und sie spielt hierbei sicherlich auf den Groove an den wir beide bei unseren Auftritten mit unserer Musik transportieren.
Wir verkleiden uns nicht sondern versuchen unsere Emotionen hauptsächlich über die Art uns Weise der einzelnen Styles zu definieren. Das Puschen der Leute mit Körpereinsatz gehört hier aber mit dazu, Fun-key übernimmt hier gerne den enrgiegeladenen Teil.

1999 hattest du ja an einem DJ-Contest mit teilgenommen und letztenendes den 4. Platz erreicht! Hatte diese Teilnahme Veränderungen für dich in deiner DJ-Laufbahn?

Sicherlich es gab mir den Antrieb um noch besser zu werden um beim nächsten Mal zu gewinnen, nein im ernst es war eine Erfahrung die sich in meine Bio mit einreiht.
Verändert hat sich dadurch nur das der Enthusiasmus weiter Musik zu machen noch mehr verstärkt wurde.

Wie ist eigentlich zu deinen internationalen Bookings in Polen & Malta gekommen?

Das entstand durch befreundete Booker die damals quasi einen Austausch mit ausländischen Djs organisierten.

Soweit ich weiß hast du im Rahmen deiner Lehre ein Praktikum im Berliner Sage Club gemacht, wie genau bist du denn zu der Ehre gekommen?

Tja, ganz einfach ich hab mich einfach beworben und sehe die Zeit dort im nach hinein als weiteren Meilenstein. Den Bookern Christian und Matthias sei dank für die coole und lehrreiche Zeit.

Beim lesen deiner Bio fällt auf das hinter dem Namen B-Rok ein echtes Multitalent steckt. Außer deiner Lehre im Sage Club warst du unter anderem noch beim Radiosender KW tätig. Wann hattest du diese Entscheidung getroffen? Als was warst du tätig?

Ich habe dort als Mediaberater gearbeitet, sie suchten jemand und ich nahm die Herrauforderung an. Moderiert habe ich nicht, aber durch die Tätigkeit ne Menge guter Kontakte geknüpft.

Bist du beim Radiosender geblieben seither oder hast wieder einen Umschwung im Beruf hinter dir?

Nein ich bin nicht mehr dort. Zwischenzeitlich bin ich Vater geworden und habe die letzte Zeit voll dem kleinen B-rok gewidmet.
Mittlerweile gehe ich andere berufliche Wege, konzentriere mich aber weiterhin voll auf die Musik und die Electrosex Events.

Wie man sehen kann wird MySpace von dir auch ausgiebig genutzt. Viele Artists nutzen ja bekanntlich MySpace für ihre Internet-Präsenz. Was hältst du von diesem weltweiten Portal der Kommunikation und Inspiration?

Coole Sache – My Space ist your Space, die Meinungen sind da sicherlich unterschiedlich, aber ich für meinen Teil kann nur sagen das ich dadurch viele neue Freunde kennen gelernt und alte wieder getroffen habe und die Kommunikation in so einem Netzwerk kann nur nützlich sein um sich selbst und seine Musik weiter voran zu bringen.

Kann man von einer Minimalisierung der elektronischen Musik sprechen beginnend ab 2007?

Nein, nicht erst ab 2007. Die Entstehung dieser momentanen gehypten Minimalisierung liegt doch schon viel früher zurück, ich habe mir erstmalig um die Jahrtausendwende solche Platten gekauft. Es ist eine Fassette der elektronischen Musik der auch ich etwas ungemein Geniales abgewöhnen kann.

Beim genaueren Betrachten der Treibstoff-Club-Flyer ist dein Name sehr oft vermerkt. Wie stehst du in Verbindung mit den Veranstaltungen dort?

Als erstes bleibt zu erwähnen das ich dort seit April in regelmäßigem Abständen die Electrosex Partys veranstalte, mein Entschluss hierzu entstand nachdem ich selbst mal dort gespielt habe und diesen Club als eine kleine Perle im Brandenburger Nachtleben entdeckte.

Zurzeit seit ihr mit euren ersten eigenen Produktionen beschäftigt, wann kann man da mal was von euch hören?

Das wird noch ein wenig dauern, denn wir möchten das alles aus eigener Kraft schaffen und wir haben ja keinen Druck. In erster Linie möchten wir aber auch in Zukunft bei unseren Gigs die Leute mit unserer Musik auf eine Reise nehmen und sie am Ende des Abends mit einem breiten Grinsen nach Hause schicken. Hierbei bleibt dann zu erwähnen dass alle herzlich zu unserer 8 Jahresparty am 1.12. in den Treibstoff nach Beeskow eingeladen sind und dann heißt es kollektiv born 2 b rok…………


Sierra
09/2007

Sierra, beschreib dich mal selbst mit wenigen Worten!
Ich würde mich als relaxten Typen beschreiben. Ich bin sehr gern unauffällig. Aber so ein Selbstbildnis ist immer super schwierig.

Du bist ja bekannt als Resident in der legendären Muna in Bad Klosterlausnitz - wie bist du denn dazu gekommen?
Dazu muss ich erstmal sagen: Lange vor meiner Muna-Zeit war ich eher dem Hip Hop auf der Spur. Aber irgendwann habe ich dann mein Faible für elektronischen Sound entdeckt. Im Winter 1994 gab es in der Muna die erste Veranstaltung, die eigentlich nur als einmalige Sache geplant war. Dann ging es aber doch weiter und ich habe in der Zeit in dem Club als „helping hand“ gearbeitet. Und etwa zwei Jahre später bin ich dann Resident geworden.

Dann kann man dich also durchaus als Muna-Urgestein bezeichnen Darüber hinaus bist du ja aber auch noch Produzent und Mitarbeiter des Labels "Anny-Jack“ aus Jena. Was bedeutet der Name und wie lange gibt es das Label schon?
Anny Jack Recordings gibt es jetzt seit ziemlich genau drei Jahren. Für den Namen sind die beiden Haustiere meines Kollegen Chris verantwortlich. Anny heißt seine Katze, Jack sein Hund. Und die beiden haben wir dann auch gleich mal in unserem Logo verarbeitet.

Welche Vorteile hat es denn, über ein eigenes Label zu releasen?
Das Gute ist, dass man den eigenen Produktionen auch eine eigene Plattform geben kann. Das ist an sich schon ein großer Vorteil. Außerdem können wir alles selbst entscheiden und sind unabhängig. Auch dadurch, dass wir nur zu dritt an dem Label arbeiten. Wir können uns dadurch ganz anders verwirklichen.

Ist es schwer, sich gegen andere Labels durchzusetzen?
Auf jeden Fall. Jeden Tag gibt es ein neues Plattenlabel und sehr viele bieten wirklich guten Sound. Das macht die ganze Sache sehr unübersichtlich und am Ende ist es sehr schwierig, da noch durchzublicken. Die Musik allein reicht auch meistens nicht mehr aus, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Darüber hinaus braucht es auch noch eine gute Mischung aus Promotion, Remixen bekannter Künstler und anderen Aktionen, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Denn wenn du guten Sound machst, den keiner findet, nutzt das ja keinem was.

Und was hälst du von dem Trend der MP3-Labels?
Da bin ich wirklich sehr skeptisch. Meiner Meinung nach killen MP3-Labels das Vinyl. Deshalb releasen wir alles auf Platte.

Apropos Platte: Du hast ja gerade deine Produktion "Mistah EP" releast. Was erwartet uns da?

Die Platte enthält drei Tracks. Auf der A – Seite hört man den eher deepen Technotrack „Natursekt“ im Original. Er ist mit seinen vielen Elementen sehr effektvoll und erschleicht sich den Weg ins Ohr. Mit demselben Namen gibt es auf dieser Seite den zweiten Track im Lopazz-Remix. Der hat eine sehr sauber verarbeitete Struktur mit hohem Widererkennungswert. Auf der B-Seite erstreckt sich dann der Track „Mistah. Das ist sehr dancefloororientierte Produktion. Sie animiert zur Bewegung, hat eine sehr schöne markante Melodie und ist für mich der Favorit auf der Platte.

Wie sind die ersten Resonanzen?
Bis jetzt hat die Platte recht gutes Feeback bekommen, was mich natürlich sehr glücklich stimmt. Wobei natürlich auch Kritik immer sehr nützlich sein kann - zum Beispiel für die nächsten anstehenden Projekte.


Kommt die Platte auch international auf den Markt?
Ja, die „Mistah EP“ wird weltweit vertrieben. Sie wird unter anderem auch in Japan, England und Russland verkauft.

Wo kann man dich in der nächsten Zeit "live" erleben?
Den ganzen Herbst natürlich auch immer wieder mal in der Muna.

Wie kann man dich buchen?
Bookingtechnisch werde ich hervorragend von der Agentur MosquitoMusic aus Leipzig vertreten. Auf der Webseite www.mosquitomusic.de kann man auch alles Weitere über mich in Erfahrung bringen, anstehende Dates nachlesen und natürlich auch ein bisschen Soundmaterial anhören.


Viermalair
09/2007

Angefangen mit einem Atari ST und Sampler nährte Ron Ractive Anfang der 90er die wiedervereinte Weltstadt Berlin mit elektrisierender Inspiration. Eine Infektion mit dem sogenannten Berlin-Spirit, der bis heute anhält. Mitten im wohl heissesten Kulturtrog der Welt lernte er den VJ Rekardo Rivalo kennen. Unter dem Projekt Viermalair treffen all ihre Einflüsse aus House, Soul, Funk, Elektronik und Pop zusammen. Sie bilden die Essenz ihres derzeitigen Schaffens. Mit aus Detroit beeinflusster Smoothness findet Viermalair genau die Mischung aus technischer Perfektion und talentierten Chordlines. Minimale, leicht euphorische Melodiebögen unterstützen das rhythmische Fundament, das zusammen mit der Bassline den Körper in absolutes Wohlbefinden versetzt.

"This is BLAZIN' HOT! I love it! ...have a great vibe. However, >Philosophy< is my favorite! Now that's what I call "DEEP HEAT"!" Terrence (T.P.) Parker


Sieht so aus, als wenn es eine Menge Trubel um euch Jungs gibt, und das nur aufgrund von 3 Singles bis jetzt. Wie fühlt ihr Euch?

Wir fühlen uns ausgesprochen gut und diese Aufregung treibt natürlich auch an. Wir glauben, es zählt zu den Grundbedürfnissen, seine Arbeit bestätigt zu wissen. Wir setzen uns selbst eine qualitativ hohe Messlatte und freuen uns umso mehr, wenn positives Feedback folgt. Wir machen ja seit vielen Jahren Musik, da wollen wir unserem jüngstem Baby einen optimalen Start geben.

Wie werdet Ihr in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Wir sehen uns mehr als Exot im eigenen Land. Da unsere Öffentlichkeitsarbeit zusammen mit >STYLEDRIVER rec.< auf Hochtouren läuft, werden wir uns mit den Recherchen über uns erst im Spätsommer beschäftigen. Wir lassen also den Medien einen gewissen Vorlauf. Es gibt viele Anrufe und E-Mails, und dass ist sicher eine wichtige Komponente im Bezug auf gute Labelarbeit.

Deutschland hat in der Vergangenheit starke Akzente in moderner Musik gesetzt. Wohin würdet Ihr euch musikalisch stellen und wodurch wurdet Ihr maßgeblich beeinflusst?

Wir sehen uns als Allround-Musikliebhaber mit Schwerpunkt auf Zeitlosigkeit. Dabei spielt es weniger eine Rolle, ob Musik Erfolg hat. Sie muss an uns ein gewisses Lebensgefühl weitergeben und vor allem ehrlich gemeint sein. So hat jede Art von Musik eine Chance unsere Herzen zu erobern. Wir haben uns schon immer mit vielen Musikstilen verbunden gefühlt und somit über unseren eignenden Tellerrand hinaus geschaut.

Gibt es Menschen denen Ihr euch spirituell verbunden fühlt, also… Eure Heros?

Personifiziert wollen wir uns da gar nicht so festlegen. Das geht vom NEW AGE Sector mit Klaus Schulze, Edgar Froese (Tangerine Dream) über E-Pop mit Jean Michel Jarre, Vince Clark in Richtung Funk mit James Brown über Disco mit all seinen 70er Grössen zu den Elektro und House Pionieren mit K-Werk, A. Bambaataa, H. Hancock, später T. Parker, K. Saunderson, F. Knuckles bis hin zur Moderne mit Sven Väth (16 Bit), WestBam etc.. Unsere ganzen Wurzeln sind in einer grossen Vinyl-Sammlung miteinander vereint.

Was ist mit Jazzanova, die einen aktiven Anteil im „nu groove“ hatten?

Jazzanova spielt genauso eine Rolle wie andere aktive Stilikonen unserer Zeit. Es ist das gewisse Berlin- International Konstrukt, was uns sehr inspiriert.

Was ist mit Âme, die als die Offenbarung der letzten 2 Jahre gilt?

Âme mögen wir sehr, da ist der Weg nicht weit zum Sonar Kollektiv und all die damit verbunden Mitglieder prägen sicher auch das Stilgefühl von Berlin. Wir sind da doch unhabhängiger und müssen nicht in großen Meetings sitzen. (lachen)

Beurteilend danach, was wir bisher von Euch gehört habe, inklusive der 4 Tracks der neuesten Vinyl, habt Ihr stets eine Art von "atmosphärischem Lectrophunk“ auf mindestens jeweils einem Cut abgelegt. Fühlt Ihr euch wohl mit der Präsentation eines Teiles eurer Arbeit?

Würden wir nicht an unser Produkt glauben, dann käme es nicht zu einem Release. Zur Stilumschreibung kann ich mich an eine Geschichte erinnern, in der die englische Presse sehnsüchtig nach einen Begriff gesucht hat, mit dem sie diesen mechanischen Akustik-Sound Anfang der Achziger (so 83/84) definieren wollte. Dabei half ihnen nicht zuletzt der Track „TECHNO CITY – Cybotron (3070-One-Jon-5)“. Oder erinnern wir uns an „Acid Tracks – Phuture“ oder die Story vom Chicago „Ware-House“. Definitionen für den einzelnen Musikgeschmack sind nicht unsere Stärke. Wir bringen nur das zu Papier, was uns selbst berührt. Und in unseren Re-Mixes dürfen wir uns austoben. Eine stilistische Beschreibung dient nur als Orientierung für jene, denen es verwährt bleibt unsere Musik hören zu können.


Atmospheric, (E)lectro und Phunk. Es wäre nett, würdet Ihr diese Begriffe kommentieren/beschreiben?

Gerne würden wir unsere Tracks als gut gelungene Housemusik umschreiben. Die Frage ist nur, ob wir damit noch auf Interesse beim Konsumenten stoßen. Das Ziel ist es, unsere musikalischen Wurzeln zu bewahren und in Einklang mit der Zukunft neu zu formulieren. Musik ist so vielfältig und qualitativ unterschiedlich. So war sie schon immer und wird sie immer sein. Eine Umschreibung ist vom Geschmack des Hörers abhängig und stets subjektiv zu bewerten.

Was wollt Ihr mit euer Musik ausdrücken und der Welt weiter geben?

Wir stehen zu unserer musikalischen Vergangenheit (zeitlos in einer zeitlosen Welt) wollen dabei aber nicht unbedingt einem Stil treu bleiben müssen. Musik ist wie ein Bild. Gedanken und Fantasien werden angeregt. Eine klare Bereicherung für das Leben allgemein. Ein Track wächst Pinselstrich für Pinselstrich. Wir verarbeiten Erlebtes und Sehnsüchte miteinander. Dabei lassen wir unserem musikalischen Bild genügend Zeit zur Entstehung. Andere schreiben Tagebuch. Wir halten die Zeit in unserer Musik fest. Du kannst jederzeit aufregende, dann wieder besinnliche Momente erleben.

Wie versteht Ihr die Kunst Musik zu machen? Ich meine, gibt es irgendwelche spezifischen Elemente wie die Bassline zum Beispiel oder die Lyrik, die ihr vielleicht als Startpunkt benutzt?

Wir setzen in unseren Produktionen auf eine hybride Arbeitsweise. Seitdem das Problem mit dem Latenzausgleich behoben ist, macht es wieder genauso Spass wie einst auf reiner Midibasis mit dem Atari. Es kommen alte analoge Flagschiffe und Akustik gleichermaßen zum Einsatz, wie aktuelle Software. Dabei ist der Total-Recal-Faktor sehr entscheidend. Outboard-Phrasen werden komplett gerendert, um die Nuancen voll zu erhalten. Jeder Track entsteht auf einer anderen Basis. Mal ein Sample, welches nacharrangiert wird, mal ein prägnanter Sound, der nach mehr schreit. Manchmal entstehen beim jammen leichte Harmonien die zusammen mit einer kleinen Melodie Emotionen in uns auslösen. Solche Ansätze lassen meist schon ein gutes Ergebnis erahnen.

Hat Euer geographisches Umfeld einen Einfluss? Was ist mit der Geschichte eurer Heimatstadt?

Wir sitzen ja mittendrin im urbanen Chaos, das ist schon verrückt was hier so passiert. Jeden tag etwas neues, da muss man schon ab und an aufpassen, das der Biorhythmus nicht kollabiert (lachen). Deutschland setzt mittlerweile starke Akzente im Bereich Produktionstools. Speziell hier in Berlin kann man die Entwicklung hautnah miterleben. Im Musik-Business orientieren wir uns frühzeitig über die Landesgrenzen hinaus. Der internationale Erfolg ist uns sehr wichtig. Er stärkt die nationale Akzeptanz enorm.

Wer übernimmt welchen Part vom Anfang einer Idee bis zum verkaufsfertigen Produkt?

Da gibt es keine Teilung. Wir machen alles zusammen, wenn auch nicht immer zur gleichen Zeit. Arbeitsteilung machen wir nur dann, wenn es effizienter für den Output ist. So kann einer immer objektiv beurteilen, was der andere gebastelt hat. Das ist sehr wichtig, wenn man sich nicht verrennen möchte. Dabei spielt das Verarbeiten von Kritik eine sehr wichtige Rolle. Es ist sogar eine Grundvoraussetzung, um im Team erfolgreich zu werden.

Stellt Euch vor, Ihr müsstet eine Definition zu "VIERMALAIR" formulieren, welche würde das sein?

Das bleibt vorerst ein Geheimnis, obwohl es kein Geheimnis ist. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man selbst drauf kommt, dann wird ein gewisses Glückshormon ausgeschüttet. Das wollen wir dem Leser nicht vorenthalten (lachen).

Habt Ihr ein städtisches Bewusstsein?

Wir nehmen Stimmungen auf und verarbeiten diese. Gerade wenn man Menschen in einer gestressten Stadt beobachtet, bekommt man viel Input. Wir sind da sehr privilegiert, da wir unseren Kreativbereich je nach Stimmungslage anpassen. Das bedeutet, wenn uns Berlin zu heiß wird, setzen wir uns ins Auto und fahren zu Ron in die Idylle. Rekardo lebt in einer Großstadt. Ron lebt auf dem Land.

Habt ihr schon darüber nachgedacht Remixe zu machen?

Re-Mix Anfragen bitte an contact@viermalair.com. Für uns ist es immer eine große Ehre, am künstlerischen Fluss Anderer beteiligt sein zu dürfen.

Ein Track wurde vom Detroiter Label “Women On Wax” aufgegriffen. Wie kam es dazu?

Der Kontakt entstand über >myspace.com/styledriver<. Es muss ja an unserer Qualität liegen, da wir erst in diesem Jahr auf unserem Haus-Label >STYLEDRIVER< die ersten physischen Releases (mit Ausnahme von der Beteiligung auf einigen kleinen Compilations) veröffentlicht haben. "My Philosophy" ist weltweit ein riesen Knaller geworden. Die Freude darüber kann man nur schwer in Worte fassen. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Minx von >WOW<. Weitere Lizenzanfragen werden zurzeit bearbeitet.


Die Viermalair-Maxi-Single "Vibrations" wurde “Single Of The Week“ bei >www.indamixworldwide.com<. Denkt Ihr daran, ein Album zu veröffentlichen? Wenn ja, was ist dessen Konzept?

Das Maxi-Colorspot-Release "Summer Breeze" steht beim Vinyl-Vertrieb >Discomania< bereits in den Startlöchern. Eine frische Houseplatte mit Mixes unterschiedlicher Style`s unserer Club-Kultur, verfeinert mit den Vocals von Fox. Wir trafen ihn auf einer Party und haben ein wenig rumgesponnen. Aus einer kleinen spaßigen Idee wurde ein fester Deal. Ron hat vor Jahren mal mit ihm zusammen gearbeitet und weiß seine Professionalität zu schätzen. Thema sind „Sonne, Strand, Meer und J“. Beim Lesen dieses Interviews hat bereits der neuste Output für die bevorstehende Maxi-EP „deepolar“ die SE-studios in Richtung Vinyl-Presse verlassen. Mit an Board Dj Posh (Club 404/ Tool Players). An einem Concept-Album wird bereits eifrig gearbeitet. Sound und Release-Zeitpunkt orientieren sich stark an den Erfolg der Maxi-Singles und der EP. Einen internationalen CD-Vertrieb hat >STYLEDRIVER< bereits geordert.

Habt ihr bereits das Gefühl von Live-Auftritten erlebt?

Ein Wahnsinn, was Musik bewegen kann. Wir nehmen sehr gerne Einladungen an (booking@styledriver.de). Es ist sehr wichtig, den Sound mit dem Publikum direkt zu erleben. Man kann soviel beeinflussen und erhält unmittelbar sofort ein Feedback. Ein für uns unvermeidbarer Zwischenschritt zur perfekten Produktion.

Anstehende Projekte…

Wir arbeiten an einer Live-Umsetzung unserer aktuellen Viermalair-Produktionen. Das Feedback vom Publikum nehmen wir sehr ernst. Es hilft unser Set zu perfektionieren. In der nächsten Zeit wird da so einiges passieren. Es macht uns viel Spaß, mit den Künstlern auf der ganzen Welt zusammen zu arbeiten. In der Musikbranche ist alles sehr schnelllebig. Wir sind keine Freunde davon. Um aber mit und von Musik leben zu können muss man schnell reagieren. Die Zeit wird es zeigen, ob sich neue Projekte aufzeigen. Durch Rekardos Wurzeln im VJ-Bereich haben wir in der Vergangenheit auch schon in der Video-Branche gearbeitet. Interessant finden wir die Film-, Game- und Werbe-Branche. Wir werden sehen, was uns die Zukunft bringt. Wir empfangen alles mit offenen Armen.

Was möchtet ihr noch anfügen um besser verstanden zu werden und wohin wird euer Weg euch führen?

Musik verbindet! Musik wird immer existieren! Auch wenn das Entstehen von Musik immer preisgünstiger wird, so wird man für sich auch in Zukunft nach Qualität und Stil unterscheiden können und dürfen.12 Grundtöne im interessanten Gewand, nicht mehr und nicht weniger!

See you on Stage "Summer Spirit - 2007"...

Vielen Danke meine Herren. Tschüsschen!


Beats & Bongos
09/2007

Eine Konstellation die schon im Sandkasten begann...
Ihr habt sicherlich schon ne Menge zusammen erlebt, euch doch für einige Zeit aus den Augen verloren und dann wieder gefunden.

Wann wurde euch klar das ihr auch musikalisch zusammen gehört?

Eigentlich hat uns da der Zufall auf die musikalische Ebene gebracht. Im letzten Jahr hatten wir nach längerer Zeit mal wieder miteinander zu tun, weil ich (Lichti) zu einem Sportverein gewechselt bin, bei dem Drag-S bereits aktives Mitglied war. Tja, so haben wir uns öfter gesehen und natürlich auch private Gespräche geführt. So bemerkten wir, dass wir mit „Musik“ eine gemeinsame Leidenschaft haben.

Wie sieht es mit dem Leben vor B´n´B aus? Wart ihr da schon als Musiker tätig?

Aber natürlich, wir haben beide Jahrelang an unseren eigenen Projekten gearbeitet und getrennt voneinander viele Erfahrungen gesammelt. Lichti hat sich auf das klassische und moderne drumming konzentriert und Drag-S hat fleißig seine Musiksammlung zusammengestellt und live auf diversen Veranstaltungen aufgelegt. Interessant wurde es erst, als wir merkten, dass wir all die Jahre nichts von unseren verschiedenen Karrieren gemerkt haben.

Ihr habt euch die Bongos zusammen gekauft. Worauf hast du vorher so alles rumgehauen um Töne zu erzeugen?

Oh ja, wir haben uns die Bongos zusammen besorgt. Das war vielleicht eine spontane Sache! Drag-S kam auf mich zu und sagte mir, dass wir unbedingt was zusammen machen müssen, leider hatte ich kein tragbares Equipment in meiner nähe, da beschloss er einfach, schnell mit mir ein Paar Bongos zu besorgen.
Ansonsten hab ich, mal abgesehen von diversen Drum-Sets, auf allem herumgetrommelt, was mir in die Quere kam, wirklich alles... z. B. auf Tischen, Gläsern, an Wänden, auf Autos, Flaschen, was mir eben vor die Hände fiel und irgendeinen Klang verursachte...
Daraufhin hat mich Drag-S auch gleich verpflichtet mit ihm mal was auszuprobieren.

Euer erster großer Gig liegt noch nicht all zu lange zurück
(Dezember 2006?). Wie war es sich neben schon bestehenden Act´s zu behaupten?

Es war wirklich wahnsinnig beeindruckend, es lief auch alles optimal und als wir uns dann darauf vorbereiteten nach Terrence Parker zu spielen, da waren wir schon ein bisschen aufgeregt. Das Highlight für mich war dann aber als wir uns mit Terrence Parker kurz unterhielten und er mir das Angebot machte auf sein Set zu trommeln. Das war dann schon etwas ganz besonderes für mich.

Gibt’s B´n´B nur Live oder findet man euch auch im Studio wo fleißig an neuen Beats geschraubt wird, um irgendwann mal auf Vinyl erhältlich zu sein?

Tja... vorerst gibt's von uns nur „Live-Shows“ zu sehen ABER wir sind natürlich dabei viel zu experimentieren. Man hat eben auch so ein Paar Ideen im Kopf und um die zu verwirklichen braucht man natürlich ein bisschen Zeit. Wir haben da schon ein bisschen was in Aussicht aber das bleibt vorerst geheim. Soviel kann man aber sagen:
Das musikalische Klangspektrum wird erweitert, das rhythmische Konzept bleibt aber im minimalen Bereich. Na ja, klingt irgendwie verwirrend, muss man wohl einfach mal hören. Sobald wir was Handfestes in der Hand haben, machen wir uns bemerkbar!

Im Moment führt ihr so was wie ne Musikalische-Fernbeziehung, da der Drag-S im Ausland ist. Ist es da nicht schwer neue Sache auszuprobieren und sich vor einem Gig noch ein bisschen warm zu machen? Ihr werdet euch ja nicht allzu oft sehen...

Sagen wir es mal so, wir lieben die Spontaneität – sie ist ein Teil unserer Geschichte und Grundbaustein unseres Konzeptes. Außerdem liegen wir rhythmisch auf einer Wellenlänge und da kann ja fast nichts mehr schief gehen.

Was hofft ihr soll noch kommen & in welche Gefilde der Musik werdet ihr euch noch begeben?

Wir werden experimentieren und den Weg als das Ziel betrachten.

Wie würde es sich anhören wenn ihr einen Gig lang die Rollen tauscht? Musikalischer Tiefschlag oder doch harmonische Klänge?

Hahaa... :-)
Ich muss zugeben, dass ich mir viele Platten früher angehört habe; zum Beispiel „Der Traumzauberbaum“ oder ähnliches - aber sonst bin ich da nicht so der Profi. Dafür gibt es ja auch Drag-S - und ich denke, wir sind mit unseren Rollen ziemlich zufrieden, ein gutes Team sozusagen!

Kontakt: www.myspace.com/beatsandbongos
email: beatsandbongos@gmx.de

Danke für die Zeit, viel Glück beim Platten drehen und Bongos schlagen...
Jana S.


Trentemoeller
09/2007

Bis jetzt kennt man dich als Produzenten großer Dance-Floor-Tracks, Remixes und erfolgreicher Alben. Was hat sich verändert in deinem Leben wenn man die letzten 5 Jahre betrachtet?

Ich hatte seitdem unzählige DJ-Gigs und Auftritte, meine Freude zur Musik ist aber immer noch die Gleiche!
Ich habe in so vielen Clubs gespielt und ich werde es auch weiterhin tun. Zur Zeit spiele ich mein Album “The Last Resort” zusammen mit meiner Band und mit unserer erstaunlichen Video-Show, welche speziell produziert wurde für diese Live-Show von Karim Ghahwagi

Als ich mir deine Biographie im Flieger anschaute, bin ich auf einige kurze Auszüge darin gestoßen wie “Neu Hoffnung der elektronischen Musik” mit Adjektiven wie “jung” und “talentiert” . Du bist jetzt 33 . Fühlst du dich noch jung?

Immer! He he (-:


Zu Beginn des neuen Jahrtausends hast du 2 Jahre komplett Abstand genommen von der elektronischen Musik. Erzähl uns bitte etwas über diese Phase deines Lebens.
Würdest du dir jemals wieder dir diese Zeit zurückwünschen?

Ich habe niemals darüber nachgedacht, es ist auch wichtig für mich!

Ich mache Musik weil ich gefallen daran habe, wenn jedoch die Leute dies auch tun, ist es natürlich eine noch schönere Sache. Damals habe ich mir eine Auszeit genommen weil ich keine Anregung mehr finden konnte in der elektronischen Musik. Ich habe zu dieser Zeit andere Gebiete der Musik erkundet wie Jazz, Classic und Etnik-Musik.


Deine Platten werden so oft gespielt in der heutigen Szene, dass dich mache schon als „Trendymoller“ bezeichnen. Deine weitverbreitete Bekannheit ist sehr erstaunlich wenn man die Details deiner Musik genauer getrachtet (im Vergleich zu dem was vor 5 Jahren angesagt war). Was denkst du darüber?

Hmm, Ich denke die Leute sind im Allgemeinen mehr offen für Musik, vor allem wenn sie sie nicht auf MTV sehen können. Dieser ganze Misch-Masch in der Szene hat viele Leute nach oben hin erweitert im musikalischen Denken. Es ist nicht wichtig welche Genre im Trend sind, sondern welche Musik wirklich gut klingt. Das Internet brachte uns eine Revolution. Seiten wie MySpace machen es möglich als “Underground-Artists” groß raus zu kommen mit der eigenen Musik.

Die elektronische Dance-Szene ist zurzeit überflutet durch Minimal. Noch, fühlt sich der “Minimal Sound” gut, doch er wird älter mit den Leuten.

In welche Richtung wird die elektronische Club-Musik gehen deiner Meinung nach?

Kannst du uns einige neue aufstrebende Künstler nennen, die wir im Auge behalten sollten?

Mininmal strab vor 2 Jahren aus, stimmt das??

Jetzt gibt es Künstler wie New Young Pony Club, Justice, LCD Soundsystem etc. , die uns immer wieder zeigen wie es funktioniert, und das ist das Großartige an dieser Geschichte! Ich denke dass der Minimal-Sound schlechter geworden ist durch diese Entwicklung in der Szene.

Dein Album, “The Last Resort“, ist mehr warmer und organischer als sonst, durch die Benutzung echter Instrumente. Glaubst du dass das eine neue Richtung sein könnte für Dance-Music?

“The Last Resort” ist keine “Dance-Album”, denke ich, aber ich glaube mittlerweile das die Leute sich mehr und mehr trauen viele verschieden Stil-Richtungen miteinander zu mixen.

Ein anderer Trend in der elektronischen Musik ist die erhöhte Verfügbarkeit von Musik-Equipment. Jeder hat die Möglichkeit gute qualitative elektronische Musik zu machen, heutzutage. Was sind deiner Meinung nach die Konsequenzen davon? Denkst du dass die ältere Generation von DJs ihrem alten Ruhm lebt?

Ich weiß es nicht. Aber es ist eine gute Sache für die gesamte Musik-Szene, das sich jedermann leisten kann seine eigene Musik zu machen. Es ist schon längst nicht mehr auf die großen Studios beschränkt! Jeder kann sich hin setzen und versuchen Musik zu produzieren, aber das wirklich interessante an der Sache ist es jetzt, gut genug zu sein etwas eigenes und spezielles zu entwerfen. Das ist jetzt die große Herausforderung.

Eine andere Sache, welche zurzeit bevorzugt von jungen Künstlern benutzt wird, sind auf Internet basierende Netzwerke wie MySpace. Wie denkst du darüber?

Großartig! Mehr Musik für die Leute!!!!!!!

Siehst du dich selbst als Produzent für andere Acts zukünftig?

Nicht wirklich. Ich bevorzuge es meine eigene Musik zu machen. Ich denke das ich mich selbst nicht als Produzent, sondern viel mehr als Komponist sehe….oder vielleicht beides gerade (-:

Du hast Leute wie Royskopp, Moby, Knife und Pet Shop Boys geremixed. Aber Puff Daddy nicht? Warum?

Ich habe Pet Shop Boys geremixed als die Nachfrage kam und ich Zeit hatte, also war es für mich eine klare Angelegenheit, da ich jetzt viel unterwegs und keine Zeit habe meine Arbeit korrekt zu erledigen, musste ich ihn leider absagen . Natürlich hätte es Spaß machen können P. Diddy zu remixen he he …


Würdest du einen Britney Spears Song remixen? Warum nicht?

Ja, warum nicht, wenn es ein guter Song ist warum nicht… ich mag ihren Track Toxic.

Letzte Woche hast du in Glastonbury gespielt und nächste Woche wirst du wieder zu Hause spielen beim Roskilde-Festival. Was versprichst du dir davon?

Ich denke immer an diese Festivals. Es wird sicherlich gut werden, und die Leute wird eine sehr variierende Show erwarten anders, als bei meinen DJ-Auftritten. Ich werde nur Musik von meinem Album performen, keine Remixes!

Hast du schon mal Geschichten gehört über die Festivals, die besucht hastet und über die DJs an deiner Seite?

Nicht wirklich, aber es ist ein wirklich großartiges Line-Up, was sie dieses Jahr haben!

Was werden wir von dir und deiner Band erwarten? Ein Konzert oder mehr Dance-Floor orientierter Sound?

Ein Konzert! Kein Zweifel, aber es wird immer ein Mix sein aus einem Konzert und Einflüssen aus dem Bereich Dancefloor.

Wer ist der weltbeste Produzent im Moment – du or Audion?

Wer ist Audion? (-:

The Trentemøller Chronicles

Ab dem 28.09.07 gibt es von Trentemøller etwas neues auf die Ohren. „The Trentemøller Chronicles“ ist kein neues Doppel-Album aus dem Studio, sondern - wie der Titel schon vermuten lässt - eine Werk­schau über Trentemøllers eindrucksvolles Schaffen in den Jahren 2003 - 2007.
Die „Trentemøller Chronicles“ beinhalten Anders persönliche Aus­wahl seiner besten Songs und Remixe, die bislang nur auf Vinyl oder Compilations erhältlich waren, aber auch einige neue und ex­klusive Stücke.

www.myspace.com/trentemoeller
de.wikipedia.org/wiki/Trentemøller


404/2 Wünsdorf
08/2007

Unter dem Motto „welcome home“ meldet sich das 404/2 nach langer Pause wieder in die Weiten & Breiten der Techno-Club zurück. Am 11.08.07 wird das ehemalige Offizierskasino wieder zum Leben erweckt. Passend dazu haben sich die Jungs der 404/2-Crew DJ Rok & Talisman als Headliner aus der Hauptstadt eingeladen, welche auch als Gründer von Defender Records & Echnoton bekannt sind. Support gibt es dazu noch von 2nd Unit, Kay & Zid, Posh, Doc.tor Ben, Sven Hanke, Mark F., Play-R und Papo.


Wie habt ihr es möglich gemacht dass das 404/2 nach so langer Zeit wieder seine Tore öffnet?

Anfangs rechneten wir gar nicht damit, dass wir überhaupt noch einmal im Club feiern würden. Die Schließung war ein Schock, aber letztlich die Rechnung für den jahrelang mehr oder weniger legal geführten Clubbetrieb. Wir leisteten aber gute Überzeugungsarbeit und mussten für eine erneute Öffnung viele Sicherheitsauflagen erfüllen.

Wo du gerade die Schließung erwähnt hast, warum wurde 404/2 überhaupt Dicht gemacht vor 2 Jahren?

Es gibt diverse Theorien und Mutmaßungen, aber mit Sicherheit hatten Dritte ihre Finger im Spiel und setzten die zuständigen Behörden auf uns an. Die machten den Club erst einmal dicht, waren aber dann auch wiederum maßgeblich an der Zustimmung zur jetzigen Eröffnung beteiligt. Wenn man die kurze Pause von zwei Jahren nicht betrachtet, hat sich das Ganze für uns sogar gelohnt.

Wird sich im Gegensatz zu damals die Strukturierung der Floors/Bars in irgendeiner Form ändern?

Nein, grundsätzlich nicht. Das 404/2 wurde gefeiert, vor der Schließung vor zwei Jahren mehr denn jemals zuvor. Wir machen genau an der Stelle weiter.

Was ist eigentlich das besondere an der Location?

Wer schon mal da war - also von abends um elf bis mittags um zwölf wenn wir mit dem Besen durch gehen – und nicht nur den Club sondern auch das ganze Gelände drum herum erlebt hat, der wird das Besondere entdecken. Letztlich machen wir nichts besser als andere Veranstalter, jede Location und jede feiernde Masse hat ihre eigene Anziehung. Vielleicht liegt es daran, dass wir schon so lange dabei sind und immer eine gewisse Beständigkeit versprüht haben. Dem Club ging es in den Anfangsjahren gut, dann auch zwei Jahre lang richtig schlecht, aber wir haben nicht aufgegeben und das 404/2 in den Jahren 04/05 wieder nach vorne gebracht. Wir werden sehen, ob die Leute den Club wieder so in ihr Herz schließen werden, wie sie ihn vor zwei Jahren hergegeben haben.


Bei meinen letzten Besuch im 404 war ich hin- & hergerissen von der Licht-Kombination aus Laser und zerstörten Spiegelresten, welche an der Wand angestrahlt wurden und einen sehr abgespaceten Effekt ergaben. Wird die Deko in etwa die gleiche sein wie damals oder gibt es grundlegende Veränderungen im Aussehen?

Der kleine Hardfloor hat aus Zeitgründen seine Optik behalten, wird aber sicher in einigen Monaten auch zu neuem Glanz erstrahlen. Die Spiegelstücken der alten Ära bleiben natürlich dran. Der Mainfloor und auch der Eingangsbereich haben eine neue Optik, lasst Euch überraschen.

Wie seid ihr zu den Headlinern Rok & Talisman gekommen für eure Re-Opening-Party?

Talisman zählt eigentlich seit 1999 zum Inventar, er wartete praktisch schon auf unseren Anruf. Rok haben wir uns schon lange gewünscht und nach seinem megafetten Set zum Tresor-Opening war für uns klar, dass wir versuchen mussten, ihn für den 11.08. zu gewinnen. Und er hatte Zeit..

Also ist der Talisman jetzt wieder bei jeder Party zu hören? Wie kam es denn zu der Bekanntschaft?

Nicht bei jeder, wir wollen ja etwas Abwechslung bieten. Talisman und seinen Bruder DJ Winstan lernten wir vor ca. 10 –12 Jahren in Berlin im WM 66 (oder war’s das Matrix?) kennen, so genau können wir das gar nicht mehr sagen. Jedenfalls waren wir damals regelmäßig mit den Jungs in diversen Clubs unterwegs und hatten die beiden dann auch permanent auf den Veranstaltungen im 404/2 dabei. Talisman kennt so ziemlich jeden alten DJ-Hasen in Berlin und dadurch ergeben sich manchmal coole Bookings.

Welchen Grund hatten die Öffnungszeiten für die Tore des Geländes? Wird das zukünftig auch so sein?

Die letzten Parties in 2004 / 2005 haben wir nur unter der Bedingung von privat durchgeführten Veranstaltungen realisieren können, ein Tor zwischen dem Club und der Öffentlichkeit war eine dazugehörige Vereinbarung mit dem Grundstückseigentümer. Das Tor gibt’s noch, wird nun aber nie mehr geschlossen sein.

Somit sind die Veranstaltungen des 404/2 ab jetzt öffentliche Parties oder wie läuft das mit der Genehmigung?

Ja die gute alte Zeit mit den berüchtigten illegalen Parties in Bunkern, Wäldern oder auf Wiesen scheint nun endgültig Vergangenheit zu sein. Ihr müsst aber zugeben, dass wir es lange durchgehalten haben ;-) Es war eine aufregende Zeit! Der Club läuft jetzt offiziell, legal und die Behörden werfen ein Auge auf uns. Was wünscht man sich mehr?

Was waren euren größten Schwierigkeiten bei der „Wiederbelebung“ der Location?

Ganz klar die Erfüllung der Sicherheitsauflagen, u.a. einen Zaun um das komplette Gelände ziehen, das hat einfach Monate verschluckt. Nach der Zusage der Ämter waren wir nun weitere 5 Monate mit den Schönheitsoperationen im Innern des Clubs beschäftigt. Aber die Mühen haben sich gelohnt.



Wie oft werden Veranstaltungen bei euch im Monat stattfinden?

Wir haben wie früher keinen festen Rhythmus, werden aber so circa alle 6-8 Wochen etwas von uns hören lassen. Nach der Eröffnungsparty sind wir dann am ersten Septemberwochenende auf dem Summer Spirit zu hören und dann im Oktober vermutlich wieder im 404/2.

Gibt es neue Resident-DJ’s oder bleibt ihr bei den alten?

Die alten – Posh & Mark F. - haben wir natürlich noch. Bisher konnten wir aber noch keine weitere Nachwuchsarbeit leisten, werden uns aber nun wieder verstärkt neuen Talenten widmen.

Das 404/2 war ja damals ein Offizierskasino der in Wünsdorf stationierten russischen Truppen. Ist das Gelände nicht Denkmal geschützt bzw. auch gefährlich in irgendeiner Form?

Wir feierten fast sieben Jahre ohne dass jemand zu Schaden gekommen ist und auch unsere Gäste waren ein friedliches Volk. Dass soll mit einer frischen Türpolitik auch so bleiben. Klar, die umliegenden Ruinen, Bunker und leer stehenden Kasernen laden zur Erkundung ein, aber mit der Einzäunung des Geländes sollte hier eigentlich niemand mehr auf dumme Gedanken kommen. Das einzige Denkmal kann eigentlich nur der Club mit der feiernden Masse sein...

Wir wünschen euch viel Erfolg bei eurer Eröffnung und möge der Talisman auf eurer Seite stehen!


LGS-Design Wünsdorf
08/2007

Wann und wie habt ihr beschlossen euch in Richtung Kunst zu bewegen bzw. macht ihr das Hauptberuflich oder mehr als Spaß an der Freude"?


Jeder von uns hat sich unabhängig vom Anderen schon viele Jahre vor LGS speziell mit der Graffiti-Malerei beschäftigt.
Zusammen gekommen sind wir im September 2004 durch ein offizielles Graffiti-Projekt.
Da wir uns momentan noch in der Ausbildung (Abitur, Metallbau, Lackierer) befinden, sind wir bis jetzt leider noch nicht dazu gekommen LGS hauptberuflich zu betreiben. Jedoch streben wir für die Zukunft an, unsere Nebentätigkeit zum Hauptberuf zu machen.

Wofür steht eigentlich die Abkürzung LGS-Design? Bezieht ihr euch hauptsächlich auf Graphit sprayen oder steckt da noch mehr dahinter?


LGS steht für "Local Graphic Sights". Ursprünglich rein auf die Fassadengestaltung orientiert, bekamen wir zunehmend diverse Aufträge aus dem Bereich Grafik-Design und Airbrush.

In welchen Richtung gehen eure Kunstwerke oder seit ihr offen für jede Art von Kunst?


Grundsätzlich versuchen wir, so flexibel wie möglich zu arbeiten und uns den Wünschen des Kunden anzupassen. Bei unserer Arbeit ist es also notwendig, für jede Art von Kunst offen zu sein.

Was sind die Vorraussetzungen wenn man bei euch ein Graphit-Motiv in irgendeiner Form bestellen will, muss man da etwas beachten?



Der Kunde sollte nur beachten, dass wir uns nahezu ausschließlich der Dose als Malwerkzeug bedienen. Die Wahl des Motivs ist jedem selbst überlassen und es ist möglich nahezu jeden Untergrund zu gestalten.

Wann und wie habt ihr beschlossen euch in Richtung Kunst zu bewegen bzw. macht ihr das Hauptberuflich oder mehr als Spaß an der Freude"?


Jeder von uns hat sich unabhängig vom Anderen schon viele Jahre vor LGS speziell mit der Graffiti-Malerei beschäftigt. Zusammen gekommen sind wir im September 2004 durch ein offizielles Graffiti-Projekt. Da wir uns momentan noch in der Ausbildung (Abitur, Metallbau, Lackierer) befinden, sind wir bis jetzt leider noch nicht dazu gekommen LGS hauptberuflich zu betreiben. Jedoch streben wir für die Zukunft an, unsere Nebentätigkeit zum Hauptberuf zu machen.

Wofür steht eigentlich die Abkürzung LGS-Design? Bezieht ihr euch hauptsächlich auf Graphit sprayen oder steckt da noch mehr dahinter?
LGS steht für "Local Graphic Sights". Ursprünglich rein auf die Fassadengestaltung orientiert, bekamen wir zunehmend diverse Aufträge aus dem Bereich Grafik-Design und Airbrush.

In welchen Richtung gehen eure Kunstwerke oder seit ihr offen für jede Art von Kunst?

Grundsätzlich versuchen wir, so flexibel wie möglich zu arbeiten und uns den Wünschen des Kunden anzupassen. Bei unserer Arbeit ist es also notwendig, für jede Art von Kunst offen zu sein.

Was sind die Vorraussetzungen wenn man bei euch ein Graphit-Motiv in irgendeiner Form bestellen will, muss man da etwas beachten? Der Kunde sollte nur beachten, dass wir uns nahezu ausschließlich der Dose als Malwerkzeug bedienen. Die Wahl des Motivs ist jedem selbst überlassen und es ist möglich nahezu jeden Untergrund zu gestalten.



Kommt ihr öfters in Konflikt wegen der Graphit-Geschichte mit den Leuten?
Weil unsere Arbeit an die eigentliche Graffiti-Kunst angelehnt ist, fühlen wir uns den Regeln im Graffiti immer noch verbunden, d.h. wenn jemand der Meinung ist, unsere Bilder crossen (=übermalen) zu müssen, dann bitteschön auch mit einem besseren Style. Leider gibt es immer wieder irgendwelche dummen Kinder, die dazu einfach nicht in der Lage sind, aber sich trotzdem toll genug finden um es zu probieren.

Was wollt ihr mit eurem Design erreichen?

to inform, to educate and to entertain ;)

Wie viele Leute sind bei LGS-Design aktiv beteiligt?

3.

Das Gestalten von öffentlichen Gebäuden stellt meines Erachtens ein große Herausforderung dar.
Der Kunde sagt euch also in solchen Fällen wie er das Gebäude ungefähr haben will vom
Aussehen und ihr lasst euch dann ein Motiv einfallen und setzt dieses dann um oder wie muss man das verstehen?

Der Kunde vermittelt uns seine ungefähren Vorstellungen und wir fertigen verschiedene Entwürfe an. Spontane Änderungen können auch vor Ort an der Fläche noch vorgenommen werden.



LGS design
- LGS (Local Graphic Sights)
- gegründet: September 2004
- Mitglieder: Benjamin Bock, Martin Hoffmann und Marian Setny
- Fassadengestaltung, Flyer-, Logo- und Visitenkartendesign, Textildruck
- Flyer: Hörapparat Klausdorf, Gleis Zossen, Energie-Café Zossen u.a.
- Fassadengestaltung: Fahrschule Fuchs, Bahnhofshalle Zossen, Bistro Casa Grande Rangsdorf, u.v.m.
- offizielle Genehmigung, 5km lange Wand rings um die Bücherstadt Waldstadt frei zu gestalten
- und und und...

www.myspace.com/lgsdesign


DJ Rok
08/2007

Waren deine Vorbilder jene Klangerforscher & Minimal-Musiker wie Philip Glass & Arvo Pärt aus dem 20.Jhd??

Vorbilder und Inspirationsquellen gab es viele, von minimal music bis high energy: Steve Reich, Philipp Glass, Brian Eno, Giorgio Moroder, Patrick Cowley, Kraftwerk und immer wieder Kraftwerk, um nur ein paar bekannte Namen von früher zu nennen. Mit der Zeit sind natürlich auch neuere Einflüsse dazugekommen, Detroit Techno, Carl Craig, Franzosen-Elektro, und vieles, wirklich vieles, mehr.

Wenn man den Namen Rok liest, so geht es mir jedenfalls, muss man immer gleich pumpende & „rokende“ Techno-Sets denken. Hat sich da seit 2001 irgendetwas verändert in deiner Stilrichtung?

Grundsätzlich betrachtet: nein. Ein kraftvoller Stil ist einfach meine natur...immer gewesen und wird es immer bleiben. was nicht heißen soll, dass es nicht auch mal relaxt zugehen darf wenn es zur Stimmung passt. Mein Mix auf Gigolo 205 (Rok&Mijk) ist z.b. ein entspannter After-Hour-Mix.

Ist Defender-Records ausschließlich als eine Plattform für deine Produktionen gedacht??

Ja, ein reines Autorenlabel mit nur Rok drin.

Wie hast du es eigentlich geschafft bei so vielen guten Produktionen wie Cycle Sluts, Defender#1 usw. am Boden zu bleiben bzw. was hat dich am Boden gelassen?

Kein Problem, Glamour, Snobismus und überdrehte DJ-Hochkultur haben mich immer schon kalt gelassen.

Wie kam es zur Kooperation mit Mijk van Dijk auf Gigolo-Records vor kurzem?

Wir sind uns seit nun mehr fast 20 Jahren freundschaftlich zugeneigt, und auch wenn wir musikalisch früher oft unterschiedliche Wege gegangen sind, war des Grund genug sich mal im Studio zusammenzusetzen.

Wird es weiterhin von dir noch Releases auf Müller Rec. Geben in naher Zukunft?

Auf Müller...nein. Aber es gibt demnächst möglicherweise ne neue Rok auf Tresor.

Deine Auftritte bei den Ufo-Parties gelten als legendär, was macht diese Abende so besonders?

Vielleicht mein enormer Alkoholpegel von damals...nein, Scherz.
Pionierzeiten haben ihren eigenen Reiz, den man nachträglich schwer beschreiben kann. So was wie der erste Orgasmus, die erste große liebe...die Begegnung mit einer neuen Energie.

Bist du mit der Entwicklung der heutigen Techno-Szene zufrieden?

Musikalisch gesehen haben mich in den vielen Jahren haben manche Tendenzen sehr erfreut, wie Detroit oder Elektro, manche weniger
(trance...würg) und "minimal" ist leider gerade in einer Zeitschleife hängen geblieben...etwas frischer Wind könnte da nicht schaden. Die allgemeine Entwicklung der Clubkultur ist insgesamt ein komplexes Thema, als hocherfreulich betrachte ich da die Eröffnung des neuen Tresor.

Deine Mix-Technik unterscheidet sich von anderen Sets in vielen Punkten, doch was genau kommt bei deinen Sets an Extratechnik zum Einsatz? Effektgeräte bzw. Final Scratch?

Die Frage ist nie, was man hat, sondern wie man das Vorhandene einsetzt. zwei oder drei Turntables, eine gute Monitorbox und ein ordentlicher Mixer reichen mir, zusammen mit guter Stimmung, locker aus, um Sachen anzustellen, die nicht jeder kann. Die Effekte in einem Pioneer Mixer lassen sich außerdem sehr gewinnbringend einsetzen. In Zusammenhang mit Final Scratch habe ich bisher leider nur sehr öde Sets gehört, so was kommt mir nicht ins haus, lieber schlepp ich jedes Mal 60 Kilo Platten mit mir rum.

Du warst schon viel unterwegs sowohl in Deutschland als auch weltweit. Wie und vor allem was unterscheidet deiner Meinung nach die verschieden Szenen weltweit?

Darüber könnte man Bücher füllen, jedes land hat da seine Charakteristiken.
Deshalb lieber mal etwas, dass überall gleich ist: Techno-Parties sind die friedlichsten und fröhlichsten Events von allen denkbaren Veranstaltungen mit vielen Gästen. das hat diese Kultur schon immer, und überall, ausgezeichnet.

Breitet sich gerade ein Minimal-Techno/House Superpandemie in der Welt aus oder gibt es da noch Einschränkungen?

Ich glaube, dass Minimal mittlerweile von manchen schon wieder eher gelangweilt aufgenommen wird und musikalische Alternativen auf vielen Floors gern gehört sind. Aber klar, Minimal-Techno war der Weg der letzten 2 Jahre. jedoch Musik entwickelt sich immer weiter. Wie heißt es schon bei Kraftwerk: "...es wir immer weiter gehen, musik als Träger von Ideen..."

Spielt der Fler bzw. die Aufmachung der Clubs für dich eine wichtige Rolle in der Auswahl deiner DJ-Sets?

Schon, in gewisser Weise. manche Clubs legen eben einfach durch die Räumlichkeit ein gewisses Feeling vor. Im Tresor macht es mir zum Beispiel Spaß richtig Kraftvoll loszulegen, in manch kleineren, kuscheligeren Location würde ich dezenter vorgehen. Relativ druckvoll ist das aber bei mir trotzdem immer.

Wie ist zurzeit die musikalische Lage bzw. Ausdehnung in Berlin? Findest du auch sich dass das Pilgerzentrum für Techno-Freaks in den neuen Tresor konzentriert? Hat der Tresor großen Einfluss auf andere Veranstaltungen?

Der Tresor hat auf jeden Fall großen Einfluss und er hat ja auch das Gefüge in Berlin verändert. Als ich am ersten Wochenende unten im neuen Keller stand, habe ich richtig gespürt, dass die Leute einfach auf TECHNO gewartet haben und der Tresor bleibt der Inbegriff dieser Kultur.


In letzter Zeit hat man immer weniger von „Defender“ gehört. Gibt es Schwierigkeiten oder legt du gerade eine kreative Pause ein?
Soweit ich weiß war das letzte Release Ende 2004 gewesen.

Ende des Jahres gibt es meinen Hit-Oldie "cycle sluts" als Re-Release, zusammen mit einem aktuellen Remix davon, auf Defender...nach einer zugegebenermaßen längeren Pause.


Rec de Weirl
07/2007

Deine Referenzen gehen weit zurück in die Vergangenheit auf diverse bekannte Events. Doch wann war dein wirklicher Einstieg als Electronic-Music-Artists wie du es heute bist?
Resultierend aus einer Acidhouse Vorliebe begann mein Technohouse-DJ Dasein 1989. Die erste Party in der Richtung machte ich dann mit Freunden im Januar 1990. Im laufe dieses Jahres lernte ich dann auch Andrew kennen.
Bevor Dancehall zu Rave Satellite wurde, hast du schon bei Marusha im Studio gespielt. Wie ist es dann zu der Bekanntschaft gekommen?
Das erste Mal war (glaube ich) am 26. oder 28. Dezember 1990. Jetzt wo du die Frage stellst… keine Ahnung mehr wie es dazu kam. Eines der besten Erlebnisse war aber eine weitere Sendung bei ihr mit Dave Angel.

Steht der Name Lanetic ursprünglich für eure ersten Techno-Parties oder was hat zu bedeuten??
Dieses Kunstwort wurde erstaunlicherweise demokratisch im Freundeskreis gebildet, um dem ganzen einen Namen zu geben. Diese Prozedur hat deshalb auch eine Stunde gedauert. ;o)

Andrew und du habt ja Lanetic gegründet und sozusagen „großgezogen“, wofür steht
Lanetic heute in erster Linie für eure Booking-Agentur oder baut sich da im Hinterstübchen euer eigenes Label auf?
Lanetic steht heute für alles was Andrew, Mira und ich auf musikalischem Gebiet treiben. Ich persönlich benutze statt dem Begriff Booking-Agentur lieber Artistpool, weil eine Booking-Agentur doch etwas umfangreichere Aufgabengebiete betreut und einen eigenen geschäftlichen Bereich darstellt.
Wir haben einige befreundete Labels, insofern erübrigt sich der Zeitaufwand.

Als ich vor nicht allzu langer Zeit mit Divinity gesprochen hatte, erzählte er mir dass ihr bei Sonne Mond Sterne in diesem Jahr gemeinsam auftretet. Was kann man dort von euch erwarten? Einen Liveact etwa?
Da wir oft zusammen produzieren und in den Clubs unterwegs sind, kam die Idee zum Projekt direct!. Der Satz beinhaltet alle Möglichkeiten mit denen man rechnen kann. ;o) Mehr möchte ich dazu noch nicht sagen.
Mir ist gerade zu Ohren gekommen dass du des Weiteren bei SMS Changeover-DJ auf der Mainstage bist. Was ist das eigentlich für ein Gefühl die Giganten der Musik-Szene voranzukündigen? In erster Linie ist das doch sehr schwer in 10-15min. seinen musikalischen Stil zu präsentieren und damit die „Lücken“ zu füllen oder?
Die technischen Möglichkeiten (sprich z.B. Lautstärke) erlauben die Präsentation des eigenen Musikstils nicht. Ich sehe diese Changeover auch eher als Herausforderung. Ziel ist eine gelungene Ankündigung für die kommenden Acts.
Das kann sehr inspirierend sein. Zufrieden bin ich, wenn bei den wartenden keine Langeweile aufkommt bzw. das „Eingrooven“ stattfindet.

Wo wir gerade beim Thema sind, was geht denn bei dir zurzeit in Sachen Eigenproduktion? Auf der Brandenburg-Allstars Compilation Vol. IV konnte man ja bereits einen Track von dir mit Miss Pawsie hören bzw. auch auf Metrosexx waren ja Remixe von dir zu hören!
Eigene Musikproduktionen mache ich jederzeit. Sehr oft allerdings unter Pseudonymen. Das ermöglicht mir u.a. auch völlig andere Dinge zu tun als man von mir „gewöhnt“ ist, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden.
(z.B. Remixe für Charterfolge oder andere völlig abwegige Dinge).
In diesem Zusammenhang: auch auf der letzten BRBA Compi war ein Track dabei. ;o)
Im Moment arbeite ich an Tracks für Aromamusic, elected tunes und natürlich BRBA Compi.
Da es jetzt schon eine Weile her ist: Miss Pawsie ist übrigens meine Katze. :o)
Sie verdiente die Aufmerksamkeit, weil sie jederzeit in Woofernähe dabei war und ist.

Wie schaffst du es eigentlich bei so vielen Bookings den Überblick zu behalten bzw. immer rechzeitig am richtigen Ort zu sein?
Darum kümmert sich die „gute Fee“ Annett und unsere zeitgemäße Booking-Engine im Netz der Netze.


Was hat es eigentlich mit deinen Dred-Locks auf sich? Sind die echt?
Meine Dreds oder wie auch immer man das bezeichnen will, habe ich seit dem Ende der 80er Jahre.
Begonnen hat das Ganze als Ausdruck meiner Umtriebigkeit.


Kannst du uns etwas über dein Projekt „Weirlbeats“ erzählen?
Weirlbeats war ein Projekt u.a. mit Marco T. zwischen 1992 und 1995. Wir haben damals viele Raves bereist und Produktionen veröffentlicht. Heute sehen wir uns ab und an. Er ist im Übrigen auch heute noch Live unterwegs.
Bist du unter der Woche bei Lanetic für die Promo tätig oder bist du eher anderwärtig?
Unter der Woche versuche ich keine Gigs anzunehmen, um Zeit für meine Tracks zu haben. Ansonsten kümmere ich mich ein wenig im Netz.

Bei meiner Arbeit hier für Summer Spirit und SMS habe ich des Öfteren Infos über die verschiedensten Künstler mir besorgt, jedoch habe ich nie deinen bürgerlichen Namen herausgefunden! Welchen Grund hat das?
Einen ganz einfachen. Da mich mein Umfeld nie mit richtigem Namen anspricht, macht es keinen Sinn diesen zu verwenden.

Habt ihr eigentlich immer noch euren eigenen Lanetic-Truck von der Loveparade 1993 & 1994? Wenn ja seit ihr auf der diesjährigen Loveparade vertreten trotz das sie nicht mehr in Berlin stattfindet?
Wenn du die Frage auf das Fahrzeug beziehst: Meinen geliebten VW Bully (LP 1993) habe ich leider nicht mehr.
Loveparade ist seit 1994 nicht mehr unser Thema. 1995 und 2000 war ich allerdings als DJ auf einem Truck noch mal eingeladen.


Gunjah
06/2007

Wenn man den Namen Gunjah auf unzähligen Flyern liest, dann denkt man sich das du schon seit Beginn des Techno dabei bist. Aber jeder hat mal klein angefangen. Wo waren deine ersten Klänge zu hören und wann hast du den Sprung geschafft?

Ich habe 1994 in Dresden angefangen Platten aufzulegen, da gab es den Techno aber schon, und es bis heute nicht verlernt. Wenn Du mit "Sprung" den Absprung meinst, den habe ich noch nicht geschafft.

Jedes mal wenn man Showboxx auf einen Flyer liest dann ist die Veranstaltung des Öfteren mit deinen Namen verbunden. Wie bist du dort Resident geworden?

Eigentlich ließt man meinen Namen ja fast immer auf den Flyern..:-) Ok, von vorn. Ich habe 1998 mit meinem Partner Frank in Dresden versucht einen Technoclub zu etablieren unter dem Namen "Tweakers". Leider ist dieses Projekt gescheitert, da wir damals noch ziemlich blauäugig waren und nicht wirklich Ahnung vom Club-Geschäft hatten. Parallel dazu habe ich mit einem anderen Partner einen illegalen, mittlerweile legendären, Underground-Club betrieben. Das Studio 43. Nach nur 3 Monaten haben uns die Ordnungshüter den Laden wieder geschlossen, aber der Ruf war so immens, das wir dringend eine neue Location brauchten, um dort weiterzumachen wo wir aufhören mussten. Ja, und da hat sich das Tweakers natürlich super angeboten. Allerdings hatte ich dann einige Differenzen mit meinem damaligen Partner vom Studio 43, so dass wir (Frank Weisbach und Gunjah) uns kurzerhand entschlossen haben neu anzufangen und so haben wir das Ding dann Showboxx getauft. Anfangs wurde in der Boxx nur House- und Discomusik gespielt und ich konnte mich dort musikalisch nicht verwirklichen, obwohl ich der Veranstalter war, und so habe ich angefangen die Funkwelt-Parties zu veranstalten auf denen ausschließlich elektronische Musik gespielt wird. Erst auf der Strasse E, dann im Alten Flughafen und mittlerweile in der Showboxx.
Also um jetzt die Frage zu beantworten, wie ich dort Resident geworden bin-ich mach die Parties ja alle selbst und somit bin ich natürlich dort auch schon immer Resident Dj.

Durch deine vielen Auftritte jedes Wochenende wird viel Zeit in Anspruch genommen, ist da überhaupt noch Platz für ein normales Leben? Was treibst du so unter der Woche, auch viel unterwegs?

Ich finde ich habe ein normales Leben, das hat für mich nichts damit zu tun, ob man viel unterwegs ist oder nicht. Unter der Woche mache ich die Bookings für die Band Northern Lite, die Bookings und die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Showboxx und Funkwelt, ich mache Musik, ich esse, ich schlafe und geh mit dem Hund raus. Voll normal oder??

Was willst du mit dem Namen „Going Strong“ zu deiner neuen Platte aussagen?

Also „Going Strong“ heißt ja auf Deutsch "gut in Form" und ich finde ich bin im Moment: Gut in Form!


Worauf bezieht sich der Name deines Labels Armut 24, hat dies etwas mit dem ostdeutschen Raum zu tun?

Das Label gehört ja nicht mir, sondern den Jungs von Northern Lite und ich fungiere dort quasi nur als A&R. Mit Ostdeutschland hat das rein gar nicht zu tun. Armut24 wurde als Sublabel von 1st. Decade Records gegründet bei dem es ja immer ein uniformiertes Auftreten in Form von spezieller Visualisierung durch Fotos beim Artwork der Cover gibt und das ist natürlich sehr teuer und ist bei jeder Platte die man raus bringen möchte gar nicht mehr finanzierbar und somit wurde ein neues einheitliches Format mit einheitlichem Cover für die Clubmusik gegründet. Armut 24!

Immer wieder hört man von deinen erfolgreichen Funkwelt-Parties im Raum Dresden. Seit wann ist die Funkwelt existent? Was willst du damit vermitteln?

Vielen Dank! Die Funkwelt gibt´s seit 2001 und meine Aufgabe dort ist gute, elektronische Tanzmusik in Dresden zu präsentieren die sonst leider nirgends stattfindet. Einer muss es ja machen..;-))

Auch in diesem Jahr wird es wieder (zum zweiten Mal) auf dem Summer-Spirit einen Funkwelt-Floor geben. Kannst du uns verraten was uns dort erwarten wird und was gerade deinen Floor anderen unterscheiden wird?

Ich denke der Floor wird sich in erster Linie musikalisch ein wenig von den anderen Floors unterscheiden, was auf die von mir eingeladenen Künstler zurückzuführen ist. ADA & Metope werden ein gemeinsames Live-Set spielen was ja eigentlich nicht die Regel ist, da Beide normalerweise Solo unterwegs sind. Dann gibt es noch ein neues Live-Projekt aus Dresden, nämlich Matschiste & Insect O. feat. Alex Troniq. Die haben alle grad super Platten am Start und werden die Hütte ordentlich rocken. Auch die anderen Artists und Friends sind nicht zu vergessen. Im Grunde will ich den Sound, der sonst in der Funkwelt zu hören ist mit nach Niedergörsdorf bringen.

Siehst du in deiner gesamten musikalischen Entwicklung den Höhepunkt mit deiner heutigen Musik?

Nein, da sich die Musik ja ständig weiterentwickelt und ich jede Woche neuen Sound für mich entdecke kann ich nicht von einem momentanen Höhepunkt sprechen.

Was sagt denn deine Zukunft wie es bei dir weitergeht, noch mehr auflegen oder weiterentwickeln in Richtung Liveact?

Da ich Dj aus Leidenschaft bin, stellt sich diese Frage für mich nicht.

Wie kam es dazu, dass du mit Lexy das Projekt THE MOENSTERS ins Leben gerufen hast und wie sieht die Zukunft des bekannten DJ Duos aus? Irgendwelche neuen Veröffentlichungen?

Das Projekt heißt nur MØENSTER und die MØENSTER schrauben gerade in Ihrer Gruft eine neue Scheibe zusammen. Die Zukunft heißt hier: Wahnsinn!

Was hältst du von der ganzen Dissen-Bewegung, manche Künstler - die sehr viel mit Techno am Hut haben – spielen immer häufiger in Großraumdiscotheken. Wie stehst du dazu?

Das ist ja nun nicht neues und unbekanntes da elektronische Musik sehr populär ist und zum Teil immer noch oder wieder in "Dissen" stattfindet. Das kann man sehen wie man will. In einigen Gegenden gibt es ja auch keine Clubs im herkömmlichen Sinne so dass nur die Disse bleibt, wenn man Techno hören will. Fakt ist, dass Techno in Deutschland, wenn man mal ganz zurück schaut, in eben diesen Diskotheken Anfang der 90ziger angefangen hat und sich dann erst die reinen Clubs und Partys herauskristallisiert haben. Heutzutage muss es am Ende jeder für sich selbst ausmachen.

Was willst Du zum Schluss unseren geneigten Lesern noch mit auf den Weg geben?

Dem geneigten Lesern... jetzt muss was Anspruchsvolles oder Intellektuelles kommen? Ok, den find ich gut:
Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind.
Wir sehen uns auf´m Summer Spirit!!


Oliver Lieb
06/2007

1996, glaub ich, hat man dich das letzte Mal in Brandenburg im Sperrgebiet hören können. Hast du dich bewusst alles etwas ruhiger angehen lassen oder warst du anderwärtig beschäftig?

Nicht bewusst...ich war bis 2002 so viel unterwegs – meistens weiter weg...UK, Australien, USA, Asien etc. Der ganze Trance Hype der da noch sehr groß war und für mich schon lange abgeschlossen war, hat mich doch ziemlich genervt und ich musste für mich mal wieder neue Wege gehen. Deshalb hatte ich schon fast die Koffer gepackt, um nach Los Angeles zu ziehen und dort im Bereich Filmmusik zu arbeiten, da sich ein paar Sachen in die Richtung ergaben...Aus verschiedenen Gründen hat sich das dann aber wieder zerschlagen und ich habe im Studio sehr intensiv nach neuen „Sounds“ gesucht, die mich reizen. Jetzt plane ich auch wieder neben dem Produzieren öfters Aufzulegen.

Wann hast du beschlossen von deiner Bandgeschichte zum selbstständigen Elektronik-Artist zu wechseln?

Das war nicht parallel...ich hatte keine Lust mehr auf Bands, sondern wollte lieber alleine etwas machen und da war nun mal der Umstieg klar, da zu meiner Band-Zeit nicht wirklich etwas einigermaßen professionelles mit Live-Musik zu erreichen war.

Was hat es mit deinen vielen verschiedenen Pseudonymen auf sich
Dienen sie der Umsetzung verschiedener Musikrichtungen oder kennzeichnen sie die Zusammenarbeit mit
anderen Künstlern?

Beides...damals konnte man nicht verschiedene Sachen unter einem Namen machen und es wollte auch jedes Label „seinen“ exklusiven Projektnamen...mit anderen Produzenten unter meinem Namen macht ja keinen Sinn.

Was war für dich persönlich der größte Erfolg in deiner bisherigen Laufbahn sowohl als Dj und Produzent?

Für mich zählt es am meisten, das machen zu können was ich will...das mache ich seit ich anfing.

Weißt du eigentlich noch wie viele Tracks du seit deinem Beginn bis heute produziert hast?

Nein...das ist mir nicht wichtig.

Hast du noch Kontakt zu deinen Kollegen von früher wie Sven Väth oder den Leuten aus dem Omen in Frankfurt?

Es gibt einige Leute von früher mit denen ich hin und wieder Kontakt habe, oder die ich mal beim Auflegen treffe...


Kannst du uns etwas über deine aktuellen Projekte erzählen?

Da gibt es erst mal mein Maschine Label, auf dem ich unter „Solieb“ veröffentliche und das frisch gestartete „Maschine LTD“ Label – mit der ersten Veröffentlichung von mir. Dann habe ich praktisch durch Zufall mein altes Projekt Spicelab wieder aktiviert und es kommt im Juni eine neue Maxi auf Harthouse heraus.

Im Abspann von dem Horror-Film „Alone in the Dark“ habe ich deinen Namen bei der Filmmusik gelesen! Wie ist es dazu gekommen? In welche musikalische Richtung begibt sich diese Film-Musik? Gibt es noch andere Film-Musik von dir?

Das fing an mit dem Film, den die Leute davor machten „House of the Dead“. Ein Produzenten-Freund von mir rief mich an, der die Produktionsfirma kannte. Es wurden kurzfristig drei Titel hierfür gebraucht und danach kam dann der Auftrag für „Alone in the Dark“ teile des Pop Scores zu machen...Die Arbeit wurde leider zum Albtraum, da man wohl nur nach einer billigen Möglichkeit suchte, eigene drittklassige Ideen umzusetzen. Nach sechs Monaten nerverei war ich jedenfalls froh damit fertig zu sein und werde vorerst in diesen Bereichen nicht mehr arbeiten. Für „Alone in the Dark“ waren die meisten Titel sehr Breakbeat lastig.

Was hat für dich eine größeren Stellenwert, das Produzieren oder das Remixen?

Eindeutig das Produzieren...da kann ich neues machen...bei Remixen haben die Auftraggeber meistens eine konkrete Erwartung und außerdem möchte ich ja selbst immer auch dafür sogen, das man das Original noch erkennen kann. Ich habe eine Zeit lang gar keine Remixe mehr gemacht, da ich keinen Anreiz mehr sah und mich das auch im Sound zu sehr einengte. Ich habe gerade letzte Woche einen Remix fertig bekommen...weiß gar nicht den Projektnamen...hmmm...es wird auch hier wieder etwas mehr von mir zu hören sein...ein, zwei Remixe stehen noch für die nächsten sechs Wochen an.

Was hat dich inspiriert in Richtung Minimal zu produzieren?

Ich würde das nicht minimal nennen...eher Techno im aktuellen Sound. Minimal gab es schon vor sehr vielen Jahren und das heutige „Minimal“ hat damit sehr wenig zu tun. Was ich aber trotzdem am aktuellen „Minimal Hype“ gut finde ist die Tatsache, dass wie in den frühen Tagen eine Menge verschiedener Stile zusammen unter einem Namen passieren. Somit ist doch einiges mehr möglich, als noch z.B. vor fünf, sechs Jahren.

Zurzeit gibt es eine sehr starke Musik-Bewegung in Richtung Minimal. Verspürst du manchmal einen Drank wieder zum Techno/Trance zurückzukehren oder denkst du da ehr anders?

Ich mache einfach nur Musik. Wenn ich mich nur an den Trends orientieren würde, wäre ich immer hinterher in meiner Entwicklung, bzw. ist eine Anpassung an einen Trend nicht wirklich als Entwicklung zu sehen. Das hat heute auch etwas von „Trance“ damals...aber lange nicht so groß. Ein anderer Sound funktioniert in den „Charts“...die Sachen von davor laufen nicht mehr so gut und jeder sah das als neue Möglichkeit gutes Geld zu verdienen. Das passiert eigentlich immer in der Musik... Es gibt die, die bei der Entstehung eines Sounds prägend dabei sind und andere, die immer „auf der Suche sind“ nach neuen Sachen, die sie kopieren und für sich adoptieren können - egal ob Metal, Punk, Trance oder was auch immer. Es sind in den letzten Jahren eine Menge sehr talentierter Produzenten aus diesem „minimal“ Bereich bekannt geworden. Warten wir einmal ab, ob hier die Flut der Veröffentlichungen weiter die Szene vergrößert, oder ob sich alles zerschlägt und in einzelne Bereiche zerfällt. Für mich jedenfalls könnte weiterhin so offen mit den verschiedensten Styles umgegangen werden. Das jahrelange extreme Schubladendenken hat ja bekanntlich die Musik nicht weitergebracht.

War es früher einfacher gute Musik zu veröffentlichen als heute?

Also hierzu könnte man bestimm ein Buch schreiben...Früher waren sicherlich die Verkaufszahlen besser, aber das Problem ist eher, das es heute einfacher ist „schlechte“ Musik zu veröffentlichen. Früher waren elektronische Sounds fast ausschließlich im Club zuhause, oder auch mal in ganz wenigen Radiosendern. Somit war der ganze Sound etwas Besonderes und klang auch sehr lange frisch und neu. Durch die Flut von Veröffentlichungen heute aus allen Bereichen und Werbung an allen Ecken mit Klingeltönen hier und da trägt das sicherlich dazu bei, das ein (neuer) Sound wesentlich schneller wieder out ist weil man es einfach nicht mehr hören oder ertragen kann.

Kommen wir nun zur technischen Seite des Interviews. Mir schwebt im Hinterkopf das du ein Sammler seltener Produktionswerkzeuge bist. Was darf sich denn dein Eigen nennen?

Ich bin nur Benutzer – kein Sammler...ich habe in den letzten Jahren immer weniger „Hardware“ benutzt, eher Sachen wie Reaktor oder mein Kyma/Capybara System...aber in letzter Zeit fange ich wieder an hier und da ein paar Raritäten einzubauen. Auf www.myspace.com/solieb habe ich eine Foto-Slideshow meiner analogen Highlights. Dazu gehören wohl der voll midifizierte Memorymoog, AKS Synthie A, Roland Jupiter 8, System 100A, SH101,MKS 30, MKS 50, Korg Mono/Poly, MS20, MS50, SQ10, Oberheim OBXa, Pearl Syncussion, und noch ein paar andere...

Wie siehst bei dir in nächster Zeit aus? Hast du vor wieder mehr aufzulegen oder bleibst du ehr ruhiger?

siehe 1.

Wann sind deine nächsten Dates im Raum Brandenburg?

Mal sehen... ;)


Funky
06/2007

In deinem Plattenkoffer findet man stilistisch nicht nur eine Schiene. Kannst oder willst du dich nicht festlegen?


>Na ja, die Festlegung verschiedener Stile erzeugt bei mir persönlich irgendwann lange Weile und somit wechsle ich sehr gerne die Genre.

Was würde/wird uns dann bei eigenen Produktionen erwarten & in welche Richtung soll dies dann gehen?

>Auf jeden Fall sehr abgefreakt! Yeah!

Welche deiner beiden Dj Persönlichkeiten will oder muss öfter raus gelassen werden? Funky oder Dr.F?

>Dr.F ist cooler. Er lässt mehr Spielraum für kranke Phantasien offen. Er dreht durch, ab und trifft genau da, wo die Leute es mögen.

Wo ist musikalisch und Crew-Technisch deine Homebase?

>Bei Enca Booking, ganz klar. Neben Acts wie THE HORRORIST und DJ ZET bin ich doch bestens aufgehoben, oder?

Gibt’s neben dem Auflegen noch andere Dinge die du in der Szene tust, machst & betreibst?

>Zwei eigene Clubs. Ich sage nur Zossen rules! E-Werk ist ganz klar und unser neuer Club GLEIS bedarf viel Liebe und Fürsorge.

In deiner Bio. steht es ist kosmischen Einflüssen zu verdanken wie, am Anfang, dein Handeln beeinflusst wurde...gibt’s dazu eine kurze Stellungnahme?

>Musik ist das, was man fühlt und denkt und am besten auf die passende Party Crowd am Abend umgesetzt bekommt, denn every time is partytime, und partytime is everytime...


Du bist ja nun schon einige Nächte lang (seit 1997?) auf Party, als Gast und Act, unterwegs. Würdest du sagen ´früher war alles besser`?

>Mit Sicherheit war die damalige Zeit viel interessanter, aber nichts desto trotz obwohl alle Noten durchgespielt sind, gibt es wieder neue Spannungsbögen zu entdecken. Oder besser ausgedrückt, Leute, die die Musik heute leben, tragen den Spirit weiter.

Was kommt in Zukunft & womit können wir rechnen?

>Eine Menge interessanter Sachen...

Next Dates:
Watching out for www.myspace.com/funkyenca

Contact:
info@enca-booking.de

…Jana S. ©…


Petra Struwe
06/2007

1. Als Frau hinter dem Pult hat man ja schon viel von dir gehört. Meistens fällt dein Name in Verbindung mit Geballer, Schredder oder Lady Terror. Wie kommt es, dass du so harte Musik spielst?

Als ich anfing Platten zu kaufen stand ich vor der Frage "House oder Techno", da ich zu dem Zeitpunkt beides sehr gern gehört habe. Letztenendes habe ich mich für die härtere Gangart entschieden, da mir dieser Stil von je her doch immer etwas mehr zugesagt hat...und es einfach zu wenige Mädels gibt, die mal ein bisschen mit der Faust auf den Tisch hauen.
Ich habe mir dann das Equipment gekauft...aber hatte keinen, der mir mal ein bisschen zeigt, wies geht. Von daher hab ich einen Monat probiert und dann eigentlich nur noch sporadisch... . Und Mitte 2003 kam dann das Gespräch auf, dass ich zu hause ein bisschen auflege und zack stand ich auf dem Flyer einer Resistant DJays Party im Oktober 2003 und musste praktisch innerhalb kürzester Zeit meine legetechnischen Fähigkeiten auf Vorderman bringen.

2. Du bist jetzt schon 4 Jahre aktiv dabei und hast in dieser kurzen Zeit bewiesen dass du dich gut durchsetzen kannst. Als du damals in Domsdorf angefangen hast, kann ich mich erinnern, haben viele, unter anderem ich auch, ziemlich erstaunt geschaut als sie dich als erste Frau bei uns in der Gegend hinterm DJ-Pult gesehen haben. Geht es dir heute noch oft so dass du bei deinen Gigs bestaunt wirst oder hat sich das mit der Zeit gelegt?

Generell habe ich es nie als etwas Besonderes angesehen, als Frau hinter den Reglern zu stehen. Aber man merkt schon ein bisschen, dass es vom Publikum anders aufgenommen wird und man hat es mit zwei Seiten zu tun: zum einen wird man eher skeptisch beäugt und muss sich stärker beweisen als manch männlicher Kollege, zum anderen gibt es aber natürlich auch viel positives Feedback...



3. Du bist sehr oft im Triebwerk zu hören! So weit ich weiß bist du da Resident. Wie bist dazu gekommen und seit wann spielst du da regelmäßig?

Das Triebwerk DD veranstaltet regelmäßig Newcomer Partys, bei denen sich aufstrebende DJs und Liveacts vorstellen und behaupten können. ich habe mich auch dort beworben und Anfang 2004 gespielt. Daraufhin wurde ich ende 2004 zu United Ladyterror 2 eingeladen und kurze Zeit später bekam ich das Angebot als Resident beim Triebwerk einzusteigen. Das habe ich natürlich nicht ausgeschlagen...

Und wie oft spielst du im Monat und wann genau kann man dich dort hören?

Das ist sehr unterschiedlich...mal so und mal so. Je nachdem wie man gebraucht wird. Aber im Jahr sind’s so um die 3-mal (als Resident). Das hat aber auch damit zu tun, dass nicht allzu viele Partys vom TW direkt veranstaltet werden sondern vielfach Einmietungen stattfinden.

4. Ist es nicht schwierig als Resident in einem Klub die Leute immer wieder von neuem zu rocken?

Diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht. Da man in der direkten Position des Residents nur 3 bis 4 mal im Jahr spielt und sich auch ständig weiter entwickelt, kann man den Leuten immer wieder etwas neues bieten.


5. Vor einiger Zeit hatten wir ein interessantes Gespräch über deinen DJ-Namen. Dieser Name, welcher nicht dein bürgerlicher ist, hat dir schon einigen Ärger gebracht in Verbindungen mit einer gleichnamigen älteren Frau aus deiner Umgebung. Erzähl doch mal was es damit auf sich hat?

Es gibt eine Frau in DD mit diesem Namen. Das wusste ich aber bei meiner Wahl nicht. Petra Struwe ist rein zufällig aus der Kombination mehrerer Vor- und Nachnamen entstanden. Da ich aber eben häufig in DD spiele, haben viele Leute die tatsächliche Petra Struwe angesprochen. Daraufhin hat sie Kontakt mit mir aufgenommen, um ihrem Ärger über den "Namensklau" Luft zu machen. Ich erklärte die Sachlage und konnte sie somit versöhnlich stimmen.


6. Wie siehst bei dir in Zukunft aus? Gibt’s schon irgendwelche Interessanten Sachen zu erfahren?

Mit Zukunftsplänen halte ich mich gern bedeckt, denn meistens kommt es anders als man denkt. Aber generell kann ich sagen, dass ich gern noch lange die Leute mit meiner Musik begeistern möchte!

7. Was kann man unter den Namen monoFM verstehen?

zum Namen: Wir sind kein Radiosender
verfolgte Interessen: Booking, Artwork,Community,Clubbing (Partys organisieren)
Bookingmember: Petra Struwe, Freeze_frame, Miss Funatic, Psychobats aka Miss Funatic & Miss Nature, Pierre Ottenfels, K.Fog, Pierre Möller, Metric, Hajo Nova, Macro LIVE, GRG LIVE, DJ_Coxx, Daniel Briegert, Maxxis
verfolgte Ziele: Partys organisieren, Community-Aufbau für elektronische Musik, Flyererstellung, Labelgründung
Musikstyle monoFM: electronic Music, von soft bis hart
Herkunft: Dresden, Freital ,
Gründer monoFM: monoject Funatic Midicat mono= mono Funatic = F midicat = M = monoFM Funatic
veranstaltete Partys: Audiobahnanschlag (Open Air) , From Mono to Midi (Grotte Dresden), monoFM & Klang Syndikat Partys, monoFM & Querschlaeger Partys(Frequenzamnesie/Triebwerk Dresden, Figurenspiel/Rohtabak Döbeln, Frequenzgestört/Triebwerk Dresden), Saxony Frequency, Stauseemeeting, Auf Sendung, Polygene Beats
Zusammenarbeit mit : Radio Quintessenz, Klang Syndikat, fly2mars, Incite Records, Quatric-Records, OBC (club), TekkXP, Querschlaeger,...


8. Machst du eigentlich auch eigene Veranstaltungen oder beschränkst du dich aufs Auflegen???

Momentan lege ich nur auf. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

9. Dadurch dass du oft in Dresden spielst ergibt sich für mich die Frage wie es mit der Klub-Kultur dort aussieht? Kann man starke Unterschiede feststellen im Vergleich Elbe-Elster?

Ich denke ja...ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in DD mehr Angebot als Nachfrage gibt und somit ein größeres Konkurrenzverhalten...das macht sich leider bei der Anzahl der Partygänger bemerkbar, die sich dann meistens auf mehrere Partys am Wochenende aufteilt. so kann man eher schlecht einschätzen ob und welche Party gut besucht sein wird. Aber nicht immer ist die Veranstaltung mit dem besten Lineup auch die Bestbesuchte...


10. In letzter Zeit hört man viel von einer Entwicklung in Dresden hin zu Schicki Micki (schön, reich und Hauptsache teuer)! Bekommst du da als etwas von mit?

Im Bezug auf Techno kann ich dem eigentlich nicht zustimmen. Aber im Bereich Electro/Minimal oder House und den dazugehörigen Clubs, ist so was durchaus zu beobachten.


11. Wie steht’s zum Thema Techno in Disco’s? Seit neustem scheint es in Mode zu kommen das immer mehr bekanntere Techno-Player für genug Geld überall spielen.

Ich persönlich finde es nicht so gut. Natürlich sollte Techno nicht nur im dunklen Hangar praktiziert werden...eine gewisse Kommerzialisierung braucht jedes Genre um überleben zu können. Aber genauso wenig förderlich ist in meinen Augen ein Überangebot. Deshalb steh ich dem Thema Techno in Discos eher skeptisch gegenüber. Wer Techno hören will, sollte das in einem Club tun.


12. Ich bin gerade über deine MySpace-Seite gestolpert. Hat das einen Grund das man nichts lesen kann oder brauch man die entsprechende Pille zur Seite damit Schrift sichtbar wird?

Das ändere ich, bei mir sieht alles normal aus. Gut, dass man mir das mal sagt.

13. Wo sind deine nächsten Gigs?
12/05/2007 Triebwerk Dresden
19/05/2007 Kesselhaus Singwitz
25/05/2007 M-Toxins Bday@ Strasse E DD
02/06/2007 Club Bellevue, Lübben
16/06/2007 Alte Schälerei Stroga (bei Großenhain)
14/07/2007 DD-nähere infos folgen
21/07/2007 BREEZA-FESTIVAL Altdöbern

14. Hat man es als Frau hinter den Decks einfacher weiter zu kommen als die männliche Konkurrenz?
Das mögen vielleicht viele denken, aber nein...das ist nicht der Fall. Das wäre auch nicht in meinem Interesse. Ich möchte gebucht werden, weil ich gute Arbeit mache und die Leute meinen Sound mögen. Aber nicht, weil ich Brüste habe...

Ich glaube es ist an der Zeit mich bei allen zu bedanken, die mich bisher musikalisch und auch künstlerisch unterstützt haben.

Homepage: www.petra-struwe.de
www.myspace.com/petrastruwe


Play-R
05/2007

Bereits im Jahr 2002 konnte man den Namen Play-R viel in Verbindung mit dem Henn Vegas hören. Der inmitten eines Dorfes liegende Club stand damals unter anderem für den Neubeginn der Techno-Szene im Raum Elbe-Elster. Größen wie Wolle XDP, Speiche sowie Andy la Forge spielten zu dieser Zeit ihre Platten dort. Aber auch der Veranstalter selbst, Play-R (DJ und Veranstalter), ist bis heute längst kein ungeschriebenes Blatt mehr in der Region. Unzählige Veranstaltungen sowie die Alte Kantine prägen seinen unverwechselbaren Namen. Wir haben uns mit Frank Krüger aka Play-R in seinem Plattenladen in Finsterwalde auf einen Kaffee getroffen und ein paar Worte über die Klub-Szene in der Region ausgetauscht.


Wann war dein Anfang in der Szene? 2002 mit dem Henn Vegas die erste Location?

„Mein Anfang war wie jeder typische Anfang eines Djs in der Szene. Damals, 1993, habe ich mich das erste Mal auf einen Techno-Event begeben, was mich entscheidend geprägt hat. Mit dem Besuch dieser Parties wurde von Mal zu Mal das Interesse größer sich einmal selbst an den Two-Turntables zu betätigen und Platten so zu spielen wie man es am liebsten mag“. Bis es soweit war, sollten aber noch einige wilde Jahre mit unzähligen Partybesuchen vergehen. Irgendwann, so gegen 97 / 98, mit meinen ersten pitchbaren Plattenspielern auch die Mixing-Anfänge, Schonung der Nachbarn und des Gehörs – ausgeschlossen! Leider musste ich mein Hobby Ende 1999 bis 2001 aus beruflichen und privaten Gründen auf Eis legen. Neue Prioritäten gesetzt, sollte es Mitte 2001 dann aber glücklicherweise doch weiter und voran gehen.
Ja Henn Vegas war 2002 mein Anfang als Veranstalter. Der damalige Betreiber kam auf mich zu und bot mir eine Art Kooperation an. Leider fehlten damals wichtige regionale Kontakte sodass die Partys dort nie so werden konnten, wie ich sie mir vorgestellt habe, dass hat auch etwas mit der Vorgeschichte des Gebäudes und den damaligen Betreibern zu tun gehabt. Aber egal jeder Anfang ob als DJ o. Veranstalter ist schwer.


Dein Style ist sehr vielseitig geprägt. Kannst du uns in einem Satz erklären worum es geht?

Zitat MySpace: „Kurz gesagt, es geht um eine Mischung von groovigen bis straighten Beats, welche liebevoll Oldschool und Moderne vereinen“.


Als du mit dem Auflegen angefangen hast, hattest du da Vorbilder nach denen du dich gerichtet hast? Wer gab dir Inspiration?

Es gibt viele DJs und Produzenten, welche für mich von großer Bedeutung waren und noch heute sind! Die Einflüsse waren und sind vielfältig. Um nur einige zu nennen kann man sagen, dass Green Velvet ,Reinhardt Voigt und Michael Mayer, sowie Steve Bug und Blake Baxter großen Einfluss auf mich ausgeübt haben und meinen Style in die richtige Richtung gewiesen haben. Das wichtigste ist dabei jedoch sein eigenes Ding zu machen und nicht jemanden zu kopieren.


Mit wem arbeitest du als DJ bzw. als Veranstalter zusammen?

Wenn die Chemie, stimmt mit allen die mit mir zusammen arbeiten wollen. (Dissen nach wie vor ausgenommen)


Früher stand dein Name in Verbindung mit Exzess Beats, ein Teilprojekt von dir?

Die so genannte Exzess Beats GbR war damals zur Betreibung der Alten Kantine gedacht und bestand aus mir und meinem ehemaligen Geschäftspartner. Die GbR sollte der Alten Kantine den nötigen rechtlichen Background geben.


Soweit ich weiß, hast du mal die Alte Kantine Arenzhain betrieben. Was ist eigentlich aus ihr geworden? In letzter Zeit hat man nichts mehr davon gehört!

Letztes Jahr im Juni, am 16.06., war die letzte offizielle Party von meiner Seite, welche laut Flyer schon vorher angekündigt wurde. Nach fast zwei erfolgreichen Jahren in der Kantine zeichneten sich Differenzen mit meinem ehemaligen Geschäftspartner ab, die unsere weitere Zusammenarbeit nicht mehr ermöglichten. Die einzig richtige, wenn auch schwere Entscheidung war es die Exzess Beats GbR aufzulösen und die Alte Kantine zu verlassen. Diese Konsequenz wurde von der Crew im Nachhinein bestätigt. Trotz all dem wird diese Zeit unseren Gästen und Gast-DJs immer in guter Erinnerung bleiben, trotz der Höhen und Tiefen.


Kannst du uns etwas über deine Veranstaltungsreihen in Sonnewalde und Lugau erzählen? Arbeitest du alleine oder mit Unterstützung?

Um auch weiterhin Parties nach eigenen Vorstellungen veranstalten zu können und unseren DJs eine kleine Homebase zu geben, gingen wir mit unserer Funkhaus-Reihe ins Landei Lugau. Dadurch wurde das Landei Lugau auch für elektronische Klänge bekannt.
Funkhaus VI coming soon.
Im Gegensatz zu Lugau veranstalteten wir in Sonnewalde, im ehemaligen Manhattan, größere Events mit überregionaler Besetzung. Große Unterstützung erhalten wir dabei von unserer treuen Crew, auf die wir sehr stolz sein können. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle. Next Date: 23.06.07 Manhattan Sonnewalde


Seit Neustem hört man immer wieder von den Veranstaltungsreihen in Plessa im alten Kraftwerk. Ist das auch eine deiner Produktionen?

Da seit längeren Kontakt zur Pitchwerk-Crew (Block A – Kraftwerk Vetschau / Breeza) bestand und diese Veranstaltungen im Kraftwerk Plessa planten, beschlossen wir zusammenzuarbeiten. Das Kraftwerk ist aufgrund seines industriellen Charakters eine der außergewöhnlichsten Locations in Brandenburg. Davon kann man sich voraussichtlich im Spätsommer 2007 wieder überzeugen.


Wie sieht es bei dir produktionstechnisch aus? Legst du nur auf oder schraubst du auch an eigenen Tracks?

Seit einiger Zeit knarzt und rasselt es unterm Dach bis sich der Nachbar auf seine Art und Weise dazu gesellt.  Jetzt mal im Ernst, ich bin aktiv dabei, jedoch fehlt mir noch einiges an Equipment um meine Vorstellungen verwirklichen zu können. Ab und an gibt es ein paar Auszüge auf MySpace zu hören. www.myspace.com/djplayr
Neben dem Produzieren nimmt das Platten auflegen einen größeren Stellenwert ein. Es ist wohl für jeden DJ das Schönste mit dem Publikum Spaß zu haben und dabei noch seine eigenen musikalischen Vorlieben kreativ darstellen zu können.


Du bist sehr aktiv und hast viel unter der Woche sowie am Wochenende zu tun. Viele DJs kommen dich unter der Woche besuchen in deinem Plattenladen in Finsterwalde/Massen. Wie ist es dazu gekommen, auch noch einen eigenen Plattenladen zu betreiben? Schon immer eine Idee von dir?

Mit dem Plattenladen, den ich zusammen mit meiner Freundin betreibe, ist es ähnlich wie mit unseren Veranstaltungen, die ja auch unter Top Spin rec. Laufen. Wir haben also mit Top Spin Records, egoistisch gesagt, den eigenen Lieblingsplattenladen ins Leben gerufen. Mittlerweile haben wir auch einen kleinen Bookingpool, mit dem wir im Rahmen unserer Möglichkeiten talentierte junge Dj`s fördern wollen. Die Idee aber zum eigenen Plattenladen kam Anfang 2003 als der einzigste Plattenladen der Gegend, Code 17, in Lübbenau zu machte. Also sahen wir eine Chance für uns und ergriffen diese letztenendes auch. Aus eigener Erfahrung wusste ich das Plattenläden wichtige Standpunkte für die Szene sind, welche es ermöglichen sich individuell und persönlich beraten zu lassen. Mit unseren Plattenladen in Massen haben wir unsere Idee verwirklicht und einen wichtigen Anlaufpunkt für viele DJs und solche die es noch werden wollen, geschaffen. Liebhaber kommerzieller Musik werden bei uns sicher nicht auf ihre Kosten kommen, dafür aber alle, die Wert auf gute elektronische Musik legen.
Top Spin Records
Ernst-von-Delius-Straße 9
03238 Finsterwalde/Massen
www.top-spin-shop.de

Wo kann man dich in nächster Zeit hören?
02.06.07 Club Bellevue / Lübben
23.06.07 Manhattan Sonnewalde
07.07.07 Summer End Beats / Gorden
20.07.07 Casino / Amberg –Bayern
21.07.07 Breeza Festival / Altdöbern
18.08.07 Electric Bowl / Schöna-Kolpien

Wie kann man dich erreichen bzw. buchen?
Tel. 0179/5312522
www.myspace.com/djplayr
djplay-r@web.de
www.pitchwerk.de


Oliver Koletzki
05/2007

1. Wie kam dein musikalischer Wandel von Hip Hop zu Techno und House? Hast du dich ganz und gar auf elektronische Musik beschränkt oder bist du da ehr flexibel?


nein, so flexibel bin ich nun auch wieder nicht, dass ich heute techno und morgen hiphop mache! vor ca. 8 jahren hab ich hiphop gehört als der noch fest im untergrund verankert war. die totale kommerziellisirung von hiphop fand ich schrecklich und hab mich eh zu dem zeitpunkt schon für moderne musik interessiert...


2. Wie siehst du die heutige Techno-Szene? Hat sich im Gegensatz zu damals viel verändert? Wenn ja in wie fern?


soweit ich das beurteilen kann, sehe ich im großen und ganzen keine entscheidenen veränderungen, aufjeden fall nicht zum negativen.


3. Gib es in deinen Produktionen Verbindungen zwischen früher und heute?


klar. meine elektronischen produktionen in den letzten jahren waren noch sehr strukturiert und songorientiert, wie man es von der pop oder hiphop musik her kennt. das wird sich aber auch mit den kommenden veröffentlichnungen ändern. die sind fließender und kompakter.


4. Nachdem du durch deinem Hit der „Mückenschwarm“ erfolgreich geworden bist hat sich vieles für dich verändert, sei es der Bekanntheitsgrad oder die vielen Auftritte in den verschiedensten Clubs national sowohl auch international. Hast sich in all den Jahren eine Vorliebe für Veranstaltungen und Clubs herausgebildet? Spielst du trotzdem noch auf kleineren Veranstaltungen?


ja, ehrlich gesagt sogar am liebsten, auch wenn das leider eher selten ist. auf openairs spiel ich aber auch sehr gern.


5. Was machst du wenn du mal nicht hinter den Plattenspieler stehst? Gehst du auch mal feiern ohne gleich ans Arbeiten denken zu müssen?


natürlich gehe ich privat auch sehr gern und ausgiebig feiern und wenn ich mein managment fragt, auch viel zu oft...


6. Was kann man von dir in nächster Zeit erwarten? Neue Releases auf Kling Klong?


die nächste große sache ist mein erstes album das ende mai erscheint. es heißt "get wasted" und erscheint auf stil vor talent. eine neue klingklong kommt dann im juli zusammen mit martin eyerer.


7. Wie stehst du zum Thema „Liveact“? Durch deine umfassende Ausbildung mit der Gitarre sowie mit dem Klavier bist du ja instrumentalisch sehr begabt. Könntest du dir einen Liveact mit diesen Instrumenten vorstellen?


mein eben angesprochenes album werde ich ja diesen sommer in form eines liveacts präsentieren. dort werde ich auch viele sachen live auf meinem keyboard spielen!


8. Hast du seit dem Mückenschwarm wieder mal Kontakt gehabt mit Cocoon Records bzw. Sven Väth?


logo. mit dem a&r pauli steinbach telefonier ich immer wieder mal und den booker götz hab ich gerade in thailand getroffen.


9. Wie würdest du deinen Stil mit einfachen Worten umschreiben beschreiben?


funky techhouse. mal mehr electro, mal mehr minimal.


10. Wie man im Internetz sehen kann, gibt es bei MySpace von dir auch einen Account. Nutzt du oft die Möglichkeit sich mit anderen Usern über das ein oder andere Thema auszutauschen?


ich bin schon sehr oft online und lese auch alles was ich an messages bekomme, aber zeit für längere unterhaltung über myspace hab ich leider nicht.


11. Wusstest du bei der Produktion von der „Mückenschwarm“ dass der Track so gute Resonanz bekommen wirst?


ich wußte, dass der track sehr stark ist. und ich habe gehofft, wenn er auf dem richtigen label rauskommt, dass er auch erfolgeich werden kann.


12. Benutzt du beim produzieren analoge Technik oder digitale?


90% digitale - 10% analoge.


13. Wirst du öfters auf der Straße angesprochen aufgrund deines Bekanntheitsgrades?


dienstagmorgen beim bäcker nicht, aber samstagnacht im club kann das schon mal passieren...


DJ Divinity
05/2007

Wie lange bist du aktiv beim Auflegen dabei bzw. wann war dein Einstieg in Richtung House / Electro?


Ich dachte, das wird ein Interview über Musik und nicht über SEX. Aber hier die Fakten. Seit meiner Kindheit habe ich Musik gemacht und danach getanzt, in der Schule die Partys organisiert und die Musik von Kassette geliefert. Mit dem ersten Geld Anfang der neunziger Jahre fing das Platten- kaufen an und irgendwann stellte sich heraus, das waren meistens Housescheiben. Die habe ich dann abends in einer Bar gespielt und daraufhin kamen die ersten Anfragen... für die groooooßen Clubs.

Deinen DJ-Namen Divinity / Gottheit hast du dir nicht selber gegeben, soweit ich weiß. Wer gab dir diesen?


Mein Freund Anton.


Welche Rolle spielt das Auflegen bei dir, war es schon immer ein beruflicher Traum oder eher ein Hobby?


Das ist meine Berufung. Es war immer ein Teil meines Lebens, meinen Freunden mit Musik Freude zu bereiten. Ich denke da noch immer wie ein kleiner Junge, der ein großes Fest feiern will. Mit allen zusammen in Harmonie.

Ziehst du Grenzen zwischen der Musik beim Platten spielen und deinen privaten Musikvorlieben?


Musik hat keine Grenzen! Wenn, dann werden sie in unseren Köpfen erzeugt. Zu meinen Musikvorlieben: Sicher würde ich sehr gern mehr meiner FAVORITS in den Clubs spielen, doch sind das sehr oft Songs, die ich nicht unbedingt im Club spielen kann! Die Lieder, die es mir dann aber richtig angetan haben schneide ich mir in Form eines Remixes clubtauglich. ;o) Und noch was anderes: Was ganz geil ist, wenn plötzlich dein Favorit neben dir steht, dir bei deiner Kunst lauscht und dann auch noch tanzt. Passiert 2002 im Frankfurter Club 190East. Der 1.58 Meter große P. R. Nelson aus Minneapolis.


Aus vielen Ecken hört man viel von dir über deine Show-Einlagen beim Auflegen. Wie kann man sich das vorstellen als Außenstehender?



Die Frage kann man nicht beantworten. Kommt und erlebt es selbst. Erwartungen kann man schnell enttäuschen.


Gibt es eine Nachricht, die du mit deinen Sets verbreiten möchtest? "Dance Music Sex Romance" jetzt und hier!


Was ist bei deinen Auftritten am schönsten?


Wenn alle glücklich sind. Noch Fragen?


In einem älteren Interview habe ich gelesen, dass du sehr viel arbeitest bzw. kaum Freizeit hast. Hast du bei all der Arbeit Zeit für eine Beziehung oder bist du eher ein Single-Mensch?


Das ist ja mal eine interessante Frage, die noch nie gestellt wurde. Toll! Und jetzt die Popstar-Antwort: "Nein, ich bin Single.“



Man kann dich unter verschiedenen Pseudonymen bei unterschiedlichsten Veranstaltungen hören. Kannst uns etwas über deine Projekte verraten, insbesondere über deinen Auftritt mit Rec de Weirl bei SMS dieses Jahr?


Als Erste. Wir verraten nix, was bei SMS passiert. Rec und ich arbeiten hart! Ich habe viele Projekte am Start! Eines der neuesten ist die Zusammenarbeit mit Nina Queer, der bekanntesten Transe Deutschlands. Was sonst noch kommt, lasst euch überraschen.



Du hast schon unzählige Releases deiner eigenen Produktionen. Arbeitest du alleine im Studio oder hast du Unterstützung?


An dieser Stelle möchte ich als Erstes meinen Mentor Tom gedenken der unverhofft Anfang April verstorben ist. Er hat mir bei den musiktechnischen Fragen zur Seite gestanden und bei der Umsetzung von Produktionen geholfen. Ansonsten arbeite ich alleine in meinem eigenen Studio.


Zurzeit ist der Handel mit MP3 Musik sehr umstritten. Was hältst du von der Verbreitung der MP3s im Internet sowie von DJ-Set-Mitschnitten in Tauschbörsen?


Musik ist frei und gute Tracks finden immer ihren Weg. Daher ist das Internet bzw. das Format mp3 schon die schnellste Form der Verbreitung. Ich stehe nur den Mitschnitten von Sets kritisch gegenüber, da man das, was man im Club an dem Abend macht, nicht festhalten kann (Bilder, Emotionen und Momente). Die Leute sollen auch nicht zu Hause sitzen und sich die Sets reindudeln, sondern sich bewegen und in die Clubs kommen. Ich mache aber am Ende jeden Jahres eine Abschluss-Mix-Cd und die verschenke ich dann gerne. Im Handel gibt es auch eine Menge Mix-Cds von mir zu kaufen, unter anderem mit Paul van Dyk "10 Jahre Gmf".


Hast du jemals bei einer Veranstaltung schlechte Resonanz bekommen?


Hui, jetzt kommen wir zu den schlüpfrigen Fragen. Na klar, von Leuten, die sich auf einem House Event Shakira oder Ähnliches wünschen und dann verärgert sind, dass ich so etwas nicht kenne. Bitte....

Bei meiner Informationssuche über deine Person bin ich auf einen Divinity aus der Schweiz gestoßen. Kenn ihr euch oder seit ihr nur Namensvetter? Schön, dass wir mehrere sind. ;o)


Wo spielst du in nächster Zeit?


Da möchte ich jetzt hier nur kurz ein paar Sachen erwähnen . Am 27.05.07 im Club Blau in Saarbrücken - einer meiner kleinen Lieblinge. 09.06.07 im Sage-Club Berlin, da gibt es dann meine große Geburtstagssause (28), unter anderem mit Rec de Weirl, Dj Maringo und meiner Freundin Emma Lanford.



und natürlich im August auf Sonne Mond und Sterne mit Rec. Das wird heiß...


Luna City Express
04/2007

Euch eilt der positive Ruf voraus, dass Ihr die Langeweile auf den
"MinimalFloors“ der Nation vertreibt. Wie stellt Ihr das an?

Das freut uns sehr zu hören… Lustiger Weise werden wir sehr oft als Minimal oder Elektro Act gebucht bzw. spielen des öfteren eher auf dem Minimalfloor als auf dem Housefloor. Prinzipiell sind wir aber ein House Act und sehr flexibel, was unsere Dj-Sets betrifft. Wir sind musikalisch so offen, dass man bei uns in einer Nacht alles finden und hören kann. House Musik ist für uns die Mitte aller Musikstile und das gibt uns die Freiheit, ein breites Spektrum zu präsentieren. So kann sich bei uns ein Abend mal komplett deepgestalten, aber auch schon mal ins Technoide abdriften, was dann aber z.B. mit diversen A cappellas kompensiert wird, so dass wir den Rahmen der House Music am Ende nie wirklich verlassen - das ist natürlich immer eine reine Definitionsfrage und obliegt der Ansicht des Betrachters bzw. Zuhörers.
Wir lieben es auch, mal einen Abend einzuleiten bzw. aufzubauen und Platten zu spielen, die man sonst nicht zu hören bekommt. Das ist für uns sehr wichtig, denn zum einen basiert darauf der weitere Verlauf des Abends und zum anderen ist es für uns auch ein Prozess, Menschen an andere gute Musik heranzuführen.

In Eurem Technik-Rider steht drin, dass Ihr mit 3 Plattenspielern
auflegt. Kommt noch mehr Technik zum Einsatz?

Neben den 3 Plattenspielern kommen noch ein Cd-Player und ein Sampler zum Einsatz, denn für uns ist es sehr wichtig, dass unsere Sets bewegen und abwechslungsreich sind.

Phage, mit Norman bist Du als Luna City Express unterwegs, hast aber
noch ein Projekt mit Daniel Dreier. Was sind die Unterschiede ?

In erster Linie unterscheiden sich beide Projekte in ihren Wurzeln. Mit Norman arbeite ich mittlerweile schon seit über 7 Jahren zusammen. Durch meine musikalische Weiterentwicklung und Offenheit entstand vor knapp 3 Jahren die Zusammenarbeit mit Daniel Dreier. Das Projekt mit Daniel bewegt sich im Gegensatz zu Luna City Express mehr im Minimal und Techno Bereich.

Ihr habt die neue Moon Harbour Inhouse#2 gemixt. Erzählt mal was
dazu. Warum fehlt das "Flight" diesmal im Titel ?

Das Fehlen des "Flight" hat einen ganz simplen Grund. Dem Label erschien der Name "Moon Harbour Inhouse Flights Vol.Two" als zu lang. Zu häufig wurde der Name des vorherigen Teils ("Vol.One") abgekürzt, da viele Datenbanken nur eine begrenzte Zeichenzahl zulassen und damit den Namen unvollständig kommunizieren. Letztlich konnten sich viele Leute den Titel auch nicht einprägen und somit geht man jetzt einen Schritt auf die CD-Käufer, Händler und Medien zu und gestaltet den Titel deutlich kompakter. That´s it.

Dazu gibt's eine Tour. Wo geht's überall hin ?

Im Rahmen der Release Tour spielen wir in Städten wie Düsseldorf, München, Frankfurt, Barcelona, Paris, Valencia und Amsterdam. Städte wie Tokio und Osaka sind ebenfalls im Gespräch. Regionale Gigs sind in der Tour natürlich auch eingeplant sowie verschiedene Festivals wie die Fusion, SMS, Liquid Sunday oder das Shining am Chiemsee.

Ihr spielt aber auch viel in Mitteldeutschland. Zum Beispiel beim
LiquidSunday Festival. Spielt Ihr lieber auf größeren Sachen oder
in kleinen Clubs ?

Wir lieben kleine Clubs, sie haben meistens sehr viel Charme, sind familiärer und persönlicher als ein Großhallenevent. Für uns ist es sehr wichtig, den direkten Kontakt zum Publikum zu haben und nicht auf einer Megabühne zu stehen und das Gefühl zu haben, nicht wirklich dabei zu sein. Natürlich ist diese Art der Präsentation bei einem Festival oft gegeben, was man aber nicht vergleichen kann, denn ein Festival hat einen komplett anderen Charakter. Wir freuen uns sehr auf die kommende Festival-Saison.

Was kann man in Zukunft von Euch erwarten ? Neue Projekte, Releases,
Hochzeit, Kind ?
Demnächst werden wir eine Platte auf dem spanischen Label Justified Recorthings veröffentlichen und Labelchef Garcy Noise wird zusammen mit Pablo Bolivar einen Remix dazu beisteuern. Weiterhin arbeiten wir gerade an einer neuen E.P. für Moon Harbour, diversen Remixen und natürlich eigenen Tracks.

Phage, Du machst mit Hawks und Marcus Meinhardt ein neues Label namens
Upon You. Versetzt Du deine Freunde in Leipzig? (-:

Auch wenn´s vielleicht nicht so gemeint ist, finde ich die Frage leider etwas fehl platziert, denn hier geht es um Entwicklung und ich arbeite bereits seit längerer Zeit als Künstler mit anderen Labels zusammen. Moon Harbour sehe ich ganz klar als Homebase von Luna City Express, wir sind dort fest integriert und fühlen uns in diesem familiären Umfeld sehr gut aufgehoben. Ich trenne dieses von meinen anderen Projekten - Upon You ist eine Plattform auf der ich mich austoben und verwirklichen kann. Das Gleiche gilt natürlich auch für Marcus. www.uponyou-records.com (Anmerkung der Redaktion: war auch nicht ganz ernst gemeint!)


Dominik Eulberg
03/2007

In den frühen Morgenstunden kann es schon mal vorkommen, dass man Dominik Eulberg alleine und lediglich mit einem Spektiv bewaffnet am schilfbewachsenen Seeufer stehen sieht. Dort, wo niemand ihn stört, geht er seinem Hobby nach: Vögel beobachten. Ist der leidenschaftliche Ornithologe einmal nicht seinen gefiederten Freunden auf der Spur, sitzt er am Computer und produziert Technomusik. Spätestens seit seinem auf Traumschallplatten erschienenen Album „Flora & Fauna“ ist der Name Dominik Eulberg untrennbar mit einem neuen, frischen Entwurf für moderne Technomusik verwurzelt. Seine Musikstücke erhalten so illustere Namen wie „Die Rotbauchunken vom Tegernsee“ oder „Die Wildschweinsuhle“ und sind doch soviel mehr als bloßer Minimaltechno. Alles Schaffen von Dominik Eulberg bietet dabei Einblick in seine zweite große Leidenschaft: die Natur. Schon das Booklet seines Debutalbums hielt detailliertes Fachwissen zu jedem Titel bereit. Seine demnächst erscheinende CD „Heimische Gefilde“ geht noch ein Stück weiter und beschäftigt sich u.a. mit lustigen Sachgeschichten rund um die Natur.
Kurz vor Fertigstellung seines neuen Albums „Bionic“, welches auf Sven Väths Cocoon Imprint erscheint, nutzten wir die Gelegenheit für ein Gespräch mit Dominik.

Deine Interesse an der Natur, im Speziellen an Tieren, ist allgemein bekannt. Hast Du auch eigene Haustiere?

Ja, seit ein paar Wochen wohnen bei uns nun noch zwei sehr süße Degumännchen. Eigentlich wollte diese Tierchen nur meine Freundin haben und ich hatte überlegt, mir ein Salzwasseraquarium zu holen. Da Salzwasserfische aber nur sehr schwer zu halten sind und die Pflege des Aquariums sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, musste ich mir diese Idee schnell wieder aus dem Kopf schlagen. Dafür habe ich nun um so mehr Spaß mit den kleinen Nagetierchen. Es ist unglaublich, wie flink und neugierig diese putzigen Racker sind. Ich hätte zwar sehr gerne noch einen Hund, dazu fehlt mir aber leider die Zeit. Vielleicht in ein paar Jahren…

Neben Deiner Arbeit als Musiker studierst Du Geographie und Ökologie. Kein leichtes Fach! Hat sich der Stellenwert Deines Studiums im Laufe Deiner Karriere verändert? Zuletzt las ich von 2 Urlaubssemestern, wie sieht es momentan aus?

Daran hat sich bisher nicht viel geändert. Ich habe grad das nächste Urlaubssemester beantragt, möchte aber nach wie vor das Studium zu Ende bringen. Mir liegt neben der Musik die Natur und besonders der Naturschutz sehr am Herzen und ich kann mir einen Job in diesem Bereich für mich sehr gut vorstellen.

Ein umfangreiches Studium neben Deinem momentanen Job zu absolvieren, erfordert doch für beide Bereiche ein Höchstmaß an Disziplin. Wie schaffst Du es, Dich gleichermaßen für DJ-Gigs und Weltreisen sowie für Seminararbeiten und trockene Vorlesungen zu motivieren?

Für beide Bereiche ziehe ich meine Motivation immer wieder aus der Natur und werde auch ganz lieb von meiner Freundin dabei unterstützt, die mich immer wieder motiviert, für Studium und Job fleißig aktiv zu sein. Außerdem sind trockene Vorlesungen auch oft ein sehr willkommener Ausgleich zu stressigen Partywochenenden.

Nach regelmäßigen Top-Rankings der Groove Charts im Bereich „Bester DJ“ hast Du mittlerweile auf der ganzen Welt auflegt. Welche Events/Clubs blieben Dir dabei in besonderer Erinnerung? Was hättest Du Dir lieber erspart?

Besonders schön waren die Reisen nach Südamerika und Japan. Es ist natürlich sehr interessant zu sehen, wie in anderen Ländern nach elektronische Musik gefeiert wird und zu erleben, wie die eigene Musik dort aufgenommen wird. Oftmals findet man neben den Parties auch etwas Zeit, einige Eindrücke über das Land zu sammeln und noch mehr als nur das Nachtleben dort kennenzulernen. Ansonsten spiele ich immer besonders gerne auf Festivals wie dem Melt, SMS, Sonar etc. Wirklich schlechte Erinnerungen habe ich zum Glück keine, allerdings kann es schon mal vorkommen, dass man bei mehren Gigs an einem Wochenende Sonntags dann einfach keine Kraft und Lust mehr hat.

Deine Veröffentlichungen ziehen sich durch sämtliche nationale und internationale DJ-Charts. Der vorläufige Höhepunkt ist nun mit Deinem Album „Bionic“ auf Cocoon erreicht. Was erwartet uns dort und wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich habe für Cocoon ja bereits zwei Remixe gemacht, einmal für Roman Flügel und einen für Oliver Koletzki. Das hat Cocoon sehr gut gefallen und so wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Album bei ihnen machen will. Da ich mit Sven Väth durch die Clubnight sozusagen großgeworden bin, war dies natürlich eine sehr große Ehre für mich und ich hab sofort zugesagt.Bei diesem Album geht es, wie der Name ja schon sagt, um die Fusion von Natur und Technik. Es gibt wieder jede Menge lehrreiche Geschichten über die Natur und außerdem eine ganz besondere haptische Überraschung, aber mehr wird nicht verrate.

Wie stehen Deine weiteren (VÖ) Planungen für das Jahr 2007? Deine momentanen DJ-Bookings werden wohl immer umfangreicher, bleibt Dir trotzdem noch genug Zeit für die Arbeit im Studio?

Ab März habe ich jetzt immer ein Wochenende im Monat frei, das ich hauptsächlich für die Arbeit im Studio nutzen will. Für das Bionic-Album hatte ich mir den ganzen Januar freigenommen und habe nächtelang mit viel Kaffee und Tee im Studio verbracht.
Im April erscheint bei Traumschallplatten ein Album mit gesammelten Stücken von mir, herausgekommen mit dem Namen „Heimische Gefilde“, bei dem ich den Zuhörer zu einem akustischen Waldspaziergang einlade und zwischen den einzelnen Liedern besondere Tierstimmen vorstelle.
Ende des Jahres - vermutlich im Herbst - wird es auf meinem eigenen Label dann wieder eine neue Mix-CD von mir geben.

In der Vergangenheit hast Du bereits Deine alternativen beruflichen Pläne im „normalen Leben“  angesprochen. Wie sieht Dein 5-Jahresplan aus und wie lange bleibst Du uns dabei auf der Tanzfläche erhalten?

Mein Herz hängt nach wie vor an beiden Leidenschaften: der Musik und der Natur. Ich werde aber nicht bis an mein Lebensende im Nachtleben aktiv sein, da mich das nicht ganz erfüllen würde und auf Dauer auch zu ungesund und kräfteraubend ist. Allerdings werde ich nie damit aufhören, gemütlich in meinem Studio vor dem Kamin zu sitzen und an neuen Beats zu bauen. Das kann man ja zum Glück bis ins hohe Alter machen ;o) Richtig erfüllt wäre ich, wenn ich dann nebenbei noch den Menschen im Umweltschutz die Schönheit der Natur näherbringen könnte.

Wer Dich schon einmal auf einer Party erleben durfte weiß um Deine beispielhaften Raverqualitäten. Hast Du ein paar unschlagbare Tipps und Tricks für uns, wie man seine Kopfschmerzen zu Wochenbeginn beherrscht und sich wohlfühlt?

An erster Stelle steht nach dem Feiern natürlich ein ausgedehnter Waldspaziergang oder zumindest überhaupt irgendwo an der frischen Luft. Ansonsten ist es einfach sehr wichtig, neben alkoholischen Getränken auch viel Wasser zu trinken und sich auch am Wochenende gesund und vor allem nicht nur flüssig zu ernähren. So beugt man auf jeden Fall Schwächeanfällen und Kreislaufproblemen vor.

Wie sieht Dein Leben während der Woche aus – Wie viel von dem Hype, der momentan um Dich besteht, bekommst Du im Alltag bewusst mit?

Während der Woche versuche ich natürlich in erster Linie einen gesunden Ausgleich zu den stressigen Wochenenden zu finden und so stehen neben der Arbeit im Studio vor allem gemütliche Dinge wie Wellnesstage und schöne Ausflüge mit meiner Freundin auf dem Plan. Einen großen Trubel um mich kann ich dabei allerdings nicht feststellen, ich bin ja auch kein zweiter Robbie Williams!

Dein Osterwochenende führt Dich von der Schweiz über Leipzig nach Potsdam, wo Du das erste Mal im Land Brandenburg auftrittst. Gut so! Hier wartet man natürlich bereits vorfreudig auf Dich. Was sind Deine Erwartungen? (die besser nicht enttäuscht werden sollten)

Ich habe ja bereits zweimal auf dem Melt-Festival gespielt und kann nur sagen, dass die Menschen dort ausgesprochen herzlich waren und innig mit mir gefeiert haben. Deshalb habe ich nun dieselben Erwartungen, wenn ich in Potsdam spiele und freue mich bereits sehr darauf!!

Dominik Eulberg spielt am Ostersonntag 08.04.07 in der Schinkelhalle am Waschhaus in Potsdam. Link: www.coconut-beatclub.de


Tokra Thaan
03/2007

Jeder kann, darf und sollte sie darum missbrauchen.
Der 5.März 2006 - offizieller Release Termin der ersten Single des DJs und inzwischen Produzenten Tokra Thaan und Geburtsstunde des neuen Labels "Black Fox Music".
Blade Runner" - ein Titel, der schon für diverse Musikproduktionen Vorfreude enstehen ließ, aber auch Enttäuschung nach sich zog.
Trotzdem ein neuer Versuch, wie kam es zum "Blade Runner" ?

Ich liebe wie so viele die Atmosphäre dieses Films, die seit ich denken kann auch ein Teil meines Lebens ist.Es sind Filme wie dieser, die zu undefinierten Stimmungen Bilder liefern, dem Zuschauer einen Teil des unterbewussten Ichs durch die Geschichte fremder Personen ins Bewusstsein holen, in die Sprache, zur Bewertung, im besten Fall sogar zur Erkenntnis der eigenen Gefühle und Gedanken. Es geht mir nicht darum, die Musik des Films zu kopieren sondern einen Teil meiner Gefühle, der sich mir durch diesen Film eröffnete, in Form von Musik darzustellen. Erinnerungen, die in ihrer Charakteristik warm und wohltuend, ja kindlich naiv sind, treffen auf das Wissen, dass sie vorbei, nicht mehr Teil der Realität sind
oder speziell beim "Blade Runner" nie waren.

Das hört sich nicht nach jemandem an, den man in der "4 to the Floor" Fraktion finden würde, Wieso dann die Entscheidung für elektronische Tanzmusik?

Nun, ursprünglich komme ich auch aus einer sehr klassischen Musikerziehung mit Klavier- und Flötenunterricht, Gesangs- und Theorieausbildung. Meine Vorlieben galten eher Klassik und Jazz. Ich hasste Techno und Dance, empfand es als billig, ging halt einfach viel zu verkopft an dieses Thema heran. Partys, Urlaub, Freundschaften und auch Liebe, die Verknüpfung mit Musik und die Fähigkeit dieser, sich in diese Zeiten wieder zurück zu begeben, änderten das. Ich gab auf, mich gegen so genannte Unterhaltungsmusik zu wehren und gewann einige simple, aber essentielle Gefühle zurück, dich ich schon in meiner Kindheit verschollen glaubte. Vielleicht sollte man überhaupt die Komplexität von Kunst eher als Mittel betrachten, den Verstand am Denken zu hindern, um der Emotion, ab und zu, mehr Freiheit zu geben.

Auf der Platte sind außer dem Original ein Remix vom Produzententeam "Ampere", das mit "Frontsteps" schon einen aktuellen Clubhit/Elektrohit am Start hat, und ein weiterer Mix von den bekannten Acts "Stereofunk vs. Saint Martinique“.
Wie siehst du diese Stücke in diesem Kontext?

Musik zu machen, ist zu allererst etwas sehr Persönliches, Intimes. Man spricht mit sich selbst, man denkt, man fühlt und der Satz, der am Ende rauskommt, ist ein Lied. Es ist zwar schade, manchmal frustrierend, aber man muss als Künstler davon ausgehen, dass kein Mensch ihn danach besser versteht als vorher. Aber beim Genuss von Kunst kann es vorkommen, dass man sich selbst danach besser versteht, jeder kann, darf und sollte sie darum Missbrauchen, einen kleinen Teil seines Lebens damit verbringen und warten was geschieht. Unsere ersten gemeinsamen Erfahrungen stehen gerade erst an, und ich kann es ehrlich gesagt kaum erwarten. Die Remixe stehen für die beiden Pole, zwischen denen sich das Original nicht entscheiden mag. Der Rhythmus, die Kraft und der Tanz bei "Ampere", die Harmonie, der Traum, das Fliegenwollen bei "Stereofunk & St. Martinique". Als würde einer mit dem Fuß auf den Boden stampfen und sagen: "HIER steh ich!" und ein anderer antworten: "Aber DA will ich hin !"

"BlackFoxMusic" heisst das Label, das dich entdeckt hat, gefördert hat, oder wie muss man sich eure Zusammenarbeit vorstellen?

"BlackFoxMusic" ist zwar ein neues Label, aber ja schon seit längerem als Künstleragentur aktiv. Ich habe schon früher von Zeit zu Zeit aufgelegt, tatsächlich jedoch war es "BlackFoxMusic", die mich unter Vertrag nahmen, mehr Professionalität in meine Arbeit brachten und mir Ziele steckten, ohne meine Arbeit als solche zu beeinflussen. Am Anfang stand der Versuch, Newcomer unter Vertrag zu nehmen, sie auf dem Weg zum Plattendeal, gut bezahlten Auftritten oder ganz einfach einer Zukunft im Musikgeschäft, das es ja ist, zu schützen und zu fördern. Es stellte sich aber heraus, dass viele Labels ihre eigene Philosophie haben und versuchen, die Künstler in diese zu integrieren. In meinem Fall fand immer mal jemand das eine oder andere Stück gut, wollte aber mehr aus dieser Richtung haben und konnte mit vielen anderen Sachen von mir nichts anfangen. Der "My Space" Auftritt von Black Fox und das mit dem verbundene enorme Feedback der Community, unter anderem auch auf den "Blade Runner", führten dann letztendlich zur Entscheidung, das Label zu gründen.

Die gemeinsame Hausnummer von Agentur und Label vereinfachen nun auch die Organisation einer Record Release Tour.

Hm, denk ich mal. Auf jeden Fall läuft es gut an, es herrscht reges Interesse an einem Live Set von mir, was für einen Newcomer ja nicht die Regel ist und mich um so mehr freut. Es sind auch schon einige DJs wie John Aquaviva, The Hacker oder Trick & Kubic mit den Promos unterwegs und supporten die Platte, was auch ein völlig neues Gefühl für mich ist, welches natürlich wieder nach künstlerischer Auseinandersetzung drängt, irgendeine Egotrip Platte oder so was (lacht).

Da es ja dein erstes Release ist, werden sich manche fragen, was sie im Club erwartet, wenn du spielst?

Das kann ich selbst immer schwer beschreiben, da ich festgestellt habe, dass jeder meiner Freunde meine Musik anders definiert. Es sind sehr viele hittige oder poppige Hooks in den Stücken, Melodien, Akkorde, teilweise richtige Lieder, aber immer über einem technoiden, groovig funkigen Rhythmusgerüst. Ich bevorzuge auch eher etwas düstereren Sound, knarzig, gerne melancholisch. sehr tanzbar finde ich. Wie Dance Soundtracks zu einem Fantasyfilm, den es noch nicht gibt. Ich will in Zukunft auch mehr und mehr mit Musikern anderer Stile zusammen arbeiten, eventuell sogar eine richtige Band ins Leben rufen, die Konzerte gibt und meine Musik mit ihren Mitteln umsetzt. Aber das sind ferne Zukunftsträume. Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf das Nahe- liegende, auch so eine Sache, die ich ohne "BlackFox" nicht hinbekommen hätte.

Ja, dann wünsche/n ich/wir dir viel Spaß und Erfolg dabei !


La.Di.Da
02/2007

La.Di.Da ist weit über die Grenzen Tschechiens bekannt als Hardtechno- DJ und ehemaliges, nicht weniger erfolgreiches, Model. Als eine der Residents des ersten Technoclubs Tschechiens – Prague Radost FX – spielte sie sich an der Seite von Carl Cox, Westbam, Jeff Mills, DJ Hell und vielen anderen in die Hirnwindungen und Herzen Ihrer Fans. 1996 wurde sie zur Mayday/Deutschland eingeladen und prompt vom Frontpage Magazine zum besten internationalen Newcomer des Jahres 1997 auserkoren. Seitdem war sie von der Loveparade nicht mehr wegzudenken. Nach einer kleinen Schaffenspause zwischen 1998 und 2000 meldete Sie sich mit der „Mundo EP“ 2001 auf Mueller Records erfolgreich zurück und knüpfte an diesen Erfolg mit einigen Remixen im Jahre 2002 an. 2003 erschien sie auf der Love Parade Abschlussparty an der Siegessäule, welche weltweit ausgestrahlt wurde. Im selben Jahr tourte sie durch Japan und Australien, mit Zwischenstopps in Singapur und Jakarta. 2004 wurde sie bei den Tschechischen Musik Awards zum DJ des Jahres gekürt und veröffentlichte im August 2005 ihre neue Scheibe „Slave to the Rythm“ auf Potential Records UK. Für 2006 ist eine weltweit vertriebene Mix CD geplant. Derzeit ist sie Resident im Club Roxy/Prag und Karlow Lazne/Prag und moderiert erfolgreich die tschechische TV-Show Vodopad. Darüber hinaus ist sie das neue Werbegesicht für Toyotas neues Auto, den Aygo.


Wie nennst du dich als DJ?
- Ladida!


Wo kommst du her?
- Tschechien!


Wo lebst du?
- Prag


Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
- Dynamic electronic music, eine ziemlich breite Palette – von minimal house bis Techno


Seit wann bist du DJ?
- 1995


Wo legst du auf?
- Die ganze Welt ist meine Bühne!


Wo ist der liebste Platz, an dem du auflegst?
- Ich hab einfach Spass daran für nette Leute auf der ganzen Welt aufzulegen!


Was bedeutet es für dich, DJ zu sein?
- Das ist mein Weg, meine Art mich auszudrücken, der Sinn meines Lebens, der mich mental zufrieden stellt. Die einzigartige Erfahrung der Erschaffung von Musik.


Was war der grösste Gig, den du je hattest?
- Es gab eine Menge unglaublicher gigs. Am liebsten erinnere ich mich an die Love Parade 2003, Orion hall 2003 und die Street Parade in Wien 2002.


Was war deine krasseste Erfahrung als DJ?
- Das war in Wien 2002 auf der Haupttribüne der Streetparade: Es war so windig, dass eine slip mat vom turntable weggeflogen ist, so dass nur noch 2 turntables da waren. Eine Sekunde bevor die 2. record zu Ende war, warf mir jemand die slip mat wie ein Frisbee zu und ich krallte mir schnell noch eine 2. record und mixte los … 300000 Leute flippten total aus und ich wusste, dass egal welche beschissenen Sachen noch passieren, ich auf jeden Fall positiv denken muss und darauf hoffen, dass alles besser wird.


Wie sehen deine Projekte für 2007 aus?
- Mein Label „Article“ starten, bei dem ich dann 2 Singles und anschliessend ein Album rausbringen möchte.


Welche anderen Musiker oder Künstler inspirieren dich?
- Marco carola, guido Schneider, svan vath, richie hawtin


Welche Platte würdest du in der letzten Nacht auf Erden spielen?
- Einige remixes von Enjoy the silence von Depeche Mode


Erzähl mir mehr von der elektronischen Szene in deinem Heimatland!
- Es ist grossartig. Wir haben viele beliebte Musikfestivals wie Summer of Love oder Hradhouse, coole Clubs wie z.B. roxy, fabric, radost fx und ein neuer wird Anfang dieses Jahres eröffnet. Wir haben ein paar grosse DJ Talente, die in Europa sehr bekannt sind wie z.B. Lucca oder Michael Burian, aber auch grossartige Produzenten wie Roman Rai, South East, Nipp, Juanita Juarez, Zka4T, Floex.


Was für Sachen hasst du /magst du?
- Es gibt nicht wirklich etwas, das ich hasse, aber ich mag es nicht, von eingebildeten Leuten umgeben zu sein. Ich mag die Übertragung der Energie zwischen den Clubbern und mir, wenn ich auflege.


Was machst du in deiner freien Zeit? Hobbies?
- Musik produzieren, Eventberatung, Surfen, Snowboarden, Haarstyling, lesen , alternative Medizin, Tarot, Tantra, Filme mit Ali G, Jim Carrey


Beschreib bitte deine Persönlichkeit!
- Frag meine Freunde!


Wie war 2006 für dich?
- Ich hatte eine erfolgreiche Tour in China und Australien. China war echt interessant: alle Clubs sind so eine Art Loungeplatz, mehr Sitzmöglichkeiten und kleinere Dancefloors. Die Clubs machen ziemlich zeitig zu, so dass die schon gegen 11 voll sind.
- Chinesen mögen Massagen. Es ist dort echt preiswert – so ca. 4 Dollar für 1 h – da war ich dann etwa 4 Stunden am Tag.
- Der Promoter des Clubs in Shezen, wo ich aufgelegt habe, hat mir erzählt, dass es sogar einen Rave an der Grossen Mauer gab letztes Jahr. Aber ein paar Photographen machten Bilder von Ravern, wie sie an die Mauer pissten – deswegen wurde das Festival von der Regierung nicht noch mal erlaubt.
- In Peking war es etwas schwieriger, weil der Club „Area“ ganz neu war und der Besitzer viel Geld in das Design und die Qualität investiert hatte, dabei aber das Soundsystem vergessen hat. Er hat mir aber versprochen, es bis zu meinem nächsten Besuch zu verbessern.


Was sind deine Wünsche für 2007?
- Viele weltweite Gigs mit toller Atmosphäre und gute Produktionen bei meinem Label, Gesundheit und Liebe


Dein Slogan?
- Be plus


Deine Website? Logo?
- www.ladida.tv


Dressman
02/2007

Ich hatte letztens das Vergnügen deine Eltern auf einer Party kennen zu lernen. Dein Dad erzählte mir, dass eure Familie sehr musikalisch ist. Meinst du die Gene wurden dir in die Wiege gelegt? War das, was sie taten für dich wegweisend?
*...lacht...Naja, schon mein Opa war begnadeter Akkordeonspieler und auch der Rest der Familie spielte Instrumente. Wegweisend war auf jedenfall immer die volle Unterstützung. Es gab nie ein `Gegen` das was ich tue, sondern nur ein `Für`! Und auch heute noch kommen meine Eltern auf die Partys und haben viel Spaß.

Wann bist du dann zur elektronischen Musik gekommen?
*1993 gab’s bei uns in der Schule ein Projekt Namens Schulfunk, was zu dieser Zeit im Land Brandenburg einzigartig war. Dort habe ich mit einigen Mitschülern und Fördermitteln in den Pausen Musik gemacht, was dann auch gleich schon in Richtung Elektro ging. Richtig Blut geleckt habe ich dann 1995 durch Dj Turn P, der mit mir auf die Berufsschule ging. Er gab mir den letzten Anstoß und so besorgte ich mir Plattenspieler und fing an aufzulegen.

Ab und zu singst du... willst du das noch weiter ausbauen?
*Wir sind im Moment dabei ein weitergehendes Projekt aufzubauen. Es gestaltet sich momentan aber noch etwas schwierig, durch den Mangel an Zeit & Technik. Dort sollen u.a. auch meine Gesangseinlagen Platz finden. Ansonsten performe ich ja schon bei meinen Gigs.

Wie sieht’s aus mit eigenen Produktionen?
*Naja, also im Moment gehe ich bereits die ersten Schritte in diese Richtung, Veröffentlichungen sind in naher Zukunft jedoch noch nicht in Planung.


Gibt es Projekte mit anderen Künstlern? Was planst du in dieser Richtung für die Zukunft?
*Also, heute (25.12.06 PDM Waschhaus) spiele ich mit Niklas on Sax, worauf ich mich seit Jahren schon gefreut habe. Das war so ein kleines Geburtstagsgeschenk von meinen Freunden. Ansonsten finde ich es immer wieder interessant der Musik ein neues Gesicht zu geben, mit unterschiedlichsten Einflüssen.

Wo willst du noch hin und was soll noch kommen?
*Generell denke ich mit Vorfreude an die Zukunft und bin gleichermaßen Stolz auf den bisherigen Weg. Einen Schritt zurück gehen schließe ich dabei aber für mich aus.

Dressman & Ocin... nur ein Namenswechsel oder zwei verschiedene DJs?
*Ocin war in den Anfangszeiten mein Name gewesen, mit dem ich mich aber nie wirklich identifizieren konnte. Es war halt einfach mein Name rückwärts und ließ darüber hinaus keine weiteren Assoziationen zu. Dressman wiederum liefert eine erste Idee meines Stils. Es ist der Metro-Dinkystil wie ich ihn gerne nenne. Eine angepasste Mischung aus minimaler und konventioneller Housemusik ohne Scheuklappen.


Was geht deiner Meinung nach gar nicht? Was sind absolute no go`s in der Szene?
*Im Moment habe ich das Gefühl, dass die Leute abstumpfen gegenüber der Musik. Sie stehen mehr auf das Altbekannte. Es ist wirklich schwer, gerade als House Dj, mal ein Set aufzubauen was nicht mit Hits geladen ist. Natürlich gibt es auch Partys da funktioniert es ohne Hits aber das bleibt die Ausnahme. Das Allerschlimmste generell sind und bleiben doch aber die Stressmacher auf Partys, die es teilweise schaffen die Stimmung mit extrem dummen Aktionen zu kippen. Einfach nur prollhaft!

Was gibt dir das Feiern, die Partys und die Musik? Quasi der Ausgleich zum Alltag?
*Für mich ist eigentlich der Ausgleich die Party und nicht unbedingt die Arbeit unter der Woche. Wenn ich auf `ne Party komme und eventuell noch auflegen kann beginnt für mich die Entspannung. Natürlich gibt es auch Wochenenden, an denen ich mal zu Hause bleibe, auf meiner Couch hänge und mein Telefon ausschalte. Das muss auch mal sein!


Dapayk
12/2006

"Impulsion Parasite" heißt das neue Album von Dapayk und erschien auf einem seiner großartigen Labels: Mos Ferry. Gefeatured von Künstlern wie Anja Schneider, Pan Pot, Jay Haze, Mathias Kaden, Someone Else and Troy Pierce, liefert er damit sein zweites Album a la, wie er so schön sagt, "Frikkelsound" ab.

INTERVIEW

Du bist einer der wenigen Produzenten, die sich die Zeit nehmen, ein Album zu
produzieren. Vor einem Jahr gab es das "Dapayk und Padberg Album" und im Oktober dieses Jahres erschien das "Dapayk Solo" Album. Wie ist es entstanden und wer hat daran mitgewirkt?

Niklas: Ich glaube, mit einem Album kann man mehr zeigen als mit 2 oder 3 Singles. Das Paket ist einfach größer und der Bogen kann musikalisch weiter gespannt werden. Ich finde das sehr angenehm. Die ersten Tracks des Soloalbums entstanden bereits vor zwei Jahren, auch während der Arbeit für das Dapayk & Padberg Album des letzten Jahres. Ich muss gestehen, ich arbeite nicht mehr so gern im Studio mit anderen Leuten zusammen. Eva ist da natürlich eine Ausnahme, aber ich habe leider nicht mehr so viel Zeit für die reine Studioarbeit und bei Kooperationen muss man kompromissbereit sein, was wieder Nerven kostet. Abschalten ist da nicht! Daher hab ich es sehr genossen, mich zurückzu ziehen und das Album im Alleingang zu brokeln.

Reden wir mal über Dein erfolgreiches Label "Mos Ferry Production".
Zum einen: Wer oder Was ist Mos Ferry?
Zum anderen: Wer steckt dahinter und was ist die Labelphilosophie?

Niklas: Mo's Ferry Prod. ist ein Label für elektronische Musik, welches ich mit meinem Schulfreund Jan Langhammer Ende '99 gegründet habe. Jan kümmert sich um die Abläufe, Rechnungen, Buchhaltungen etc., ich mach´den Rest wie Grafik, A&R, Websites, Promotion... Wir wollen kreative Musik veröffentlichen und achten weniger auf den gängigen Sound. Wir versuchen, mit einem kleinen Pool an Artists auf lange Sicht kontinuierlich frische Releases unter die Leute zu bringen. Es darf bei uns gern mal dreckiger und zufälliger klingen, aber direkte Genrezuweisungen lehnen wir eher ab. Deshalb nennen wir unsere Musik auch "Frickelsound". Das schränkt uns nicht ein und irgendwie weiss jeder, was gemeint ist.

Sind "Fenou" und "Rrygular" hingegen eine Art Spielwiese?

Niklas: Die beiden Sublabels sind eher eine Erweiterung. Rrygular ist wesentlich tooliger als die Sachen auf Mo's Ferry und richtet sich eher an die DJs. Fenou hingegen ist eine Spielwiese für experimentellen Pop. Mit Fenou habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt. Es ist schwer, Musik auf Vinyl zu verkaufen, die sich nicht automatisch an DJs richtet. Es gibt so viele neue Labels, die im Endeffekt nichts anderes machen als 10 weitere. Fenou richtet sich mit dem 10" Format an die Sammler und ist streng limitiert. Die 01 ist ausverkauft und geht mittlerweile für gutes Geld bei Ebay weg.
Wer macht das tolle Artwork bei Mos Ferry, denn der Wiedererkennungswert ist großartig!

Niklas: Für das Artwork bin ich zuständig. Eva und ich haben die Grundzüge des Designs vor 5 Jahren entwickelt und ich setze das jetzt allein, da Eva keine Zeit mehr dafür hat, weiter fort.

Womit produzierst Du?

Niklas: Hauptsächlich mit Logic 7 und diversen Synths oder Grooveboxen, ein paar Kompressoren usw..

"Dapayk und Padberg live!" erfreute sich riesiger Resonanz. Wird es ein Follow Up geben?

Niklas: Wir haben gerade mit der Arbeit am neuen Album begonnen. Wir lassen uns aber Zeit und werden sicher nicht vor Ende 07 veröffentlichen. Eine Tour wird es als Dapayk & Padberg nicht mehr geben. Zumindest nicht in Deutschland. Man verliert leicht den Spaß an der Sache, wenn einige Clubs eher auf ein Promibooking schielen und der Laden voll ist mit Leuten mit Kameras, aber nur die Hälfte wirklich wegen der Musik da ist. Das wieß man leider nicht immer vorher und wir haben lernen müssen, dass viele Veranstalter für 20 Mann mehr im Club ihre Seele verkaufen.

Warum gibt es Marek Bois und wodurch differenziert er sich von Dapayk?

Niklas: Die Marek Bois Titel sind wesentlich straighter, variieren nicht so in den Beats und sind tooliger als die Sachen von Dapayk, die gerne auch mal holpern. Ich denke Dapayk ist ein wenig experimenteller.

Bevor Troy Pierce ein angehöriger der "m_nus posse" war, hat er auf Mos Ferry released. Wird es wieder einen Release geben?

Niklas: Nein.

Nervt Dich die Großstadt manchmal? Zieht Ihr in Erwägung, mal ins schöne Thüringen zurückzukehren?

Niklas: Momentan genießen wir den Grossstadtdschungel mit all seinen Vorteilen. Natürlich muss man gelegentlich einfach mal raus. Beim Label sind wir alles Kleinstadtmenschen und flüchten so oft es geht aus Berlin. Ich kann nicht ausschliessen, eines Tages wieder nach Thüringen zu gehen. Wäre die Verkehrsanbindung in Erfurt wie in Berlin, wär ich sofort wieder dort.

Was sind die Zukunftspläne der Mos Ferry Familie und was sind die von Dapayk?

Niklas: Demnächst kommt unsere 25. Release auf Mo's Ferry und wir basteln gerade an einem aufwendigeren Design für die Jubiläums-VÖ. Den Artistpool von Rrygular haben wir geschlossen und starten gerade mit neuen EPs unserer Künstler. Veröffentlichungen von Marcel Knopf und Butane stehen an und ein Album von From Karaoke to Stardom. Die Fenou 04 muss ja dann auch mal endlich kommen... Vom Soloalbum lassen wir gerade RMXs u.a. von Audio Werner anfertigen. Das dauert aber noch ein Weilchen...

www.mosferry.de

interview: jenn/klub-kultur/karateklub - november2006


Housemeister
12/2006

Im Oktober 2006 erschien auf Alex Ridhas BOYSNOIZE Label, Housemeisters erstes Album „ENLARGE YOUR DOSE“ (CD/2x12) , welches zur Erhöhung der Dosis auffordert. Höhere Dosis wovon? Beim Hören wird schnell klar, eine höhere Dosis Soundqualität! Weg vom Einheitsbrei, back to the roots und gleichzeitig forward!!! Als DJ und Liveact begeistert der Bpitcher nicht nur seine Fans in Deutschland, sondern bereist mit seinem Equipment die Welt. Mit seinen Labels „allyoucanbeat“ und „berlinkraft“ schuf er Plattformen für den Housemeister Style, den er auch grafisch einzigartig zum Ausdruck bringt.
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Wenn Du Dich nicht mit Musik beschäftigst, arbeitest Du gern an und mit Grafiken. Du entwirfst gern Collagen, bei denen Du Deinen Kopf in das Bild integrierst. Ist elektronische Musik produzieren nicht auch eine Art Collage?

Housemeister: Definitiv! Alles ist nur eine Collage, zusammengefügt aus seinen Teilen.
Man macht mit den Bilder- oder Soundschnipseln, dasselbe wie ein koch oder ein dj, man mixt es sinnvoll zusammen, so dass danach etwas Neues, Besseres oder Leckereres herauskommt. Ganz einfach! Und Spass macht es auch noch=)

Der Track „Enlarge your Dose“ – somit auch der Albumtitel, entstand aus einer Spammail. Ich bekomme täglich 30 davon. Bietest Du mehr?  Du hast bei dem Track mit einem Oldschool Vocoder gearbeitet?

Housemeister: Ich hab noch nicht gezählt, aber es sind wahnsinnig viele, und es werden auch immer mehr. Nein, war kein vocoder, es war mein MAC=)

Ist der Track „Sonne Mond Sterne 2005“ eine Hommage an das Festival?

Housemeister: Ja, das ist er. 3 Tage Sonne, Mond und Sterne 2005, Freitag gespielt, Samstag gig gecancelt und dageblieben, kaum geschlafen, überall nur gute Musik,
Spass, gut unterwegs , Sonntagabend noch das Wohnmobil einer Freundin nach Hause gefahren, dann ins Studio, den Track angefangen und erst aufgehört, als er fertig war. Und so ist der Track geblieben, bis heute=) das war echt geil.

„Der Feedbackdestroyer“ erinnert mich an eine Ostfunk Scheibe (Juno Trip 2005)?!

Housemeister: Du meinst meinen rmx auf dieser Platte? Keine ahnung! ist mir noch kein Zusammenhang aufgefallen, aber kann schon sein, check auf jeden Fall auch mal die cd, das ist für mich das richtige Album, so intro/ aufbau/ fillins/ outro usw. feedbackdestroier ist ja einer von den drei Bonustracks auf dem pinktranzparenten Vinyl. Außerdem gibt’s in der cd auch noch ein lustiges Poster!

Insgesamt hinterlässt Dein Album den bleibenden Eindruck eines riesengroßes Spektrums und Sammelsuriums elektronischer Musik. Jeder Track ist komplett anders als der vorige, verspielt und trashig, dennoch zieht sich ein zarter roter Faden durch die Tracksammlung.

Housemeister: Das ist schön zu hören! Es war auch gar nicht so einfach, die Tracks sinnvoll zusammenzuführen. Ich hab das Album mindestens 100 Mal in allen möglichen Situationen gehört, neu strukturiert, wieder durchgehört , neu strukturiert usw, um dann am Ende doch die allererste Version zu nehmen.
die Erste Version ist bei mir meist die beste.

Vor einigen Jahren war man was Besonderes, wenn man Minimal produziert hat. Heute ist man anders, wenn man es nicht produziert. Es ist kein einziger Minimal Track auf Deiner Scheibe! Geht Dir der Min Hype auf’ n Sack?

Housemeister: Schon, aber es ist mir auch egal, es gibt auch richtig viele geile Minimalplatten, aber bitte nicht ne ganze Nacht und nicht in allen clubs und nicht immer dasselbe! Viele Producer denken nur noch darüber nach, wie sie den sound weiter ausgefeilt und dicker kriegen, und keiner traut sich mehr auszubrechen,
mal anders zu sein, alle machen nur noch dasselbe. Ich bin aber grundsätzlich Optimist! Das wird schon. Solche Dinge regeln sich immer von alleine. checkt mal boysnoize records!

Wie hast Du Alex kennen gelernt und wie kam es zu der „Boys Noize“ Kooperation und letztendlich zu der Veröffentlichung eines Album’s auf seinem Label?

Housemeister: Boysnoize likes my music! Die alten Bpitchsachen und so... eines Tages hat er nen Track von mir für ne mix-cd lizensiert, dann nach´nem rmx gefragt und eines Tages stand er vor meiner Tür. Wir haben uns gleich verstanden und daraufhin so nebenbei eine Platte gemacht:“EASTWEST“, die kam dann auf boysnoize raus. Und irgendwann fragt er mich wegen ner housemeister platte auf seinem Label,
Ich geb ihm 15 tracks, er ruft den nächsten Tag an, und meint: alder, das ist ja schon´nen Album, lass uns mal Album machen. Das wars dann auch schon.
Ich hab dann 3 Monate intensiv dran gearbeitet, noch einige neue Tracks gemacht und andere rausgeschmissen und fertig war mein erstes Album=)

Was hat Dich dazu ermuntert, ein eigenes Label zu gründen?

Housemeister: ich hab halt viele Tracks und liebe es, niemanden fragen zu müssen.

Du bist einer der Wenigen, die noch sehr viel Wert auf analoge Maschinen legen. What’s your favourite?

Housemeister: Alte gittareneffekte, future retro777, ms 20, 303, 808, aber es müssen nicht nur analoge sein, Hauptsache Maschinen, Hauptsache Stepsequenzer!
Elektron ist eine feine Firma, die monomachine und die machinedrum sind unschlagbar. im Moment entdecke ich aber auch den ableton live am Rechner wieder, das ist mittlerweile so eine performance möglich, als wäre es eine maschine.


„Housemeister.de“ gehört´nem verkappten Disco DJ. Hast Du ihm mal nen Drohbrief geschrieben, er soll die Domain rausrücken?  Aber nichts desto trotz: „myspace.com“ is your space?

Housemeister: Na und, ich hab housemeister.info, das klingt doch sowieso viel besser=)
Der Stärkere gewinnt=) Hauptsache ich steh immer bei google oben, wenn man mich sucht. ps. checkt mal noch myspace.com/housemeister

Wie wichtig ist Dir Berlin und wie wichtig war es für Deinen Werdegang?

Housemeister: Berlin ist einfach phatt, hier geht was und hier gibt es schön viel Verschiedens zu essen=)

Kleiner Blick in die Zukunft:

Housemeister: Im Januar wird die nächste Housemeister Single auf allyoucanbeat erscheinen, außerdem´ne rmx Pladde auf Boysnoize und wer weiss, vielleicht auch bald das nächste Album. Ich glaube, nächstes jahr geht’s richtig ab!

interview: jenn/klub-kultur/karateklub – november 06


Northern Lite
10/2006

Euer aktuelles Album "Unisex" ist wieder etwas elektronischer als "Temper" - Ist abzusehen welcher Trend in Zukunft ausgebaut wird? Bleibt ihr elektronisch oder fühlt ihr euch im Indipendent Rock wohler?

NL: Abzusehen ist es nicht. Wir werden auch in Zukunft einfach nur das machen, worauf wir Lust haben. Und wenn es wieder elektronischer wird, dann ist das halt so. Umgekehrt ebenfalls. Wohl fühlen tun wir uns in beiden Bereichen, wenngleich es in der elektronischen Szene immer wieder leute gibt, für die eine Band eher was ungewöhnliches ist.

"Unisex" gibt es in 3 oder 4 Ausführungen zu erwerben?

NL: na, so unübersichtlich ist es nicht. Vom Album gibt es die Ausführungen als CD und als Vinyl, sowie eine Limitierte Spezial Edition mit einer extra DVD, auf der einige Videoclips enthalten sind.

Seid ihr aufgeregt bzgl. der anstehenden Tour zum neuen Album? Was erwartet uns bei Euren Live Gigs in 2006?

NL: Natürlich, immer. Das macht es doch auch aus. Zumal wir bei dieser Tour nicht nur mit einer neuen visuellen Präsentation aufwarten, sondern erstmals mit einem zweiten Gitarristen auf er Bühne stehen. Man darf also gespannt sein.

In euren Texten geht es oft um Zwischenmenschliches und das uns vermittelte Gefühl dabei ist meist ein Hauch Melancholie. Woher rührt das?

NL: Die Texte sind immer etwas persönliches, allgemein gehalten zwar, aber stets so, dass sich jeder seinen Teil heraussaugen kann. Und das von dir angesprochene Zwischenmenschliche ist nun mal das naheliegendste und ehrlichste, was man als Texter schreiben kann.

Man kann euch auch auf der Community-Plattform MySpace.com/northernliteband besuchen. Nehmt ihr euch, bzw. habt ihr die Zeit auf Fanmails einzugehen? Gab es Zuschriften, die euch bewegt oder inspiriert haben?

NL: Dazu erstmal eine wichtige Änderung: der Account wurde derweil auf myspace.com/northernlite geändert, danke eines lieben fans, der die Adresse vorher inne hatte und sie uns überließ. Und ja, wenn es die Zeit zulässt werden die Fanmails auch beantwortet – es kann halt nur manchmal etwas dauern.

In eure Diskografie Reihen sich Remixe für Künstler wie: Rammstein, Sono, Codec & Flexor, Nitsch & Gleinser etc.
Wonach wählt ihr Remixauträge aus und worauf legt ihr beim Remixen besonderen Wert?


NL: Es gibt viele Anfragen, die uns einfach nur ehren, wo wir uns freuen, sie machen zu dürfen. Bei Yello oder Rammstein war dies zweifelsohne der Fall. Oder es sind befreundete Künstler, wo man dies ebenfalls gerne macht. Wert legen wir in erster Linie darauf, dass der Original-Track auch noch als solcher erkennbar ist. Das hat, denk ich, mit dem Respekt vor dem Werk zu tun. Inwieferen er aber auf welche Weise bearbeitet wir, weiß man nie im vorherein.

Entstehen eure Videoclips als Bonus für die Fans, oder laufen diese auch in der Viva/MTV Rotation?

NL: Nun, die wenigsten Sachen laufen ja bei den Musiksendern. „What you want“ bildete da sicher eine Ausnahme. „Cocaine“ bspw. war von Anfang an nur als Clip für die Fans gedacht und wurde ja auch nur übers Internet als kostenlose Downloadmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Die Fans mögen Videos und für unsere Kreativschmiede im Hintergrund, den Leuten von 18oktober.com, ist eine schöne Spielwiese :-)

Ihr spieltet schon bei "SonneMondSterne" (electronic), wie auch beim Mera "Luna Festiva"l (gothic). Zwei recht verschiedene Szenen treffen dort als Publikum auf euch.

Bereitet Ihr euch soundtechnisch anders auf das jeweilige Publikum vor?

NL: Nicht wirklich, da beide Szenen gut mit der Musik so wie sie ist, klarkommen. Der Unterschied ist vielleicht, dass die electronics mehr auf den fetten beat abgehen, währen die gothics das musikalisch-melodiöse bevorzugen.

In eurer Biografie heißt es: "Gehören Northern Lite heute wohl zu den begehrtesten Live-Acts im Bereich der elektronischen Musik" Seht ihr euch noch als solchen, in einer Zeit, wo ein Live Act in dieser 
Szene zur One Man Laptop Show geworden ist?

NL: Mmh, wahrscheinlich müsste unser Promo-Mann das tatsächlich etwas modifizieren. Live-Act meint ja in der elektronischen Musik alle, die nicht als DJ am Pult stehen. Wir sind natürlich der Definition einer Band viel näher als der gängigen Auslegung des Live-Acts.

Wie steht es mit der Annerkennung untereinander
 Welches Feedback bekommt ihr von Alternativ Indie Bands bzgl. der elektronischen Elemente in eurer Musik?

NL: Man weiß natürlich im Musikbusiness nie genau, ob es ernst gemeint ist, aber das Feedback ist stets positiv gewesen. Manchmal war es verblüffend wer alles die Musik von Northern Lite überhaupt kannte. Gerade die Indie-Bands sind da oft sehr herzlich.

In der Vergangenheit gab es kleinere Differenzen mit den Fans der 1. Stunde, die euch nur ungern mit der großen Masse an Fans teilen wollten - Wie seit ihr damit umgegangen und habt ihr über eure Erfahrungen auch mit anderen Bands, wie z.B. Rammstein sprechen können, die natürlich ebensolches erfahren mußten mit zunehmendem Bekanntheitsgrad?


NL: Das muss wohl jede Band erfahren, die einen gewissen Bekanntheitsgrad hat. Andererseits ist das doch auch der Grund, warum sich Leute neuen, unbekannten Bands zuwenden. Dadurch bleibt ja auch alles lebendig und geht vorwärts. Gleichwohl haben wir auch gemerkt, wie viele Fans der ersten Stunde auch heute noch Northern Lite treu sind. Dafür sind wir natürlich besonders dankbar.

Welche Zukunftsvisionen - Ziele haben Northern Lite?

NL: Weitermachen, ganz viel live-spielen, Musik machen...kurzum weiterhin Northern Lite sein.

Interview führte klub-kultur.de


Lexy & K-Paul
09/2006

Seit 1999 bauen LEXY & K-PAUL ihre infektiösen Techno-Electro-Beats zu granatengleichen Dance-Sounds der Extraklasse zusammen und sind damit längst zu Superstars der Dance-Szene aufgestiegen. Wie keine zweiten repräsentieren die Berliner Lexy (Alexander Gerlach) und K-Paul (Kai Paul) einerseits mit ungeheurer Lässigkeit, andererseits mit auf den Dancefloor zielgerichteter Präzision die Technoszene des Nachwende-Deutschlands und gaben dem oft gesichtslosen Genre ein Profil. Wo LEXY & K-PAUL sind, ist vorn. Das war in den vergangenen sieben Jahren so, und das wird auch in Zukunft so bleiben.
LEXY & K-PAUL feiern am Montag, den 2. Oktober den nun schon sechsten Geburtstag von milaro.com! Grund genug, die Jungs mal zum Gespräch einzuladen.

Hallo ihr Beiden!
In den letzten Monaten war es mit neuen Veröffentlichungen von Euch ja eher ruhig. Wie habt ihr die Zeit genutzt? Wart ihr fleißig im Studio?


Lexy K-Paul ist ja ukrainisch und bedeutet soviel, wie der immer Fleißige!
Und das sind wir, wir waren extrem viel im Studio und haben ein neues Album zusammengebastelt, welches glaube ich, unser Bestes wird.
Wir haben so viele Tracks gemacht, das wir jetzt in der Lage sind zu entscheiden, welcher Track auf das Album kommt und welcher nicht. Möge der Bessere gewinnen....


In euren aktuellen Livesets kann man ja schon erahnen, was da auf uns zukommt. Entscheidet ihr anhand der Publikumsresonanz, welcher Titel als nächstes auf Platte im Handel steht?


Nicht ganz. Wir haben natürlich auch unsere eigene Meinung und wenn einer unserer ausgesuchten Tracks beim Publikum ein gutes Gefühl erzeugt, bestärkt uns das natürlich, daraus eine Single zu machen.

Bleibt ihr dem Konzept treu und verarbeitet clubtauglichen Elektropop mit weiblichen Vocals?


In unserem neuen als auch in unserem alten Album gibt es Tracks, die sogar männliche Vocals beinhalten. Man glaubt es kaum: Es gibt kein Konzept - MACH WAS DU WILLST!

Wer ist die Frau, die nie live mit auf der Bühne steht?


Wie im wahren Leben gibt es natürlich immer mehrere Frauen, aber die meisten wurden von unserer Yasmin eingesungen (Girls get it first, Dancing, Vicious love).

Nennt doch mal jeder von Euch einen Künstler der elektronischen Musikszene, der Euch derzeit fasziniert – außer Euch natürlich ;) .

Für ein musikalisches Talent halte ich zum Beispiel Ronny Robotron.
Außerdem mag ich die Jungs von Booka Shade und der Kommune Kreuzberg.

Man hörte immer, dass Kai von Euch der Tüftler und Macher und Lexy der verspielte Ideengeber im Studio ist – wie kommt es aber zu dieser Flut an eigenständigen Produktionen von Lexy?

Da ich nicht schlafen kann, muss meine überschüssige Energie heraus und diese spiegelt sich in den Tracks wieder.

Kai, du bist doch bestimmt auch nicht faul, wenn Lexy „fremdgeht“? Was treibst du so nebenbei zur musikalischen Horizonterweiterung?

Wie gesagt Lexy & K-Paul heißt „Der immer Fleißige“ und der bin ich auch.
Auch ich habe ein anderes Projekt, über welches ich aber Stillschweigen bewahre.

Gab es schon mal große Streitpunkte zwischen Euch beiden? Jede Band hat doch mal so eine kleine „Ehekriese“.

Oft streiten wir uns darum, wer solche blöden fragen beantworten soll! Aber ansonsten läuft es eigentlich immer ziemlich harmonisch im Studio ab.

Für unsere weiblichen Leser vielleicht interessant – seid Ihr noch zu haben? Und wenn nicht, wie halten es Frauen mit Euch aus, wenn Ihr jedes Wochenende in der Weltgeschichte rumtingelt?

Ich glaube die Frau an unserer Seite hat es schon ziemlich schwer. Man ist extrem viel unterwegs und eine Party geht oft länger als nur bis zum nächsten Morgen. Außerdem steht die Musik an erster Stelle und welche Frau belegt schon gern Platz zwei?

Besonders im letzten Album hattet ihr einige Ost-Lieder verarbeitet, quasi als Erinnerung und Aufarbeitung von Kindheitserinnerungen. War das bei der Produktion ein bewusstes Konzept oder kreativer Zufall?

Wenn man diese Lieder hört merkt man eigentlich, welchen Spaß uns diese Lieder gemacht haben. Sie sind in keiner Weise perfekt und das macht sie charmant. Ich würde daher von keinem Konzept reden. Wir machen das, worauf wir Lust haben und da wir Ostkidz sind, müssen wir unsere schlimme Kindheit im sozialistischen Staat verarbeiten.

Nicht nur in der „Berliner Clubszene“ habt Ihr unter dem Publikum nicht nur Freunde. Wie geht Ihr damit um und was meint Ihr, wie es zu diesen Meinungen kommt?

Jeder von uns hat einen eigenen Psychoanalytiker und wenn wir mal wieder einen getroffen haben, der nicht unser Freund ist, haben wir 5 Stunden Therapie-Weinen und danach sind wir bei myspace und suchen uns Neue.
Ich freue mich schon auf die nächste Sitzung.

Vielen Dank für das nette Gespräch – wir sehen uns am 2. Oktober in Potsdam!

Wendorf


msg db V1.22 (03.08.2001) © 2000 by Rene Wunderlich